Ausgabe 30/2025

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Montag, 21. Juli 2025

Liebe Leserinnen und Leser aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin,

in der vergangenen Woche berichteten wir über die Delirprävalenz nach Schlaganfall – auf Basis einer eher kleinen monozentrischen Studie. Heute widmen wir uns dem postoperativen Delir – und zwar anhand von bevölkerungsbasierten Daten von mehr als fünf Millionen älteren US-Bürgern (≥ 65 Jahre) aus mehr als 3000 Kliniken, die sich einer größeren nicht kardialen Operation unter Vollnarkose unterzogen.

In der in „JAMA Network Open“ publizierten Studie wurde bei 3,6 Prozent der Fälle ein postoperatives Delir gemeldet – eine vergleichsweise geringe Inzidenz, die die Autoren vor allem auf die verwendeten Medicare-Daten zurückführen, die für eine Untererfassung des postoperativen Delirs bekannt seien. Bei den gemeldeten Fällen handelte es sich somit vermutlich um die schwereren Fälle, was sich in einer deutlichen Steigerung des Risikos für Tod, schwere Komplikationen und die Entlassung in ein Pflegeheim niederschlug.

Eine weitere interessante Beobachtung: Die Wahrscheinlichkeit für ein postoperatives Delir variierte erheblich zwischen den Krankenhäusern. Die Forscher halten es daher für notwendig, gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der perioperativen Gehirngesundheit vorzunehmen. Welche konkreten Strategien von ihnen empfohlen werden, erfahren Sie in der entsprechenden Meldung.

Weitere spannende Meldungen im heutigen Newsletter befassen sich mit der gezielten Bekämpfung multiresistenter Erreger mit UV-Licht, einer jüngst gestarteten Studie zur optimierten Schlaganfallbehandlung, der Verbesserung der Notfallmedizin bei Verkehrsunfällen sowie der geplanten Restriktion in der Verordnung von Medizinal-Cannabis.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Postoperatives Delir: Vermeidbare Komplikation mit schwerwiegenden Folgen

Postoperatives Delir: Vermeidbare Komplikation mit schwerwiegenden Folgen

Eine neue groß angelegte Studie beleuchtet das postoperative Delir als vermeidbare und schwerwiegende Komplikation, die durch kostengünstige, evidenzbasierte Maßnahmen abgemildert werden kann.

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Multiresistente Erreger mit UV-Licht gezielt bekämpfen

Neu entwickelte Leuchtdioden aus dem Ferdinand-Braun-Institut schaffen die Voraussetzungen für kompakte, fasergekoppelte medizinische Strahler, um Krankheitserreger auch in Körperöffnungen unschädlich zu machen.

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Studie zur Optimierung der Schlaganfallbehandlung startet

Studie zur Optimierung der Schlaganfallbehandlung startet

Das Klinikum Nürnberg leitet in Kooperation mit dem Universitätsspital Basel, Schweiz, eine europaweite Studie, um die Akutversorgung von Schlaganfallpatienten zu verbessern. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „GET-FAST“ prüft, ob sich Patienten von einem schweren Schlaganfall besser erholen, wenn sie nach dem schnelleren „One-Stop“-Prinzip behandelt werden.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Hepatitis-C-Screening in Notaufnahmen: Die randomisierte klinische Studie DETECT Hep C.
JAMA 09.07.2025.

Volatile Sedierung bei kritisch kranken Erwachsenen unter mechanischer Beatmung: eine Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien.
Crit Care 2025;29(1):227.

Definition und Subphänotypisierung von ARDS: Erkenntnisse eines internationalen Delphi-Expertengremiums.
Lancet Respir Med 2025;13(7):638–650.

 
 

Notruf aus dem Auto: Essener Forschung will Notfallmedizin verbessern

Forschende aus Essen und Duisburg arbeiten daran, den Informationsfluss in Richtung der Rettungskräfte zu objektivieren und Unfalldaten aus eCall-Systemen verfügbar zu machen. Um diese Daten aus medizinischer Sicht bewerten zu können, werden sie mit Behandlungsdaten verknüpft. So sollen Notfalleinsätze gezielter vorbereitet und Patienten nach schweren Verkehrsunfällen schneller und besser geholfen werden.

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Strengere Regeln für Medizinalcannabis geplant

Strengere Regeln für Medizinalcannabis geplant

Für die Abgabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) künftig strengere Regeln gelten.

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KURZMELDUNGEN:

Die WHO ist eigenen Angaben zufolge „extrem besorgt“ über die wachsende Impfskepsis und die einbrechende Entwicklungshilfe etwa für Impfkampagnen.
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Die Bundesregierung will Gewalt gegen medizinisches Personal in Krankenhäusern und Praxen schärfer ahnden. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll im Herbst vorgelegt werden.
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TERMINE:

European Society of Cardiology Congress 2025
29. August – 1. September 2025
Madrid, Spanien

37. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
18.–20. September 2025
Weimar

Nephrologische Intensivtherapie
13.–16. Oktober 2025
Berlin

 
 

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