Ausgabe 18/2026

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Mittwoch, 29. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

in der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom werden bei Diarrhoe als dominierendem Symptom neben Allgemeinmaßnahmen auch Ernährungsinterventionen und der Einsatz eines topischen Antibiotikums erwähnt. Diese beiden – konkret den Verzicht auf fermentierbare Kohlenhydrate (Low-FODMAP-Diät) und Rifaximin – haben nun US-Forscher in einer kleinen randomisierten kontrollierten Studie verglichen. Dabei stellten sie auch fest, dass eine Analyse des Darmmikrobioms möglicherweise präzisere Behandlungsempfehlungen in Bezug auf diese beiden Maßnahmen und Vorhersagen des jeweiligen Therapieerfolges bei einzelnen Patienten zulassen könnte.

Abgesehen davon, dass dieser Studie zufolge eine Beurteilung des Darmmikrobioms dazu beitragen könnte, sich bei entsprechenden Betroffenen für eine der beiden Interventionen zu entscheiden: Erwähnt werden muss, dass Rifaximin in den USA seit dem Jahr 2015 für die Behandlung des Reizdarmsyndrom mit prädominanter Diarrhoe zugelassen ist – in Deutschland aber nicht. Hierzulande kann das Medikament in diesem Kontext im Einzelfall nur off-label verordnet werden – und dies im Falle mangelnder Kooperation der Krankenkasse nur über Privatrezept. Sind also auch vor diesem Hintergrund eine Ernährungsumstellung und ein Verzicht auf FODMAP-haltige Lebensmittel von vorneherein sinnvoller, egal, was die Darmmikrobiom-Analyse sagt? Der Erfolg einer solchen Ernährungsintervention wiederum hängt stark vom Patienten ab – von seiner Mitarbeit, und letztlich vermutlich auch von seinem Leidensdruck. Wenn es also für beides ein Für und Wider gibt, könnte es vielleicht doch lohnen, das Darmmikrobiom als Entscheidungshilfe heranzuziehen. Schließlich fanden die Autoren der erwähnten Studie auch eine spezifische mikrobielle Signatur bei Patienten, die auf keine der beiden Behandlungen reagierten. 

Lesen Sie außerdem in dieser Woche, was sich mit dem zielgerichteten Medikament Trastuzumab Deruxtecan beim HER2-positiven, metastasierten Darmkrebs erreichen lässt – darüber wurde kürzlich bei der Jahrestagung der American Association for Cancer Research berichtet.

Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!




   Ihre
   Britta Achenbach

 

 
 
Low-FODMAP oder Antibiotikum bei Reizdarm? Darmmikrobiom sagt möglicherweise den Behandlungserfolg voraus

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Bei Patienten mit von Diarrhoe geprägtem Reizdarmsyndrom (RDS-D) können eine Ernährungsweise, die arm an fermentierbaren Kohlenhydraten ist (Low-FODMAP), und das Antibiotikum Rifaximin vergleichbare und signifikante Linderung verschaffen.

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Real-World-Daten: Zielgerichtete Therapie verlängert Überleben bei aggressiven Formen von Darmkrebs

Der HER2-positive, metastasierte Darmkrebs spricht häufig nur unzureichend auf Standard-Chemotherapien an. Neue Daten, die kürzlich auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) in San Diego (USA) vorgestellt wurden, lassen nun hoffen.

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Mit SteQeyma™ profitieren Gastroenterologen und ihre Patienten von hoher Flexibilität: Neben Fertigspritze und Infusionsoption steht das Ustekinumab-Biosimilar nun auch als Fertigpen zur Verfügung. Die einmalige Rücklagerung in den Kühlschrank innerhalb von 31 Tagen unterstützt ein praxisnahes Handling. Ergänzt wird dies durch eine auf 4 Jahre verlängerte Haltbarkeit.

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Neuer zellulärer Angriffspunkt verhindert Hepatitis-E-Infektion

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Ein internationales Forschungsteam hat einen vielversprechenden neuen Ansatz zur Behandlung von Infektionen mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV) identifiziert. Im Zentrum der Studie steht der Wirkstoff Apilimod.

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Fatigue bei PBC und PSC: Was gab es Neues beim EASL 2025?

Beim EASL 2025 wurden in mehreren Beiträgen verschiedene Aspekte der Fatigue als belastendes Symptom cholestatischer Lebererkrankungen wie PBC und PSC beleuchtet. Berichtet wurden unter anderem Zusammenhänge zwischen Fatigue und biochemischen Parametern bzw. Zirrhose. Erfahren Sie mehr über die beim EASL 2025 vorgestellten Daten und bleiben Sie gespannt auf neue Daten beim EASL 2026.

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Hohes Diabetesrisiko trotz langfristigem Gewichtsverlust?

Gesunde Ernährung, Abnehmen und mehr Bewegung können Typ-2-Diabetes wirksam vorbeugen. Allerdings profitieren nicht alle Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko in gleichem Maße von Lebensstilinterventionen, wie eine Tübinger Studie zeigt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Mikroplastik, Nanoplastik und Lebererkrankungen: ein neues Gesundheitsproblem?
Nat Rev Gastroenterol Hepatol 07.04.2026

Camrelizumab plus CAPOX mit Camrelizumab-basierter Erhaltungstherapie versus CAPOX allein in der Erstlinie bei Adenokarzinomen des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs: randomisierte Phase-III-Studie.
BMJ 2026;392:e086115.

Hochkalorische versus schrittweise ansteigende Energiezufuhr in der Frühphase der akuten Pankreatitis (GOULASH). Eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte klinische Studie.
Gut 2026;75(5):995–1002.
 
 
 
 
Die Folgen von zu vielen Snacks während des Lockdowns

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Menschen mit einem gestörtem Glukosestoffwechsel, die während der COVID-19-Pandemie vermehrt zu Snacks griffen und sich weniger bewegten, scheinen auch nach dem Lockdown größere Probleme mit ihrem Blutzucker zu haben. Darauf deuten die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie in Japan hin.

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KURZMELDUNGEN:

Forschende der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg wollen potenzielle Zusammenhänge zwischen Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und der Parkinson-Krankheit erforschen und so Diagnose und Therapie beider Erkrankungen verbessern.
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Ein niedersächsisches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung von präziseren Diagnoseverfahren für Kollagenosen. Im Fokus stehen dabei zwei Typen von Immunreaktionen.
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Ein Forschungsteam der RWTH Aachen hat eine wichtige Methode der metagenomischen Mikrobiomanalyse systematisch auf Potenzial und Grenzen geprüft. Die Ergebnisse sollen ein präziseres Verständnis davon ermöglichen, welche Bakterien den menschlichen Darm besiedeln und wie sie unsere Gesundheit beeinflussen.
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