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Liebe Leserinnen und Leser,
vom Herzschlag über den Tag-Nacht-Rhythmus bis zu den Jahreszeiten: Intervalle finden sich überall in der Natur. Kein Wunder also, dass sie sich bei Menschen so großer Beliebtheit erfreuen. Ob beim Training oder beim Essen – Intervalle liegen weiterhin im Trend.
Ein Cochrane-Review schätzte den Nutzen des Intervallfastens im Vergleich zu anderen Diäten – wenn überhaupt – nur geringfügig größer ein. Die wissenschaftliche Evidenzlage für langfristige Vorteile bei Menschen, auch über den Gewichtsverlust hinaus, ist dünn bis nicht vorhanden. Und Kritiker des Intervallfastens argumentieren, dass die Gewichtsreduktion lediglich auf einem Kaloriendefizit beruhe – egal, ob durch zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme oder Kalorienzählen.
Dennoch hält die Faszination dieser Fastenform bei Abnehmwilligen und Forschenden gleichermaßen an. Die Autorinnen und Autoren einer jüngst in „Nature Medicine“ veröffentlichten Studie wollen herausgefunden haben, dass Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) von Intervallfasten profitieren können. Zwar war die Gewichtsreduktion nach sechs Monaten ähnlich der, die durch Kalorienzählen erzielt wurde. Doch angeblich wirkte sich die zeitlich begrenzte Essensaufnahme (zwischen 13 und 19 Uhr) effektiver auf den Hormonspiegel der Frauen aus.
Wie nachhaltig und biologisch relevant diese Effekte wirklich sind, bleibt allerdings unklar. Eine Gewichtsreduktion wirkt sich auch unabhängig von der Fastenform auf den Testosteronspiegel von Betroffenen aus und steht vor allem bei übergewichtigen Patientinnen mit Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes im Fokus der Behandlung. Doch genau dort mag die Attraktivität des Intervallfastens begründet sein. Kalorienzählen ist nun einmal lästig (habe ich mir sagen lassen). Oder zumindest lästiger als auf die Uhr zu schauen, einen Wecker zu stellen oder eine nette App zu verwenden, die das ganze Unterfangen womöglich noch spaßig erscheinen lässt.
Zwar fehlt es bisher auch diesbezüglich an entsprechenden Langzeitdaten, die eine bessere Adhärenz belegen würden. Vielleicht darf man sich aber auch nicht zu tief im Klein-Klein verlieren. Schließlich führen viele Wege nach Rom. Wichtiger ist es womöglich, das große Ganze im Auge zu behalten. Darauf weist beispielsweise auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin: Entscheidend für das Diabetesrisiko sind nicht einzelne Lebensmittel, sondern das gesamte Ernährungsmuster. Weniger Zucker oder Fett sind also nicht zwingend verkehrt. Ohne eine ansonsten ausgewogene Ernährung verfehlen diese Maßnahmen jedoch ebenso ihr Ziel.
Was die erste zugelassene Immuntherapie bei Typ-1-Diabetes verspricht und welche (überraschenden?) genetischen Ursachen einem neonatalen Diabetes zugrunde liegen können, erfahren Sie außerdem in diesem Newsletter. Eine informative Lektüre und ein entspanntes Erholungsintervall wünscht Ihnen
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