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Liebe Leserinnen und Leser,
die Ergebnisse einer prospektiven US-Geburtskohortenstudie deuten darauf hin, dass mütterliche Ernährung, Antikörpertransfer und Umweltfaktoren gemeinsam eine Toleranzentwicklung bei Kindern fördern könnten. Säuglinge aus Mennoniten-Familien zeigten bereits im ersten Lebensjahr eine frühere Reifung des humoralen Immunsystems, mit erhöhten Anteilen an Gedächtniszellen sowie höheren Spiegeln einzelner Immunglobulinklassen in Blut und Schleimhäuten. Eine zentrale Rolle scheint die Muttermilch zu spielen: Mennoniten-Mütter wiesen deutlich höhere Konzentrationen nahrungsmittelspezifischer Antikörper auf, insbesondere gegen Hühnereiproteine. Erhöhte Ei-spezifische Antikörperspiegel waren mit einem geringeren Risiko für eine spätere Hühnereiallergie assoziiert.
Während diese Befunde den protektiven Einfluss von Umwelt- und Ernährungsexpositionen unterstreichen, weist eine weitere Studie aus den USA auf potenziell krankheitsfördernde Effekte moderner Umwelteinflüsse hin. Forschende der Johns Hopkins Medicine konnten erstmals hormonell wirksame Abbauprodukte kunststoffassoziierter Chemikalien in der Haut von Patienten mit Hidradenitis suppurativa (HS) nachweisen. In HS-Hautproben fanden sich erhöhte Konzentrationen von Bisphenol- und Phthalat-Metaboliten sowie eine deutlich verminderte Expression des HS-assoziierten Gens NCSTN, insbesondere in Fibroblasten. In vitro führte die Exposition gesunder Fibroblasten gegenüber diesen Substanzen zu einer dosisabhängigen Reduktion von NCSTN und zur Induktion proinflammatorischer Signalwege. Die Ergebnisse legen nahe, dass endokrine Disruptoren zur Pathogenese oder Symptomverschlechterung der HS beitragen könnten.
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