Liebe Leserinnen und Leser,
laut Schätzungen betrifft das Reizdarmsyndrom in Deutschland – je nach zugrunde gelegten Diagnosekriterien – zwischen vier und 17 Prozent der Bevölkerung. Eine ursächliche Behandlung ist bislang nicht möglich, schließlich sind die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt. Immerhin hat das Reizdarmsyndrom als häufigste funktionelle Darmerkrankung inzwischen das Stigma verloren, lediglich eine psychosomatische Befindlichkeitsstörung zu sein.
Ziel der Behandlung ist es vor allem, die belastenden Beschwerden zu lindern – etwa durch eine Anpassung der Ernährung oder durch Medikamente gegen Symptome wie Durchfall oder Bauchschmerzen. Da die Diagnose Reizdarmsyndrom häufig schon in jungen Lebensjahren gestellt wird, hat eine US-amerikanische Forschergruppe nun die Langzeitsicherheit von Medikamenten untersucht, die in diesem Kontext eingesetzt werden.
Aus ihrer großen Langzeitstudie mit Daten von mehr als 669.000 Personen und aus einem Zeitraum von zwei Jahrzehnten schließen die Wissenschaftler, dass einige der häufig eingesetzten Medikamente zur Behandlung des Reizdarmsyndroms mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden sein könnten. Auf individueller Ebene sei der Risikoanstieg zwar gering, insgesamt bewerten die Forschenden ihn jedoch als „signifikant und besorgniserregend“. Mehr zu dieser aktuellen Publikation erfahren Sie in unserem ersten Beitrag.
In einer weiteren aktuellen US-Studie zum Thema Reizdarmsyndrom haben sich deren Autoren mit Ungleichheiten bei der Diagnosestellung zwischen Männern und Frauen sowie verschiedenen ethnischen Gruppen beschäftigt. Zu welchen Erkenntnissen die Forschenden dabei kamen, können Sie ebenfalls in unserem Newsletter lesen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!
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