Ausgabe 37/2025

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Montag, 08. September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einer Woche endete das jährliche Highlight der europäischen Kardiologie: der ESC-Kongress 2025. An vier Tagen wurde den mehr als 30.000 erwarteten Teilnehmern ein ganzes Füllhorn spannender Studien sowie evidenzbasierte Therapieempfehlungen im Rahmen neuer oder aktualisierter Leitlinien präsentiert. Eine kleine Auswahl von jenen, die auch für die Anästhesiologie und Intensivmedizin von besonderer Relevanz sind, präsentieren wir Ihnen im heutigen Newsletter.
So ging die randomisierte Studie DAPT-SHOCK-AMI der Frage nach, ob die intravenöse Verabreichung von Cangrelor im Vergleich zur oralen Gabe von zerkleinerten Ticagrelor-Tabletten das Überleben von Patienten mit herzinfarktbedingtem kardiogenen Schock, die sich einer Notfall-PCI unterziehen, verbessern kann. Zwar bewirkte die Cangrelor-Infusion bei allen Studienteilnehmern eine sofortige und wirksame Thrombozytenhemmung (unter Ticagrelor kam diese nur bei 22 Prozent der Patienten am Ende der primären PCI zustande), der kombinierte primäre klinische Endpunkt aus Gesamtmortalität, Myokardinfarkt und Schlaganfall nach 30 Tagen wurde jedoch nicht erreicht. Weshalb Co-Studienleiter Prof. Deepak Bhatt in intravenös verabreichtem Cangrelor trotzdem einen „bedeutenden Fortschritt in der Behandlung des kardiogenen Schocks“ sieht, lesen im entsprechenden Beitrag.
Die Verhinderung von Myokardschäden nach nicht kardialen Operationen (MINS) hatte die Studie PREVENT-MINS zum Ziel. Darin erhielten mehr als 2000 Patienten in der Stunde vor der Operation sowie bis zu sieben Tage danach entweder Ivabradin oder Placebo. Im Ergebnis war Ivabradin im Vergleich zu Placebo nicht nur wirkungslos, eine vorspezifizierte Subgruppenanalyse ergab sogar ein erhöhtes MINS-Risiko bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit. Aufgrund von Aussichtslosigkeit wurde die Studie sodann auch vorzeitig abgebrochen.
Spannend für die Palliativmedizin ist die Studie EMPATICC. Hier wurde untersucht, ob der Einsatz moderner Herzinsuffizienzmedikamente die Lebensqualität von Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung verbessern kann.
Eine spannende Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen,




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
ESC2025: Was bringt die intravenöse Plättchenhemmung bei herzinfarktbedingtem kardiogenem Schock?

ESC2025: Was bringt die intravenöse Plättchenhemmung bei herzinfarktbedingtem kardiogenem Schock?

Im Vergleich zu oralem Ticagrelor bewirkte intravenös (i.v.) verabreichtes Cangrelor in der randomisierten Studie DAPT-SHOCK-AMI eine sofortige, wirksame Thrombozytenhemmung ohne Anstieg schwerer Blutungen und mit einer Tendenz zu niedrigeren Mortalitätsraten bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt und kardiogenem Schock.

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Aztreonam und Avibactam

Mit EMBLAVEO® (Aztreonam/Avibactam) steht eine Therapieoption bei Infektionen durch Metallo-Beta-Laktamase (MBL)-bildende Enterobakterien zur Verfügung. 1,2 Klinische Studien bestätigen die Wirksamkeit und Verträglichkeit von EMBLAVEO®.3-5

Fachinformation | Referenzen

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ESC2025: Ivabradin bietet keinen Schutz vor Myokardschäden nach nicht kardialen Operationen

Laut aktuellen Forschungsergebnissen, die im Rahmen einer Hot-Line-Session auf dem europäischen Kardiologenkongress (ESC2025) vorgestellt wurden, reduziert Ivabradin das Auftreten von Myokardschäden nach nicht kardialen Operationen (MINS) nicht.

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ESC2025: Was die Herzinsuffizienz-Therapie bei weit fortgeschrittener Krebserkrankung bringt

ESC2025: Was die Herzinsuffizienz-Therapie bei weit fortgeschrittener Krebserkrankung bringt

Die EMPATICC*-Studie zeigt, dass eine personalisierte Herzinsuffizienztherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs in der Palliativversorgung das Potenzial hat, bestimmte kardiovaskuläre Marker und die Lebensqualität zu verbessern – auch wenn ein signifikanter Vorteil beim primären funktionellen Endpunkt nicht nachgewiesen werden konnte.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Akute normovolämische Hämodilution in der Herzchirurgie bei Erwachsenen
JAMA Surg 03.09.2025.

Unterschiede in der Häufigkeit von Hypotonie nach Narkoseeinleitung in Abhängigkeit von der Tageszeit: eine nachträgliche Propensity-Score-Matched-Analyse
J Clin Anesth 2025 Sep 3:107:111984.

Auswirkungen von perioperativem Ketamin auf die verbesserte Erholung nach abdominalen Operationen (IMPAKT ERAS): eine pragmatische randomisierte Single-Cluster-Studie
Br J Anaesth 2025 Sep 2:S0007-0912(25)00508-2.

 
 

SARS-CoV-2: Azelastin-Nasenspray verringert Infektions-Risiko

Infektionsprophylaxe mit Nasenspray? Ein saarländisches Forschungsteam konnte in einer klinischen Studie zeigen, dass antiallergisches Azelastin-Nasenspray das Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen signifikant senkt.

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„Firewall für die Wissenschaft“: Neues KI-Tool identifiziert fragwürdige Fachzeitschriften

„Firewall für die Wissenschaft“: Neues KI-Tool identifiziert fragwürdige Fachzeitschriften

Informatiker haben ein neues System entwickelt, das mittels Künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert nach fragwürdigen wissenschaftlichen Zeitschriften sucht. Laut der neuen Studie, veröffentlicht in „Science Advances“, sind derzeit mehr als 1000 solcher Zeitschriften im Umlauf.

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KURZMELDUNGEN:

Die vorgesehene Neuordnung der Krankenhäuser soll mehr Spezialisierung und einheitliche Standards durchsetzen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt jedoch vor schlechteren Bedingungen für Klinikbehandlungen wegen chronischer Schmerzen.
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Der Ärztliche Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums schlägt vor, die Zahl der Notaufnahmen in Ballungszentren deutlich zu verringern.
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Aus Spargründen plant die Charité, künftig weniger Studienplätze anzubieten. Auch das Personal könnte von den Kürzungen betroffen sein.
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TERMINE:

37. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
18.–20. September 2025
Weimar

Notfälle im Pott – Kindernotfallsymposium
19.–20. September 2025
Essen

24. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung
22.–24. September 2025
Hamburg

 
 

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