Ausgabe 41/2024

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Montag, 07. Oktober 2024

Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,

nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Besonders die intensivmedizinische Versorgung wirft immer wieder ethische Fragen auf. Im heutigen Newsletter präsentieren wir Ihnen zwei aktuelle Beispiele solcher Diskussionen.

So griff jüngst die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) die im Juni angestoßene Debatte zur intensivmedizinischen Überversorgung am Lebensende auf. Hintergrund ist eine zu diesem Zeitpunkt hochrangig publizierte Studie deutscher Pneumologen und Intensivmediziner, die eine hohe Sterblichkeitsrate bei mechanisch beatmeten Patienten in deutschen Krankenhäusern aufzeigte. Die DGAI-Experten weisen zwar auf Limitationen der Studiendaten hin, insgesamt befürworten sie allerdings den Diskurs, den die Studie angeregt hat. Offenbar wollen sie die Erkenntnisse aber nicht ausschließlich auf dem Rücken der Intensivmedizinerinnen und Intensivmediziner ausgetragen sehen: Sie betonen, es brauche eine gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber, ob und in welchem Umfang die Intensivmedizin in Zukunft eine Begrenzung erfahren sollte.

Was am Lebensende gilt, ist auch zu Beginn des Lebens von hoher Relevanz. Mehr noch: Ethisch fragwürdige Entscheidungen zum Start des Lebens können Betroffene ein ganzes Leben lang zeichnen. So steigen durch Weiterentwicklungen in der Neonatologie zwar die Überlebenschancen extrem frühgeborener Babys – doch zu welchem Preis? Ein Großteil der in der 22. Woche geborenen Kinder erfuhr laut einer kürzlich publizierten US-amerikanischen Erhebung während der pädiatrischen intensivmedizinischen Behandlung schwere Komplikationen wie Blutungen, Lungenerkrankungen oder Infektionen. Auch in Deutschland steht die Behandlung von extrem frühgeborenen Kindern im Fokus intensiver Diskussionen. Besonders relevant ist hier die Frage: Welche Lebensqualität kann für die Kinder langfristig gewährleistet werden?

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen,




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Sterblichkeit von beatmeten Patienten: DGAI fordert offenen Diskurs über Grenzen der Intensivmedizin

Sterblichkeit von beatmeten Patienten: DGAI fordert offenen Diskurs über Grenzen der Intensivmedizin

Nach einer im Juni hochrangig publizierten Studie zur Sterblichkeitsrate von beatmeten Patienten fordern DGAI-Experten einen differenzierten Diskurs über die Grenzen der intensivmedizinischen Versorgung.

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Überlebensraten von Extremfrühchen steigen

Die Überlebenschancen besonders frühgeborener Babys steigen, doch manche kämpfen später mit schweren Komplikationen. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-Studie, die im Fachjournal „Pediatrics“ erschienen ist.

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Geriatrische Oberschenkelhalsfraktur: Liposomales Bupivacain wohl ohne Vorteil

Geriatrische Oberschenkelhalsfraktur: Liposomales Bupivacain wohl ohne Vorteil

Eigentlich soll die liposomale Form des gängigen Lokalanästhetikums Bupivacain zu einer langanhaltenden Schmerzlinderung nach Operationen beitragen. Eine neue randomisierte Studie findet aber keinen Unterschied zu herkömmlichem Bupivacain.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Schätzungen der tatsächlich und potenziell geretteten Leben in den Vereinigten Staaten durch die Verwendung von COVID-19-Rekonvaleszenzplasma.
Proc Natl Acad Sci U S A 2024 Oct 8;121(41):e2414957121.

Eine randomisierte klinische Studie: Tranexamsäure bei radikaler Zystektomie.
JAMA Surg 2024 Oct 2:e244183.

Registerbasierte Analyse: Milde therapeutische Hypothermie nach Herzstillstand - Auswirkung auf das Überleben mit gutem neurologischem Ergebnis außerhalb randomisierter kontrollierter Studien.
Eur J Anaesthesiol 2024 Oct 1;41(10):779-786.

 
 

Bilanz zur Woche der Wiederbelebung 2024: Großes Interesse und hohe Beteiligung in ganz Deutschland

Die Woche der Wiederbelebung 2024 war ein voller Erfolg. Diese Bilanz ziehen die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA), die die jährliche Aktionswoche ins Leben gerufen haben.

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Mitteldeutsche Sepsiskohorte: Langzeitfolgen brauchen Langzeitforschung

Mitteldeutsche Sepsiskohorte: Langzeitfolgen brauchen Langzeitforschung

Seit 2016 befragte ein Studienteam am Universitätsklinikum Jena Sepsis-Überlebende nach ihrem Gesundheitszustand. Die Mitteldeutsche Sepsis-Kohorte veröffentlicht jetzt Ergebnisse, die großen Bedarf an interdisziplinären Nachsorgeangeboten belegen.

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KURZMELDUNGEN:

In einer Anhörung des Gesundheitsausschusses zum Krankenhausversorgungs­ verbesserungsgesetz macht der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. deutlich, warum anästhesiologische Leistungen in Vorhaltekosten überführt werden müssen.
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Deutschlands niedergelassene Anästhesistinnen und Anästhesisten sprechen sich für eine Aufteilung der Hybridpauschalen über Dritte aus und lehnen einen direkten Geldfluss zwischen den Kooperationspartnern ab.
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Im Ostalbkreis läuft ein mit rund vier Millionen Euro vom Bund finanziertes Modellprojekt, bei dem ein automatisierter externer Defibrillator per Rettungsdrohne direkt zum Patienten transportiert werden soll.
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TERMINE:

20. Jahreskongress der Deutschen Stiftung Organtransplantation
24.–25. Oktober 2024
Frankfurt a.M.

LEIM 2024 - 6. Leipziger Herbstsymposium
26. Oktober 2024
Leipzig

39. Südwestdeutschen Anästhesietage
29.–30. November 2024
Mannheim

24. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.
4.–6. Dezember 2024
Hamburg

 
 

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