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Liebe Leserinnen und Leser,
in der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom werden bei Diarrhoe als dominierendem Symptom neben Allgemeinmaßnahmen auch Ernährungsinterventionen und der Einsatz eines topischen Antibiotikums erwähnt. Diese beiden – konkret den Verzicht auf fermentierbare Kohlenhydrate (Low-FODMAP-Diät) und Rifaximin – haben nun US-Forscher in einer kleinen randomisierten kontrollierten Studie verglichen. Dabei stellten sie auch fest, dass eine Analyse des Darmmikrobioms möglicherweise präzisere Behandlungsempfehlungen in Bezug auf diese beiden Maßnahmen und Vorhersagen des jeweiligen Therapieerfolges bei einzelnen Patienten zulassen könnte.
Abgesehen davon, dass dieser Studie zufolge eine Beurteilung des Darmmikrobioms dazu beitragen könnte, sich bei entsprechenden Betroffenen für eine der beiden Interventionen zu entscheiden: Erwähnt werden muss, dass Rifaximin in den USA seit dem Jahr 2015 für die Behandlung des Reizdarmsyndrom mit prädominanter Diarrhoe zugelassen ist – in Deutschland aber nicht. Hierzulande kann das Medikament in diesem Kontext im Einzelfall nur off-label verordnet werden – und dies im Falle mangelnder Kooperation der Krankenkasse nur über Privatrezept. Sind also auch vor diesem Hintergrund eine Ernährungsumstellung und ein Verzicht auf FODMAP-haltige Lebensmittel von vorneherein sinnvoller, egal, was die Darmmikrobiom-Analyse sagt? Der Erfolg einer solchen Ernährungsintervention wiederum hängt stark vom Patienten ab – von seiner Mitarbeit, und letztlich vermutlich auch von seinem Leidensdruck. Wenn es also für beides ein Für und Wider gibt, könnte es vielleicht doch lohnen, das Darmmikrobiom als Entscheidungshilfe heranzuziehen. Schließlich fanden die Autoren der erwähnten Studie auch eine spezifische mikrobielle Signatur bei Patienten, die auf keine der beiden Behandlungen reagierten.
Lesen Sie außerdem in dieser Woche, was sich mit dem zielgerichteten Medikament Trastuzumab Deruxtecan beim HER2-positiven, metastasierten Darmkrebs erreichen lässt – darüber wurde kürzlich bei der Jahrestagung der American Association for Cancer Research berichtet.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!
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