Ausgabe 14/2026

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Montag, 30. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

nicht ohne Grund ist die Sepsis ein immer wiederkehrendes Thema: Schätzungsweise 230.000 Menschen in Deutschland sind jährlich davon betroffen, rund 85.000 versterben daran. Damit gehört die zum Teil vermeidbare Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen. Dass europaweit dringender Handlungsbedarf hinsichtlich verbesserter Maßnahmen für die Früherkennung und standardisierte Behandlung besteht, verdeutlichen auch neue Daten der European Sepsis Care Study Group. „Die seit vielen Jahren in Leitlinien geforderten Maßnahmen zur Erkennung und Therapie der Sepsis sowie notwendige, regelmäßige Schulungen des Personals sind ungenügend etabliert. Hier besteht ein enormes Verbesserungspotential“, resümiert Erstautor Dr. Christian Scheer von der Universitätsmedizin Greifswald.
Einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität an deutschen Kliniken soll das Qualitätssicherungsverfahren QS-Sepsis leisten. Den Grundstein dafür hat der G-BA Ende 2024 gelegt. Seinem Beschluss folgend sind deutsche Krankenhäuser seit Anfang dieses Jahres dazu verpflichtet, Daten zu Diagnostik und Therapie der Sepsis zu erheben und zu übermitteln. Mithilfe der Qualitätsmessung sollen die Krankenhäuser regelmäßig erfahren, an welchen Punkten die internen Abläufe oder Strukturen optimiert werden müssen. Inwieweit sich diese Maßnahme tatsächlich in eine qualitativ bessere Versorgung umsetzen wird, bleibt abzuwarten.
Die Deutsche Sepsis-Stiftung macht auf einen weiteren Baustein aufmerksam, der Sepsispatienten helfen könnte – die stärkere Einbeziehung der Angehörigen. Hintergrund sind jüngste Berichte zur Wirksamkeit der sogenannten „Martha’s Rule“. Diese wurde 2024 in England eingeführt, um Sepsispatienten und deren Angehörigen eine stärkere Stimme zu verleihen. Sie ermöglicht den Betroffenen, eine Zweitmeinung einzuholen, wenn sie sich bei Anzeichen einer Sepsis nicht genügend gehört fühlen. Denn gerade Angehörige können oft frühzeitig Veränderungen im Zustand eines Patienten erkennen. Seit Einführung der Regel wurden etwa 450 kritische medizinische Interventionen nach Meldung eines Angehörigen eingeleitet. Die Sepsis-Stiftung sieht in den Entwicklungen in England ein wichtiges Signal auch für das deutsche Gesundheitssystem.
Eine erkenntnisreiche Lektüre und erholsame Ostertage wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Sepsisversorgung in Europa: Studien zeigen  Defizite und dringenden Handlungsbedarf

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Zwei aktuelle Publikationen zeigen, wie groß der Verbesserungsbedarf in der Sepsisversorgung europäischer Krankenhäuser ist. Damit wird eine Grundlage für neue nationale und europäische Strategien zur Verbesserung der Sepsisversorgung gelegt.

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„Martha‘s Rule“ zeigt Wirkung: Sepsis-Stiftung fordert Umsetzung in Deutschland

Die Sepsis-Stiftung fordert nach dem Vorbild der britischen „Martha‘s Rule“ mehr Mitsprache für Sepsis-Patienten und deren Angehörige in Deutschland. Ziel ist, die Patientensicherheit zu erhöhen.

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ARTEMIS: Mit KI zur effizienteren Herzinfarkt-Diagnostik

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KI statt Wartezeit: Das Projekt ARTEMIS zeigt, wie ein Algorithmus Herzinfarkte in Minuten sicher ausschließen kann. Eine App soll Diagnosen beschleunigen und Patienten schneller die passende Behandlung bringen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Bewertung von Deep-Learning-Modellen zur Vorhersage von Sepsis auf Intensivstationen unter veränderten Versorgungsbedingungen: eine multizentrische retrospektive Kohortenstudie
NPJ Digit Med, 03.03.2026

Entwicklung und multizentrische Validierung eines auf erklärbaren maschinellen Lernen basierenden Diagnosekriteriums für die abdominale Sepsis bei Kindern
NPJ Digit Med, 03.03.2026

Restriktive vs. liberale Strategien zur körperlichen Fixierung bei kritisch kranken Patienten: Die randomisierte klinische Studie R2D2-ICU
JAMA 17.03.2026

 
 

ANIM 2026: Haben Komapatienten mehr Bewusstsein als gedacht?

Was können Menschen mit schweren Hirnschäden noch wahrnehmen? Neue Forschungsergebnisse zum Thema Koma nach akuter Hirnschädigung wurden auf der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin ANIM 2026 in Dortmund präsentiert. 

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Schmerz, Misstrauen, Fehldiagnose: Wie Rassismus die Gesundheitsversorgung beeinträchtigt

Schmerz, Misstrauen, Fehldiagnose: Wie Rassismus die Gesundheitsversorgung beeinträchtigt

Forschende analysierten erstmals systematisch, wie Betroffene Rassismus im deutschen Gesundheitssystem erleben und was das für ihre Versorgung bedeutet. Ein Leitfaden gibt Handlungsempfehlungen für stationäre Gesundheitseinrichtungen.

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KURZMELDUNGEN:

Die DIVI hat ihre Satzung geändert: Im Präsidium sind nun Gesundheitsfachberufe und die Junge DIVI stärker vertreten. Auch die DIVI-Mitgliedschaften wurden neu strukturiert.
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Im Februar 2026 ist das Projekt RAPID gestartet. Damit soll ein bundesweites Register aufgebaut werden, in dem erstmals Routinedaten aus der Erwachsenen- und Kinder-Intensivmedizin gebündelt werden.
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An den Notaufnahmen des Klinikums Dortmund wird derzeit der Einsatz von Bodycams zum Schutz der Mitarbeitenden vor gewalttätigen Übergriffen getestet.
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TERMINE:

12. Anästhesie Forum Ordensklinikum Linz
17.–18. April 2026
Linz, Österreich

9. Österreichischer Interprofessioneller Palliativkongress
23.–25. April 2026
Graz, Österreich

Haemostasis in Critical Care St. Gallen
24.–25. April 2026
St. Gallen, Schweiz

4. Heidelberger ECMO-Symposium
25. April 2026
Heidelberg

 
 

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