|
Liebe Leserinnen und Leser,
GLP‑1‑Rezeptoragonisten scheinen neben metabolischen Effekten auch immunmodulatorische Eigenschaften zu besitzen. Sie beeinflussen die Aktivität verschiedener Immunzellpopulationen und reduzieren proinflammatorische Zytokine. Eine aktuelle Übersichtsarbeit einer polnischen Arbeitsgruppe beschreibt potenzielle Einsatzgebiete bei Psoriasis, Atopischer Dermatitis oder Hidradenitis suppurativa. Klinische Beobachtungen deuten insbesondere bei Psoriasis auf Verbesserungen hin, wobei bisher unklar bleibt, welcher Anteil des Effekts auf eine direkte antiinflammatorische Wirkung und welcher auf eine Gewichtsreduktion und die verbesserte metabolische Kontrolle zurückzuführen ist. Um die Wirksamkeit von GLP-1-Rezeptoragonisten und ihren Stellenwert in der Dermatologie näher zu bestimmen, sind nun größere Studien erforderlich.
Auch in der Dermatoonkologie birgt die gezielte Modulation von Immunprozessen weiterhin therapeutisches Potenzial. In einem Melanommodell führte der Verlust der Protein‑Acyltransferase DHHC3 zu einer verstärkten antitumoralen Immunantwort und einem verlangsamten Tumorwachstum in immunkompetenten Mäusen. Ausgelöst wurde dies durch eine Reprogrammierung der Tumormikroumgebung mit einer vermehrten Infiltration durch natürliche Killerzellen und T‑Lymphozyten sowie einer Reduktion immunsuppressiver Zellpopulationen. Der Effekt beschränkte sich jedoch auf das Primärtumorwachstum und beeinflusste die Metastasierung nicht. Dennoch könnte die Hemmung von DHHC3 eine neue Strategie beim malignen Melanom sein, um die antitumorale Immunität zu verstärken und das Therapieansprechen zu verbessern.
Weitere aktuelle Studienergebnisse finden Sie auf unserem Nachrichtenportal. Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen
|