Ausgabe 26/2026

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Mittwoch, 24. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

dass sich eine ungesunde, insbesondere fettreiche Ernährung negativ auf die Lebergesundheit auswirkt, ist wohlbekannt. Es mehren sich auch die Kenntnisse zu den negativen Einflüssen von Mikroplastik in der Umwelt auf den menschlichen Körper. Das solche winzigen Partikel auch in die Leber gelangen können, wurde bereits gezeigt. Was aber, wenn diese beiden schädlichen Bedingungen zusammenkommen? Vor wenigen Monaten hatten Vertreter des Centre of Environmental Hepatology der Universität Plymouth in Großbritannien in einer Veröffentlichung das Konzept der „kunststoffinduzierten Leberschädigung“ vorgeschlagen. Dabei stellten sie auch die Vermutung auf, dass Mikroplastik die Progression bestehender Lebererkrankungen verstärken könnte.

Nun haben Forschende in einer aktuellen Untersuchung an einem Mausmodell Hinweise auf einen synergistischen Effekt von Mikroplastik und ungesunder Ernährung gefunden, wenn es um die Entstehung von Lebererkrankungen geht. In der Studie wiesen Tiere, die fettreiches Futter erhielten und Mikroplastik ausgesetzt waren, mehr als doppelt so hohe Marker für Leberschäden auf wie normal ernährte Tiere mit derselben Exposition. Unter Einsatz räumlicher Transkriptomik identifizierten die Wissenschaftler spezifische „Hotspots“ der Leberschädigung. Mechanistisch, so erklären sie, scheine der Genregulator PPAR-α beteiligt zu sein, der über das Gen ANXA2 möglicherweise Reparatur- und Abwehrprozesse der Leber beeinträchtigt.

Das vereinfachte Fazit der Studie könnte lauten: Wenn man den einen Faktor – Mikroplastik in der Umwelt – kaum beeinflussen kann (wohl niemals völlig und schon gar nicht in naher Zukunft), kommt es umso mehr darauf an, den vermeidbaren Faktor – ungesunde Ernährung – in den Griff zu bekommen.

Ebenfalls um die Leber, genauer gesagt um die intrahepatische Schwangerschafts-Cholestase (ICP), geht es in einer weiteren aktuellen Arbeit: Darin hat eine internationale Arbeitsgruppe genetische Daten zu skandinavischen Frauen mit einer ICP-Vorgeschichte mit denen einer Kontrollgruppe verglichen. Die Forschenden identifizierten 26 Genregionen, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen. Zehn davon waren bisher unbekannt. Die dort liegenden Gene haben Einfluss die Verarbeitung von Gallensäuren, Fetten und Cholesterin in der Leber. Die Autoren sehen in ihren Beobachtungen die Annahme bestätigt, dass eine Störung des Leberstoffwechsels ursächlich für die ICP ist.

Mehr zu diesen beiden und zu weiteren Themen können Sie in unserem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal lesen. Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!




   Ihre
   Britta Achenbach

 

 
 
Steatotische Lebererkrankungen: Hinweise auf mögliche Verschlechterung durch Mikroplastik

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Seit Jahren wird daran geforscht, welche Gesundheitsrisiken die Exposition gegenüber Mikroplastik aus der Umwelt darstellt. Neue Erkenntnisse aus einem Tiermodell deuten auf die Gefahren von Polyethylen-Mikropartikeln für die Leber bei fettreicher Ernährung hin.

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STIKO-Update: Prevenar 20® für junge Risikopatient:innen

Denken Sie bei Ihren jungen Patient:innen z. B. mit chron.-entzündl. Darmerkrankungen (MC, CU) an den Pneumokokken-Schutz!1 Denn: Das Risiko für eine invasive Pneumokokken-Erkrankung ist bei Kindern mit mind. einer Ko-Morbidität bis zu 17,8-fach erhöht.2 Nur Prevenar 20® ist STIKO-empfohlen & erstattbar für die Pneumokokken-Indikationsimpfung, seit Kurzem auch für 2–17-Jährige.2

Fachinformation | Referenzen

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Schwangerschaftsbedingte Lebererkrankung: Genetische Studie deckt bisher unbekannte Faktoren auf

Die Ergebnisse einer neuen Studie eröffnen neue Ansätze für die Erforschung schwangerschaftsbedingter Lebererkrankungen. Sie weisen außerdem den Weg hin zu neuen Strategien, um ICP-Risikogruppen zu identifizieren, die Diagnose und die Therapie zu verbessern sowie die Früherkennung damit verbundener Erkrankungen zu unterstützen.

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Leberkrebs: Neues Analyseverfahren verhilft zu kürzeren Operationszeiten

Leberkrebs: Neues Analyseverfahren verhilft zu kürzeren Operationszeiten

Bei der Analyse von der Leber entnommener Proben kann die Identifizierung von Anomalien mit Unterstützung durch Künstliche Intelligenz (KI) aufwendige histologische Untersuchungen reduzieren. Das berichten Forschende von Fraunhofer Austria.

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Pankreaskarzinom: Achillesferse KRAS-mutierter Tumoren gefunden

Ein Kölner Forschungsteam hat einen neuen Therapieansatz gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs identifiziert. Der Ansatz nutzt KRAS-Mutationen aus, um dessen Zellen für das Immunsystem wieder angreifbar zu machen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Auswirkungen des Einsatzes von Protonenpumpenhemmern in der Vergangenheit auf das Überleben bei Magenkrebs: Eine bevölkerungsbezogene Kohortenstudie in den fünf skandinavischen Ländern.
Am J Gastroenterol 09.06.2026

Gesundheitlicher Nutzen, Kosten und Kosteneffektivität von Strategien zur Eliminierung von Hepatitis C in Haftanstalten.
JAMA Intern Med 2026;186(5):585–595.

Scrollen für die Wissenschaft: Bewertung der Qualität und Genauigkeit von Inhalten zu Morbus Crohn in Instagram-Reels.
PLoS One 2026;21(6):e0350430.

 
 
 
 
Darmkrebsforschung rückt Immunzellen stärker in den Fokus

Darmkrebsforschung rückt Immunzellen stärker in den Fokus

Forschende der Medizinischen Universität Wien beschreiben in einer neuen Publikation einen bisher wenig beachteten Mechanismus bei metastasiertem Darmkrebs.

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KURZMELDUNGEN:

Künftig müssen Krankenhäuser eine Mindestmenge bei der chirurgischen Behandlung des Magenkarzinoms erfüllen: Für planbare Operationen wegen Magenkrebs gilt nach Übergangsfristen ab dem Jahr 2031 eine Mindestmenge von 20 pro Jahr und Standort.
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Eine OECD-Vergleichsstudie zeigt, dass Primärarztsysteme international weit verbreitet sind, ihre Wirksamkeit jedoch maßgeblich von verbindlichen Steuerungsinstrumenten, infrastrukturellen Rahmenbedingungen und der Ausgestaltung im Detail abhängt.
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Immer höhere Milliardenkosten für die Gesundheitsversorgung sollen unter Kontrolle kommen. Für ein Spargesetz wird es jetzt ernst. Populär sind die geplanten Einschnitte nicht – bis auf Ausnahmen.
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TERMINE:

CO|OPERATION München
23. Juni 2026
München

DGVS Digital: Gastroenterologische Infektionen 2026 (Teil IV)
24. Juni 2026
online

58th European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition Annual Meeting
25.–27. Juni 2026
Lille (Frankreich)

Endo-Ernährung – EndoAkademie trifft Südwestdeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie
26. Juni 2026
Heidelberg

excellence in oncology – Gastrointestinale Tumoren
27. Juni 2026
online

 
 

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