Ausgabe 03/2026

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Freitag, 16. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2026 ist gerade einmal zwei Wochen alt, doch ein Blick in die Nachrichten lässt den Optimismus vieler Menschen bereits schwinden. Dass die US-Regierung Dinge auf den Kopf stellt, ist inzwischen an der Tagesordnung. Dass dazu allerdings auch die Ernährungspyramide gehört, hatte ich ehrlich gesagt nicht auf meiner Bingo-Karte.
Die neuen Empfehlungen decken sich in einigen Punkten weiterhin mit denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), zum Beispiel der Fokus auf Vollkornproduktefrisches Obst und Gemüse sowie ein Verzicht auf gezuckerte Getränke und Lebensmittel. Diskrepanzen gibt es bei den Empfehlungen bezüglich der Proteinzufuhr und den dafür geeigneten Proteinquellen. Die DGE kritisiert aber vor allem das Vorgehen der US-Behörden: Mangelnde Transparenz und inhaltliche Widersprüche lassen an der wissenschaftlichen Grundlage und Interessensneutralität der neuen Richtlinien zweifeln.
 
In zukünftige, aktualisierte Leitlinien sollten womöglich die Ergebnisse einer Analyse in der französischen NutriNet-Santé-Kohortenstudie einfließen. Sie zeigen, dass ein erhöhter Konsum von Lebensmitteln mit Konservierungsstoffen das Risiko für Typ-2-Diabetes um fast 50 Prozent steigert. Laut Studienleiterin Mathilde Touvier bestätigen die Daten die Empfehlung, frische Lebensmittel zu bevorzugen. Gleichzeitig geben sie Anlass, über konkretere Maßnahmen hinsichtlich der Verwendung von Zusatzstoffen nachzudenken, so die Wissenschaftlerin.
Keinen Einfluss auf das Diabetesrisiko hat einer anderen Studie zufolge das Alter bei Eintritt der Menopause. Weder die natürliche noch die chirurgische vorzeitige Menopause standen in einem unabhängigen oder klinisch signifikanten Zusammenhang mit dem Auftreten der Krankheit. Das widerspreche bisherigen Annahmen, so die Autoren, könne den Patientinnen aber auch Mut machen. Der Beginn der Menopause ließe sich nicht beeinflussen, andere Risikofaktoren hingegen schon.
Konzentrieren wir uns also auf das, was wir in der Hand haben – und machen wir gemeinsam das Beste daraus! Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.




   Milo Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
Diabetesrisiko steigt mit höherem Konsum von Konservierungsstoffen

Diabetesrisiko steigt mit höherem Konsum von Konservierungsstoffen

Laut einer französischen Studie ist ein erhöhter Konsum von Konservierungs- und Zusatzstoffen in Lebensmitteln mit einem deutlich höheren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden.

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Hypoglykämien im Blick: mit KI-gestützten Prädiktionen

Die Sorge vor Hypoglykämien begleitet viele Menschen mit Diabetes – und das durchaus berechtigt: Denn Studien zufolge können diese etwa 70 Mal im Jahr auftreten.1 Mit den neuen KI-gestützten Prädiktionen von Accu-Chek SmartGuide können Patient:innen frühzeitig reagieren, um Hypoglykämien zu verhindern bzw. deren Tiefe und Dauer zu verringern.2

Quellen

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Neutrophile ursächlich für Folgeschäden bei Diabetes

Diabetische Folgeschäden in Herz und Nieren sind einer neuen Studie zufolge das Ergebnis einer langanhaltenden Entzündungreaktion von Neutrophilen Granulozyten. Gesteuert wird dieser Prozess von PAD4 – einem Enzym, das somit Ziel neuer Therapieansätze sein könnte.

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Menopause: Kein Einfluss von Ursache und Zeitpunkt auf das Diabetesrisiko

Menopause: Kein Einfluss von Ursache und Zeitpunkt auf das Diabetesrisiko

Trotz eines Anstiegs von Körperfett und Insulinresistenz während der Wechseljahre zeigen neue Studienergebnisse keinen unabhängigen oder klinisch signifikanten Zusammenhang zwischen einer vorzeitigen Menopause und dem Diabetesrisiko.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Lange Krankheitsdauer bei Typ-2-Diabetes führt zu einer Erythrozyten-induzierten vaskulären endothelialen Dysfunktion: Ein Zusammenhang mit miRNA-210-3p
Diabetes 09.01.2026

Störende Effekte von Phthalaten und ihren Ersatzstoffen auf die Steroidogenese der Nebenniere
Front Endocrinol 14.01.2026

Wirksamkeit und Sicherheit von Statinen bei Typ-2-Diabetes in Abhängigkeit vom kardiovaskulären Ausgangsrisiko: Eine Target Trial Emulation-Studie
Ann Intern Med 30.12.2025

Auswirkungen von GLP-1-Rezeptoragonisten auf männliche Sexualhormone, Spermiogramm und Stoffwechselparameter: eine systematische Übersicht
J Sex Med 07.01.2026

 
 

Typ-2-Diabetes: Proteinkartierung afrikanischer Genome eröffnet neue Perspektiven

Eine umfangreiche Untersuchung von Plasmaproteinen bei Menschen afrikanischer Herkunft zeigt: Typ-2-Diabetes folgt keinem einheitlichen Muster. Für eine inklusive Präzisionsmedizin muss die genetische Vielfalt stärker berücktsichtigt werden.

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Lebender Sensor: Hautimplantat leuchtet bei Entzündung

Lebender Sensor: Hautimplantat leuchtet bei Entzündung

Ein Forschungsteam aus Japan hat ein neuartiges, biohybrides Sensorsystem entwickelt: Ein Hautimplantat signalisiert mittels Fluoreszenz, wenn im Körperinneren Entzündungsprozesse stattfinden. Die Studie liefert den ersten Proof-of-Concept für ein „Living Sensor Display“.

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PANORAMA:

Am Uniklinikum Würzburg kam kürzlich erstmals ein neuer Radiotracer zur Diagnostik des Primären Hyperaldosteronismus zum Einsatz. Die ersten „First-in-Human“-Daten sind vielversprechend.
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) äußert sich zu den neuen Ernährungsempfehlungen in den USA und kritisiert vor allem die fehlende Transparenz.
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In Deutschland war die Zahl der Organspenden 2025 so hoch wie zuletzt vor mehr als zehn Jahren – ein Mangel besteht allerdings weiterhin, auch wegen fehlender Zustimmung.
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TERMINE:

JAKademie interdisziplinär 2026
30.01.-31.01.2026
Frankfurt

3. Hallesches Multidisziplinäres Symposium
28.02.2026
Halle

1st Immunology School for Endocrinology
26.03.-27.03.2026
Wien, Österreich

60. Diabetes Kongress
13.05.-14.05.2026
Berlin

 
 

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