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Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,
moderne Sequenziermethoden wie das metagenomische Next-Generation-Sequencing (mNGS) eröffnen neue Möglichkeiten zur Diagnose von Infektionen des Zentralnervensystems. Besonders für schwer erkrankte, intensivpflichtige und immunsupprimierte Patienten bietet mNGS enorme Vorteile. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Methode Erreger präzise identifiziert – auch bei unklaren Befunden – und so eine zielgerichtete Therapie ermöglicht. Welche Rolle mNGS im klinischen Alltag spielt und welche Herausforderungen bestehen, erfahren Sie im entsprechenden Beitrag.
Ist ein Krankheitserreger erstmal identifiziert, stellt sich die Frage nach dem geeigneten Wirkstoff zu dessen Bekämpfung. In Zeiten, in denen antimikrobielle Resistenzen als eine der zehn größten globalen Bedrohungen gelten, kommt der Suche nach neuen Antibiotika eine enorme Bedeutung zu. Dem trägt auch der Europäische Forschungsrat Rechnung, der ein deutsch-französisches Forscher-Trio bei diesem Anliegen mit einem mit 11 Millionen Euro dotierten Synergy Grant unterstützt. Unter Verwendung eines Deep-Learning-Ansatzes wollen sie zunächst sieben Bakterienspezies bis ins Kleinste analysieren, um basierend darauf Angriffsziele für Antibiotika mit neuartigen Wirkmechanismen aufzudecken.
Nicht auf den Krankheitserreger selbst sondern auf das darauf zurückzuführende überschießende Immunsystem zielt ein neuartiges Therapiekonzept ab, das derzeit zur Behandlung von virusbedingtem Lungenversagen bei Patienten mit schwerer COVID-19-Erkrankung getestet wird. Die Ergebnisse einer jüngst publizierten Phase-II-Studie lassen auf ein erweitertes Behandlungsspektrum für dieses Patientenkollektiv hoffen.
Ich wünsche Ihnen eine erhellende Lektüre und eine erfolgreiche Woche.
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