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Liebe Leserinnen und Leser,
viele Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes bekommen Metformin verschrieben. Es ist das älteste und am häufigsten eingesetzte orale Antidiabetikum. Trotzdem sind längst nicht alle Fragen rund um die Wirkung des Medikaments geklärt. Beispielsweise gab es bislang keine belastbaren, randomisierten Studiendaten zum Einsatz von Metformin bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Ein dänisches Forschungsteam hat deshalb die doppelblinde Met-HeFT-Studie durchgeführt und die Ergebnisse vergangenes Wochenende auf dem Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC) vorgestellt.
Untersucht wurden Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF), die zeitgleich einen Typ-2-Diabetes, Prädiabetes oder ein erhöhtes Diabetesrisiko aufwiesen. 940 Teilnehmende wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Metformin oder Placebo. Der primäre kombinierte Endpunkt aus Tod, Verschlechterung der Herzinsuffizienz, akutem Myokardinfarkt oder Schlaganfall trat bei 25,1 Prozent der Patienten unter Metformin und bei 23,4 Prozent unter Placebo auf. Die Daten liefern somit keinen Hinweis darauf, dass Metformin in dieser Patientenpopulaton einen kardioprotektiven Zusatznutzen bietet.
Problematisch für die Aussagekraft ist allerdings die Tatsache, dass nur rund zehn Prozent der Teilnehmenden tatsächlich einen Typ-2-Diabetes hatten. Voraussetzung für die Studienteilnahme war nämlich, eine bereits bestehende Metformin-Therapie vor Studienbeginn abzusetzen. Die Autoren vermuten, dass Betroffene und Ärzte vor dieser Maßnahme eher zurückschrecken. Aufgrund des breiten Einsatzes von Metformin sei daher nur eine geringe Teilnehmerzahl mit bestehendem Typ-2-Diabetes zustande gekommen. Zwar hatten die übrigen Patienten einen Prädiabetes oder eine Insulinresistenz. Doch ganz ohne Einschränkung lässt sich wohl nicht auf die kardioprotektive Wirkung von Metformin rückschließen.
Wechseln wir kurz von Metformin zu Statinen und vom Herzen zum Gehirn. Aktuelle Daten, die ebenfalls auf dem ESC Congress vorgestellt wurden (und ebenfalls aus Dänemark stammen), zeigen, dass Statine bei Betroffenen mit Typ-2-Diabetes mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert sind. Der frühe Beginn einer Statintherapie nach Diagnosestellung hatte den Ergebnissen zufolge den stärksten Effekt auf das Demenzrisiko. Eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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