Ausgabe 02/2026

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Freitag, 09. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
die Ergebnisse einer prospektiven US-Geburtskohortenstudie deuten darauf hin, dass mütterliche Ernährung, Antikörpertransfer und Umweltfaktoren gemeinsam eine Toleranzentwicklung bei Kindern fördern könnten. Säuglinge aus Mennoniten-Familien zeigten bereits im ersten Lebensjahr eine frühere Reifung des humoralen Immunsystems, mit erhöhten Anteilen an Gedächtniszellen sowie höheren Spiegeln einzelner Immunglobulinklassen in Blut und Schleimhäuten. Eine zentrale Rolle scheint die Muttermilch zu spielen: Mennoniten-Mütter wiesen deutlich höhere Konzentrationen nahrungsmittelspezifischer Antikörper auf, insbesondere gegen Hühnereiproteine. Erhöhte Ei-spezifische Antikörperspiegel waren mit einem geringeren Risiko für eine spätere Hühnereiallergie assoziiert.
Während diese Befunde den protektiven Einfluss von Umwelt- und Ernährungsexpositionen unterstreichen, weist eine weitere Studie aus den USA auf potenziell krankheitsfördernde Effekte moderner Umwelteinflüsse hin. Forschende der Johns Hopkins Medicine konnten erstmals hormonell wirksame Abbauprodukte kunststoffassoziierter Chemikalien in der Haut von Patienten mit Hidradenitis suppurativa (HS) nachweisen. In HS-Hautproben fanden sich erhöhte Konzentrationen von Bisphenol- und Phthalat-Metaboliten sowie eine deutlich verminderte Expression des HS-assoziierten Gens NCSTN, insbesondere in Fibroblasten. In vitro führte die Exposition gesunder Fibroblasten gegenüber diesen Substanzen zu einer dosisabhängigen Reduktion von NCSTN und zur Induktion proinflammatorischer Signalwege. Die Ergebnisse legen nahe, dass endokrine Disruptoren zur Pathogenese oder Symptomverschlechterung der HS beitragen könnten.
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   Ihr
   Redaktionsteam

 

 
 
Muttermilch-Antikörper senken Allergie-Risiko bei Landkindern

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Kinder, die in landwirtschaftlichen Gemeinschaften aufwachsen, entwickeln seltener Allergien als Gleichaltrige in Städten. Eine neue Studie zeigt: Ihr Immunsystem reift schneller, wobei Muttermilch eine wichtige Rolle spielt.

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Hidradenitis suppurativa: Hormonwirksame Chemikalien als Treiber identifiziert

Eine neue Studie der Johns Hopkins Medicine in Baltimore (USA) zeigt, dass molekulare Abbauprodukte hormonell wirksamer Substanzen aus Kunststoffen in der Haut von Patienten mit Hidradenitis suppurativa nachweisbar sind.

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Melanom: Bessere Ergebnisse mit niedrigerer Dosierung

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Niedrigere Dosen zugelassener Immuntherapeutika gegen das maligne Melanom können bessere Behandlungsergebnisse bei gleichzeitig reduzierten Nebenwirkungen erzielen, berichten schwedische Forschende des Karolinska Institutet.

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Basalzellkarzinom: Geringer Risikoanstieg unter Antihypertensiva

Einige blutdrucksenkende Medikamente können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenbrand machen. Eine Registerstudie aus Schweden zeigt ein mögliches erhöhtes Risiko für Basalzellkarzinome unter bestimmten Antihypertensiva.

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Zusammenhang zwischen oraler Vitamin-C-Aufnahme und Hautregeneration

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In einer Studie aus Neuseeland und Deutschland erhöhten zwei Kiwis täglich den Vitamin‑C‑Gehalt der Haut und verbesserten Hautdicke, Kollagenproduktion sowie epidermale Regeneration.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Hidradenitis suppurativa und Rauchen, Adipositas, Psoriasis, Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und systemische Sklerose – Ergebnisse einer Mendel’schen Randomisierungsstudie
JAMA Dermatol, 17.12.2025

Familiäre Belastung der Lebensqualität bei chronischer spontaner Urtikaria: eine multizentrische Studie
J Eur Acad Dermatol Venereol, 05.01.2026

Klimawandel, Luftqualität und Pollenallergien – aktueller Wissensstand und Empfehlungen für die Forschung und öffentliche Gesundheit
Allergy, 20.12.2025

 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi will, dass das angestrebte Primärarztsystem mit der Garantie verbunden wird, innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu bekommen.
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Es gibt immer mehr Medizin-Anwendungen, die mit Large Language Models (LLMs) arbeiten. Ein Team der Stanford University hat mehr als 500 Studien analysiert, um herauszufinden, wie LLMs getestet und evaluiert werden. Fazit: zu selten mit Patientendaten.
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Deutschland nimmt schwerverletzte Patienten nach der Brandkatastrophe in der Schweiz auf. Die Verteilung erfolge nach dem Kleeblattmechanismus, den Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben, teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit.
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TERMINE:

9. Lübecker Update Entzündliche Hauterkrankungen
21.02.2026
Lübeck

Tagung des Fachverbandes für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin
23.02.–24.02.2026
Leipzig

71. Fortbildungstagung der Österreichischen wissenschaftlichen Gesellschaft für prophylaktische Medizin und Sozialhygiene
09.03.–12.03.2026
Bad Hofgastein, Österreich

 
 

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