Verändertes Darmmikrobiom bei Kindern mit seltener Nahrungsmittelallergie13. April 2026 © Maryna – stock.adobe.com (Symbolbild) Kinder mit der seltenen, aber schweren allergischen Erkrankung FPIES weisen atypische Darmmikrobiota im Vergleich zu gesunden Kindern auf. Dies zeigt eine neue Studie der Universität Umeå (Schweden). Das Food-Protein‑Induced-Enterocolitis-Syndrom (FPIES) ist eine nicht Immunglobulin-E(IgE)‑vermittelte Form der Nahrungsmittelallergie, bei der der Körper ohne die üblichen, spezifischen IgE‑Allergieantikörper reagiert. Dadurch treten die Symptome verzögert auf und betreffen vor allem den Gastrointestinaltrakt, statt sich in Hautausschlägen oder respiratorischen Beschwerden zu äußern. Die Erkrankung beginnt typischerweise im Säuglingsalter und kann zu schwerem Erbrechen, Diarrhö und Kreislaufsymptomen führen. In einer aktuellen Studie im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ analysierten die Forschenden Stuhlproben von 56 Kindern mit neu diagnostiziertem FPIES und verglichen sie mit Proben von 43 altersangepassten Kindern ohne Allergien. Die Kinder wurden in drei Altersgruppen eingeteilt, die das erste Lebensjahr abdeckten. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alter der stärkste Faktor für die bakterielle Zusammensetzung war, FPIES jedoch zusätzlich klar mit Veränderungen der Darmmikrobiota verbunden war. Weniger Bifidobacterium, mehr Haemophilus Die Studie ergab unter anderem, dass Kinder mit FPIES niedrigere Spiegel von Bifidobacterium und Verrucomicrobiota aufwiesen, während Bakterien wie Bacteroides, Haemophilus und Veillonella häufiger nachweisbar waren. Bestimmte auslösende Nahrungsmittel für FPIES waren ebenfalls mit zusätzlichen Veränderungen der Darmmikrobiota assoziiert. „FPIES ist eine klinisch herausfordernde Diagnose, und derzeit fehlen uns verlässliche Biomarker. Durch die Verknüpfung klinischer Beobachtungen mit detaillierten Analysen der Darmmikrobiota können wir schrittweise ein kohärenteres Bild der Erkrankung aufbauen“, sagt Dr. Anna Winberg, Oberärztin am Department of Clinical Sciences der Universität Umeå. Entwicklung allergischer Erkrankungen weiter erforschen Die Studie liefert darüber hinaus neue Erkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen der frühen Darmmikrobiota und der Entwicklung allergischer Erkrankungen und stärkt die Sichtweise, dass frühe biologische Faktoren langfristige Konsequenzen für die Gesundheit von Kindern haben können. „Diese Studie beruht auf systematisch zum Zeitpunkt der Diagnose erhobenen Proben und auf hochauflösenden Analysen und liefert damit einen robusten und vergleichbaren Datensatz. Mit der Zeit können diese Ergebnisse zur Entwicklung stärker individualisierter Strategien für Diagnostik, Prävention oder Therapie beitragen, wenngleich solche Anwendungen weitere Forschung erfordern werden“, sagt Prof. Christina West vom Department of Clinical Sciences der Universität Umeå. (ins)
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