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Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,
in der vergangenen Woche berichteten wir über die Delirprävalenz nach Schlaganfall – auf Basis einer eher kleinen monozentrischen Studie. Heute widmen wir uns dem postoperativen Delir – und zwar anhand von bevölkerungsbasierten Daten von mehr als fünf Millionen älteren US-Bürgern (≥ 65 Jahre) aus mehr als 3000 Kliniken, die sich einer größeren nicht kardialen Operation unter Vollnarkose unterzogen.
In der in „JAMA Network Open“ publizierten Studie wurde bei 3,6 Prozent der Fälle ein postoperatives Delir gemeldet – eine vergleichsweise geringe Inzidenz, die die Autoren vor allem auf die verwendeten Medicare-Daten zurückführen, die für eine Untererfassung des postoperativen Delirs bekannt seien. Bei den gemeldeten Fällen handelte es sich somit vermutlich um die schwereren Fälle, was sich in einer deutlichen Steigerung des Risikos für Tod, schwere Komplikationen und die Entlassung in ein Pflegeheim niederschlug.
Eine weitere interessante Beobachtung: Die Wahrscheinlichkeit für ein postoperatives Delir variierte erheblich zwischen den Krankenhäusern. Die Forscher halten es daher für notwendig, gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der perioperativen Gehirngesundheit vorzunehmen. Welche konkreten Strategien von ihnen empfohlen werden, erfahren Sie in der entsprechenden Meldung.
Weitere spannende Meldungen im heutigen Newsletter befassen sich mit der gezielten Bekämpfung multiresistenter Erreger mit UV-Licht, einer jüngst gestarteten Studie zur optimierten Schlaganfallbehandlung, der Verbesserung der Notfallmedizin bei Verkehrsunfällen sowie der geplanten Restriktion in der Verordnung von Medizinal-Cannabis.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
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