Ausgabe 19/2026

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Donnerstag, 07. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

auf den Atem konzentrieren, progressive Muskelrelaxation, Entspannungstees – die Liste an Möglichkeiten zur Beruhigung ist lang. Und doch lassen sich ausgeprägte Unruhe und Angstzustände nicht immer ohne medikamentöse Unterstützung kontrollieren – auch in der Schwangerschaft. Entsprechend groß ist die Verunsicherung hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den Fötus. Eine große südkoreanische Kohortenstudie liefert hierzu nun zumindest teilweise Entwarnung: In den Daten von mehr als drei Millionen Schwangerschaften zeigte sich kein erhöhtes Risiko für psychiatrische oder neurologische Erkrankungen bei Kindern, die pränatal Benzodiazepinen oder Z-Hypnotika ausgesetzt waren. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, sodass kausale Zusammenhänge nicht sicher abgeleitet werden können. Weitere Untersuchungen sind daher erforderlich, um die Sicherheit von Sedativa in der Schwangerschaft abschließend zu bewerten.

Gefährlich für Mutter und Kind ist die Präeklampsie. Zur Vorbeugung einer Eklampsie kann Betroffenen Magnesiumsulfat gegeben werden. Die Behandlung kann jedoch unerwünschte Wirkungen hervorrufen und erfordert eine Überwachung. Eine internationale Forschergruppe entdeckte nun zehn Prodromalsymptome, die bei Frauen mit Präeklampsie stark mit dem Auftreten einer Eklampsie assoziiert sind. Sie könnten zu einer präziseren klinischen Entscheidungsfindung hinsichtlich der Behandlungsbedürftigkeit beitragen.

Ebenfalls im Zusammenhang mit der Präeklampsie steht das Protein sFlt-1. Es wird von der Plazenta produziert und bei Präeklampsie in großen Mengen ins Blut abgegeben – mit wiederum negativen Folgen für die Durchblutung der Plazenta. Könnte sich daher eine Senkung des sFlt-1-Spiegels mittels Apherese positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken? In einer kürzlich publizierten Pilotstudie ließ sich mit einem solchen Vorgehen die Zeit bis zu einem notwendigen Kaiserschnitt um einige Tage verlängern. Wie deutsche Experten die Studie einordnen, erfahren Sie im entsprechenden Beitrag.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Beruhigungsmittel in der Schwangerschaft nicht mit psychiatrischen Störungen bei Kindern assoziiert

Beruhigungsmittel in der Schwangerschaft nicht mit psychiatrischen Störungen bei Kindern assoziiert

Eine südkoreanische Studie, die im Fachjournal „BMJ“ veröffentlicht wurde, fand kein erhöhtes Risiko für psychiatrische oder neurologische Entwicklungsstörungen wie ADHS und Autismus bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft Beruhigungsmittel (Benzodiazepine oder Z-Hypnotika) einnahmen.

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Apherese als mögliche Behandlung bei Präeklampsie

Eine Präeklampsie ist bislang nur durch einen Kaiserschnitt zu behandeln, was je nach Reifegrad eine Gefahr für das Kind ist. Eine neue Studie deutet nun darauf hin, dass die Schwangerschaft mit einer Apherese ohne Komplikationen verlängert werden kann.

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Neu identifizierte Symptome könnten das Risiko für Eklampsie vorhersagen

Neu identifizierte Symptome könnten das Risiko für Eklampsie vorhersagen

Zehn bisher unbekannte Symptome könnten auf ein erhöhtes Risiko für Eklampsie bei Schwangeren mit Präeklampsie hinweisen – und somit eine rechtzeitige präventive Behandlung für die betroffenen Patientinnen ermöglichen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Verlängerte endokrine Therapie und Überleben bei verschiedenen Brustkrebs-Subtypen bei prämenopausalen Patientinnen.
JAMA Netw Open 2026;9(5):e2610427.

Zusammenhang zwischen einer gesunden pflanzlichen Ernährung im Zeitraum vor und nach der Empfängnis und unerwünschten Schwangerschaftsausgängen.
J Nutr 02.05.2026

Resektion der Narbe nach einem Kaiserschnitt während einer wiederholten Kaiserschnittentbindung zur Verhinderung der Bildung einer Isthmozele: eine randomisierte kontrollierte Studie.
BMC Pregnancy Childbirth 04.05.2026

Letrozol-Gabe während der ovariellen Stimulation: Intrafollikuläre Konzentrationen, Auswirkungen auf die Steroidogenese und Schwangerschaftsausgang – eine Sekundäranalyse.
J Assist Reprod Genet 04.05.2026

 
 

Höhere Griffkraft in der Frühschwangerschaft mit geringerem Risiko für Schwangerschaftshypertonie assoziiert

Forscher berichten, dass die Griffkraft im frühen Stadium der Schwangerschaft umgekehrt proportional zum Risiko Schwangerschaftshypertonie ist.

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Mütterlicher Milchkonsum beeinflusst Lipidprofil der Muttermilch

Mütterlicher Milchkonsum beeinflusst Lipidprofil der Muttermilch

Die Ergebnisse einer Pilotstudie mit 100 ausschließlich stillenden Frauen deuten darauf hin, dass der Milchkonsum der Mutter mit einer verringerten Konzentration zahlreicher Lipide in der Muttermilch einhergeht. Die Studienergebnisse wurden auf der Jahrestagung der Pediatric Academic Societies (PAS) 2026 in Boston vorgestellt.

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KURZMELDUNGEN:

US-amerikanische Forscher haben eine neuartige mikrofluidische KI-Plattform entwickelt, die das Brustkrebsrisiko von Frauen auf Zellebene bestimmen kann.
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Der erste umfassende Atlas des weiblichen Fortpflanzungssystems zeigt, dass Organe während der Menopause tiefgreifende und ungleichmäßige Veränderungen durchlaufen.
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Der Weg bis zur Diagnose der Endometriose dauert oft mehrere Jahre, was hauptsächlich an der Diversität der Symptome liegt.
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TERMINE:

34. Osteoporoseforum
28.–30.Mai 2026
St. Wolfgang im Salzkammergut (Österreich)

AGO Zertifizierungskurs Gynäko-Onkologie
29.–30. Mai 2026
Berlin

Symposium 2026: Der Beckenboden – Evidenz, Herausforderungen, Perspektiven
10. Juni 2026
Regensburg

68. Kongress der Deutschen STI-Gesellschaft
11.–13. Juni 2026
Berlin

 
 

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