Ausgabe 16/2026

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Freitag, 17. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vom Herzschlag über den Tag-Nacht-Rhythmus bis zu den Jahreszeiten: Intervalle finden sich überall in der Natur. Kein Wunder also, dass sie sich bei Menschen so großer Beliebtheit erfreuen. Ob beim Training oder beim Essen – Intervalle liegen weiterhin im Trend.

Ein Cochrane-Review schätzte den Nutzen des Intervallfastens im Vergleich zu anderen Diäten – wenn überhaupt – nur geringfügig größer ein. Die wissenschaftliche Evidenzlage für langfristige Vorteile bei Menschen, auch über den Gewichtsverlust hinaus, ist dünn bis nicht vorhanden. Und Kritiker des Intervallfastens argumentieren, dass die Gewichtsreduktion lediglich auf einem Kaloriendefizit beruhe – egal, ob durch zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme oder Kalorienzählen.

Dennoch hält die Faszination dieser Fastenform bei Abnehmwilligen und Forschenden gleichermaßen an. Die Autorinnen und Autoren einer jüngst in „Nature Medicine“ veröffentlichten Studie wollen herausgefunden haben, dass Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) von Intervallfasten profitieren können. Zwar war die Gewichtsreduktion nach sechs Monaten ähnlich der, die durch Kalorienzählen erzielt wurde. Doch angeblich wirkte sich die zeitlich begrenzte Essensaufnahme (zwischen 13 und 19 Uhr) effektiver auf den Hormonspiegel der Frauen aus.

Wie nachhaltig und biologisch relevant diese Effekte wirklich sind, bleibt allerdings unklar. Eine Gewichtsreduktion wirkt sich auch unabhängig von der Fastenform auf den Testosteronspiegel von Betroffenen aus und steht vor allem bei übergewichtigen Patientinnen mit Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes im Fokus der Behandlung. Doch genau dort mag die Attraktivität des Intervallfastens begründet sein. Kalorienzählen ist nun einmal lästig (habe ich mir sagen lassen). Oder zumindest lästiger als auf die Uhr zu schauen, einen Wecker zu stellen oder eine nette App zu verwenden, die das ganze Unterfangen womöglich noch spaßig erscheinen lässt.

Zwar fehlt es bisher auch diesbezüglich an entsprechenden Langzeitdaten, die eine bessere Adhärenz belegen würden. Vielleicht darf man sich aber auch nicht zu tief im Klein-Klein verlieren. Schließlich führen viele Wege nach Rom. Wichtiger ist es womöglich, das große Ganze im Auge zu behalten. Darauf weist beispielsweise auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin: Entscheidend für das Diabetesrisiko sind nicht einzelne Lebensmittel, sondern das gesamte Ernährungsmuster. Weniger Zucker oder Fett sind also nicht zwingend verkehrt. Ohne eine ansonsten ausgewogene Ernährung verfehlen diese Maßnahmen jedoch ebenso ihr Ziel.

Was die erste zugelassene Immuntherapie bei Typ-1-Diabetes verspricht und welche (überraschenden?) genetischen Ursachen einem neonatalen Diabetes zugrunde liegen können, erfahren Sie außerdem in diesem Newsletter. Eine informative Lektüre und ein entspanntes Erholungsintervall wünscht Ihnen




   Milo Klesse
   Redaktion Diabetologie/Endokrinologie

 

 
 
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Weniger Zucker und Fett im Essen? So einfach ist es laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) nicht, wenn es um die Entstehung eines Typ-2-Diabetes geht. Denn entscheidend für das Diabetesrisiko seien nicht nur einzelne Nährstoffe oder Lebensmittel, sondern das gesamte Ernährungsmuster.

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Nebennierenkarzinome bei Kindern sind zwar selten, aber mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Tumoren unterscheiden sich biologisch und klinisch deutlich von denen bei Erwachsenen. Das wirkt sich erheblich auf Diagnostik und Behandlungsstrategien aus.

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Irisin lindert Fettleibigkeit und Insulinresistenz über IL-33 und regulatorische T-Zellen im Fettgewebe.
Nat Metab 03.04.2026

Risiko einer Knochenüberstimulation bei Langzeittherapie mit PTH(1-34) bei Hypoparathyreoidismus.
Eur J Endocrinol 15.04.2026

Zodasiran zur Senkung des Cholesterin- und Triglyceridspiegels bei Patienten mit Hyperlipidämie: Abschlussbericht einer Phase-I-Basket-Studie.
Nat Med 07.04.2026

Polygene Scores im Kontext: Wie intersektionale Faktoren das relative und absolute genetische Risiko beeinflussen.
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Ein britisches Forschungsteam hat zwei neue Gene als Ursache eines neonatalen autoimmunen Diabetes identifiziert. Das Besondere daran: Die Gene kodieren nicht für Proteine, sondern RNA-Moleküle.

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PANORAMA:

Im westeuropäischen Vergleich ist die vermeidbare Sterblichkeit in weiten Teilen Deutschlands weiterhin hoch. Sind unsere Präventionsmaßnahmen zu mangelhaft?
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Wie beeinflusst der Stoffwechsel das Altern oder Krebs? An der Med Uni Graz steht nun ein 800-MHz-NMR-Spektrometer zur Untersuchung des Metaboloms zur Verfügung.
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Das Protein Picalm reagiert sensibel auf körperliche Aktivität und intermittierendes Fasten – und spielt eine entscheidende Rolle bei der Muskelbildung.
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TERMINE:

28th European Congress of Endocrinology
09.– 12. Mai 2026
Prag (Tschechien)

Global Summit on Diabetes and Endocrinology
22.– 23. Juni 2026
Hybrid, London (Großbritannien)

European Society of Endocrinology Summer School
5.– 8. Juli 2026
Innsbruck (Österreich)

International Congress on Obesity
15.– 17. Juli 2026
Mexiko-Stadt (Mexiko)

 
 

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