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Liebe Leserinnen und Leser,
erinnern wir uns: Die COVID-19-Pandemie hatte nicht nur individuell für die von einer Infektion Betroffenen mitunter schwerwiegende Folgen. Sie hatte auch Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft und führte zu merklichen Einschnitten in der medizinischen Versorgung. Aufgrund konkreter Kontaktbeschränkungen, aber auch der Angst vieler Patienten vor einer möglichen Ansteckung in Praxen oder Krankenhäusern, kam es zu Verschiebungen planbarer Eingriffe, zu verzögerten Diagnosen und zu Unterbrechungen bei Therapien. Große Sorge bestand dahingehend vor allem bei Krebspatientinnen und -patienten und deren Behandlern: Würden die durch das Coronavirus verursachten Wartezeiten Einfluss auf das Wachstum und die Operabilität von Tumoren haben oder das Überleben der Betroffenen verschlechtern?
Wissenschaftler aus Halle/Saale haben dies nun gemeinsam mit britischen Kollegen anhand von Daten zu fast 20.000 Patientinnen und Patienten aus 466 Kliniken in 59 Ländern untersucht. Sie geben vorsichtige Entwarnung: Offenbar hatten die Verzögerungen aufgrund der COVID-19-Pandemie keinen erkennbaren negativen Einfluss auf die Rate vollständiger Tumorresektionen. In mehr als 90 Prozent der Fälle gelang eine R0-Resektion, und auch die 30-Tage-Sterblichkeit erhöhte sich laut den Forschenden durch längere Wartezeiten nicht.
Die Studienautoren warnen aber auch: Ihre Ergebnisse können nicht pauschal auf jeden Einzelfall übertragen werden. Auch konnten in der vorliegenden Analyse keine Aussagen zu langfristigen Folgen für das Überleben und das Rezidivrisiko getroffen werden. Mehr zu dieser Studie können Sie in unserem ersten Beitrag lesen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!
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