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Liebe Leserinnen und Leser,
Menschen mit Insulinresistenz im Gehirn sprechen weniger gut auf Lebensstilinterventionen an, lagern mehr viszerales Fett ein und verspüren häufiger Heißhunger. Ein Forscherteam um Prof. Stephanie Kullmann von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen hat aus dem Blut von Personen ohne Typ-2-Diabetes epigenetische Marker identifiziert, die sehr präzise anzeigen, ob das Gehirn noch auf Insulin reagiert – oder eben nicht mehr. Die Ergebnisse waren unabhängig von Alter oder Body-Mass-Index (BMI) zuverlässig. „Die jetzt identifizierten epigenetischen Marker könnten künftig als Screening-Instrument dienen, um Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln – etwa durch gesünderen Lebensstil oder Wirkstoffe wie die SGLT2-Inhibitoren, die bei Menschen mit neuronaler Insulinresistenz diese verbesserten“, kommentiert Letztautorin Dr. Meriem Ouni.
Kinder mit Adipositas haben oft adipöse Eltern. Doch die Ursache für diesen Zusammenhang ist bislang unklar. Neue Forschungsergebnisse vom University College London, Vereinigtes Königreich, deuten darauf hin, dass der BMI der Mutter besonders wichtig für denjenigen des Kindes sein könnte, sowohl aufgrund der Auswirkungen der Gene, die Kinder direkt erben, als auch indirekt durch den „Genetic Nurture Effect“. Väter hatten hingegen, abgesehen von den direkt vererbten Genen, nur einen geringen Einfluss auf den BMI ihrer Kinder. Daraus schlussfolgern die Autoren: „Maßnahmen zur Reduzierung von Fettleibigkeit könnten generationenübergreifende Vorteile haben.“
Auch interessant: Für akutes Nierenversagen sind Frauen weniger anfällig als Männer. Das ist bekannt. Doch was sind die Gründe hierfür? Ein deutsches Forscherteam mit internationaler Beteiligung ist diesem Phänomen nachgegangen. In ihrer Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass Östrogene die Ferroptose blockieren. Das natürliche Hormon wirkt dabei wie ein körpereigenes Medikament gegen diesen zentralen Mechanismus von Gewebeverletzungen. Diese Ergebnisse könnten dazu beitragen, eine rationale Grundlage für die Erforschung östrogener Metaboliten oder Ferroptosehemmer als Therapeutika zu schaffen.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.
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