Ausgabe 10/2026

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Montag, 02. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als Erkrankungen des Alters. Dank moderner interventioneller Verfahren können heutzutage auch Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter mit KHK und Herzinfarkt erfolgreich behandelt werden. So wurden im Jahr 2023 die häufigsten perkutanen Koronarinterventionen bei Personen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren vorgenommen. Und auch rund 40 Prozent der Bypass-Operationen erfolgten bei den über 70-Jährigen.

Damit ist es nicht wirklich überraschend, dass das Risiko für die Entwicklung eines postoperativen Delirs in diesem Patientenkollektiv besonders hoch ist. Es handele sich um „eine der zentralen Komplikationen moderner Herzmedizin“, betont Prof. Georg Nickenig, Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Bonn und Koautor einer jüngst veröffentlichten Übersichtsarbeit zu dem Thema. Neben dem vermehrten Einsatz standardisierter Screening-Instrumente fordern die Studienautoren gezielte präventive – und vor allem nichtmedikamentöse – Maßnahmen. Diese könnten das Auftreten eines Delirs um bis zu 40 Prozent senken.

Wichtige Empfehlungen für die klinische Praxis stellt auch die neue S3-Leitlinie Prophylaxe der venösen Thromboembolie“ bereit. Unter anderem gibt diese erstmals die evidenzbasierte Empfehlung zur Einnahme von Acetylsalicylsäure zur Thrombosevorbeugung nach Eingriffen im Bereich der unteren Extremitäten – jedoch nur für Patientinnen und Patienten ohne erhöhtes Thromboserisiko. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik begrüßt diesen Schritt.

Weitere spannende Meldungen im heutigen Newsletter beschäftigen sich mit der Gefährlichkeit verschiedener Staphylococcus-aureus-Stämme auf Neugeborenen-Intensivstationen, einer europäischen Analyse, wonach höhere Raten primärer perkutaner Koronarinterventionen nach Myokardinfarkt überraschenderweise keine Senkung der Sterblichkeitsrate bewirkten und einem neuen Konzept am UKSH, das seltene Erkrankungen auf Intensivstationen in den Blick nimmt.

Eine informative Lektüre und einen frühlingshaften Start in die Woche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Mehr Prävention nötig: Delir nach kardiovaskulären Eingriffen häufig, aber oft übersehen

Mehr Prävention nötig: Delir nach kardiovaskulären Eingriffen häufig, aber oft übersehen

Eine neue Übersichtsarbeit zeigt: Das Delir stellt eine klinisch hochrelevante, aber wissenschaftlich zu oft vernachlässigte Komplikation in der Herzmedizin dar. Prävention kann dagegen die Delirhäufigkeit um bis zu 40 Prozent senken. 

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Aspirin zur Thrombose-Vorbeugung bei Hüft- und Knie-OPs

Die neue S3-Leitlinie „Prophylaxe der venösen Thromboembolie“ gibt erstmals die evidenzbasierte Empfehlung zur Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) als Prophylaxe von Thromboembolien. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik begrüßt dies als eine wirksame und kostengünstige Vorbeugung, die Patienten selbstständig umsetzen könnten.

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Welche Stämme von Staphylococcus aureus sind für Frühgeborene am gefährlichsten?

Welche Stämme von Staphylococcus aureus sind für Frühgeborene am gefährlichsten?

Forschende des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP; USA) haben untersucht, welche Stämme von Staphylococcus aureus häufig in Neugeborenen-Intensivstationen übertragen werden und welche am ehesten invasive und schwere Infektionen verursachen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Entwicklung und Validierung des AURIS-Scores zur Vorhersage einer Candidämie bei mit Candidozyma auris kolonisierten Patienten auf der Intensivstation: eine bizentrische retrospektive Kohortenstudie.
Lancet Infect Dis 2026 Feb 17:S1473-3099(26)00002-2.

Vorteile des Trinkens klarer Flüssigkeiten vor der Narkose bis zum Aufruf in den Operationssaal bei Erwachsenen: Eine randomisierte Pilotstudie.
Eur J Anaesthesiol 2026;43(3):207–216.

Review: Zytokinsturm beim Akuten Atemnotsyndrom.
J Intens Med 29.01.2026

 
 

Europäische Analyse zeigt keine Senkung der Sterblichkeitsrate nach primärer PCI

Eine Zunahme primärer perkutaner Koronarinterventionen (PCI) scheint nicht zu einer Senkung der Sterblichkeitsrate nach Myokardinfarkt geführt zu haben. Das zeigen Daten, die auf dem EAPCI Summit 2026 präsentiert wurden.

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Neues Konzept am UKSH bündelt Expertise für seltene Erkrankungen in der Intensivmedizin

Neues Konzept am UKSH bündelt Expertise für seltene Erkrankungen in der Intensivmedizin

Auch in der Intensivmedizin können seltene Erkrankungen die Ursache für den intensivstationären Aufenthalt sein. Dem begegnet das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, mit einem neuartigen Konzept, das die Expertise aus verschiedenen Fachdisziplinen bündelt.

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KURZMELDUNGEN:

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Ein neues Kliniknetzwerk in Thüringen soll die Chancen auf schnelle Hilfe im Notfall deutlich verbessern.
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Als einziges Zertifikat für Intensivmedizin wird das Qualitätssiegel der DGAI künftig im Bundes-Klinik-Atlas aufgeführt.
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Jeder achte Mediziner hat keinen deutschen Pass, jeder vierte ist ein Zuwanderer. Der Anteil an Ärzten aus dem Ausland an der Ärzteschaft wächst zwar stark – aber immer noch nicht stark genug.
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TERMINE:

2. Multidisziplinäres Perioperatives Symposium
8.–14. März 2026
Going am Wilden Kaiser, Österreich

3. Fürther Intensivpflegesymposium
12.–13. März 2026
Fürth

2. Fachtagung Klinische Krisenintervention
21. März 2026
Hannover

Crisis Resource Management
27.–28. März 2026
Berlin

 
 

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