Liebe Leserinnen und Leser,
Brustkrebs ist eine schwerwiegende Erkrankung, deren Therapie nicht selten mit erheblichen Nebenwirkungen einhergeht. Ein Bluttest könnte nun bei einer bestimmten Patientinnengruppe helfen, diese zu vermeiden: Werden Blutproben von Frauen über 70 Jahren mit östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs zu Beginn oder im Verlauf einer endokrinen Therapie negativ auf zirkulierende Tumor-DNA getestet, zeigen die Patientinnen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen stabilen Krankheitsverlauf oder eine Tumorverkleinerung. In dieser Gruppe könnten zusätzliche Operation und Bestrahlung daher mehr Nebenwirkungen als Nutzen mit sich bringen.
Weniger schwerwiegend, aber ebenfalls belastend, ist die bakterielle Vaginose, von der weltweit bis zu 30 Prozent der Frauen betroffen sind. Ein internationales Forscherteam hat nun einen neuen Ansatz zur Rezidivprophylaxe untersucht. Die Gabe eines Multistamm-Probiotikums führte zu einer stabileren Besiedelung des vaginalen Mikrobioms mit schützenden Lactobacillus crispatus-Stämmen und verringerte das Rezidivrisiko signifikant. In weiteren Studien soll der Ansatz nun optimiert und perspektivisch zur Zulassung geführt werden.
Zu guter Letzt noch einmal zurück zu älteren Frauen, diesmal allerdings ohne Krebserkrankung. Postmenopausale Frauen haben aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels bekanntermaßen ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Neu ist hingegen ein jüngst beobachteter Zusammenhang: Frauen mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko – in der Studie anhand des PREVENT-Scores der American Heart Association bestimmt – hatten auch ein deutlich höheres Risiko für Knochenfrakturen. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko gezielt jene Patientinnen identifizieren könnte, die von einer Knochendichtemessung oder einer weiterführenden Abklärung profitieren.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und schöne Osterfeiertage!
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