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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Gastroenterologie,
sich nur mittels Abgabe einer Blutprobe auf Darmkrebs testen lassen zu können – diese Vorstellung ist für die meisten Menschen vermutlich vergleichsweise verlockend, wenn sie sich schon einmal für ein Screening zwecks Vorsorge entschieden haben. Denn: Vor einer Koloskopie schrecken viele zurück, auch der Umgang mit einer Stuhlprobe ist für manchen möglicherweise eher unangenehm. Aber eine Blutabnahme: Damit kann man gut umgehen, würden sich die meisten denken. US-Forscher haben nun die drei Verfahren im Hinblick darauf verglichen, welchen Einfluss sie auf Bevölkerungsebene auf Darmkrebsraten, Todesfälle und Kosten-Nutzen-Verhältnis haben.
Die Ergebnisse ihre Datenmodellierung veranlassen die Studienautoren zu der Warnung, dass Bluttests die Kolorektalkrebsrate nur dann werden senken können, wenn die Untersuchten mit positivem Blutbefund danach auch noch eine Koloskopie durchführen lassen. Die Arbeitsgruppe berechnete für eine alleinige Verwendung von Bluttests anhand der zusammengetragenen Daten eine mehr als doppelt so hohe Kolorektalkrebsinzidenz und Anzahl der damit zusammenhängenden Todesfälle wie bei der Darmspiegelung.
Bleiben wir im Darm: Das Mikrobiom, so zeigen Forschungsergebnisse aus unterschiedlichsten medizinischen Fachgebieten seit Jahren, kann viel und bildet vieles ab, was im menschlichen Körper gut oder schlecht läuft. So haben die Autoren einer Untersuchung an mehr als 150 Personen bestimmte Veränderungen in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms bei solchen Probanden festgestellt, die sich gesellschaftlich diskriminiert fühlten. Die Wissenschaftler konnten sogar mit einer Genauigkeit von 91 Prozent vorhersagen, welche Studienteilnehmer Diskriminierung ausgesetzt waren, indem sie nur deren Stuhlproben analysierten.
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Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche,
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