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Liebe Leserinnen und Leser,
dass sich eine ungesunde, insbesondere fettreiche Ernährung negativ auf die Lebergesundheit auswirkt, ist wohlbekannt. Es mehren sich auch die Kenntnisse zu den negativen Einflüssen von Mikroplastik in der Umwelt auf den menschlichen Körper. Das solche winzigen Partikel auch in die Leber gelangen können, wurde bereits gezeigt. Was aber, wenn diese beiden schädlichen Bedingungen zusammenkommen? Vor wenigen Monaten hatten Vertreter des Centre of Environmental Hepatology der Universität Plymouth in Großbritannien in einer Veröffentlichung das Konzept der „kunststoffinduzierten Leberschädigung“ vorgeschlagen. Dabei stellten sie auch die Vermutung auf, dass Mikroplastik die Progression bestehender Lebererkrankungen verstärken könnte.
Nun haben Forschende in einer aktuellen Untersuchung an einem Mausmodell Hinweise auf einen synergistischen Effekt von Mikroplastik und ungesunder Ernährung gefunden, wenn es um die Entstehung von Lebererkrankungen geht. In der Studie wiesen Tiere, die fettreiches Futter erhielten und Mikroplastik ausgesetzt waren, mehr als doppelt so hohe Marker für Leberschäden auf wie normal ernährte Tiere mit derselben Exposition. Unter Einsatz räumlicher Transkriptomik identifizierten die Wissenschaftler spezifische „Hotspots“ der Leberschädigung. Mechanistisch, so erklären sie, scheine der Genregulator PPAR-α beteiligt zu sein, der über das Gen ANXA2 möglicherweise Reparatur- und Abwehrprozesse der Leber beeinträchtigt.
Das vereinfachte Fazit der Studie könnte lauten: Wenn man den einen Faktor – Mikroplastik in der Umwelt – kaum beeinflussen kann (wohl niemals völlig und schon gar nicht in naher Zukunft), kommt es umso mehr darauf an, den vermeidbaren Faktor – ungesunde Ernährung – in den Griff zu bekommen.
Ebenfalls um die Leber, genauer gesagt um die intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase (ICP), geht es in einer weiteren aktuellen Arbeit: Darin hat eine internationale Arbeitsgruppe genetische Daten zu skandinavischen Frauen mit einer ICP-Vorgeschichte mit denen einer Kontrollgruppe verglichen. Die Forschenden identifizierten 26 Genregionen, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen. Zehn davon waren bisher unbekannt. Die dort liegenden Gene haben Einfluss die Verarbeitung von Gallensäuren, Fetten und Cholesterin in der Leber. Die Autoren sehen in ihren Beobachtungen die Annahme bestätigt, dass eine Störung des Leberstoffwechsels ursächlich für die ICP ist.
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