|
Liebe Leserinnen und Leser,
auf den Atem konzentrieren, progressive Muskelrelaxation, Entspannungstees – die Liste an Möglichkeiten zur Beruhigung ist lang. Und doch lassen sich ausgeprägte Unruhe und Angstzustände nicht immer ohne medikamentöse Unterstützung kontrollieren – auch in der Schwangerschaft. Entsprechend groß ist die Verunsicherung hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den Fötus. Eine große südkoreanische Kohortenstudie liefert hierzu nun zumindest teilweise Entwarnung: In den Daten von mehr als drei Millionen Schwangerschaften zeigte sich kein erhöhtes Risiko für psychiatrische oder neurologische Erkrankungen bei Kindern, die pränatal Benzodiazepinen oder Z-Hypnotika ausgesetzt waren. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, sodass kausale Zusammenhänge nicht sicher abgeleitet werden können. Weitere Untersuchungen sind daher erforderlich, um die Sicherheit von Sedativa in der Schwangerschaft abschließend zu bewerten.
Gefährlich für Mutter und Kind ist die Präeklampsie. Zur Vorbeugung einer Eklampsie kann Betroffenen Magnesiumsulfat gegeben werden. Die Behandlung kann jedoch unerwünschte Wirkungen hervorrufen und erfordert eine Überwachung. Eine internationale Forschergruppe entdeckte nun zehn Prodromalsymptome, die bei Frauen mit Präeklampsie stark mit dem Auftreten einer Eklampsie assoziiert sind. Sie könnten zu einer präziseren klinischen Entscheidungsfindung hinsichtlich der Behandlungsbedürftigkeit beitragen.
Ebenfalls im Zusammenhang mit der Präeklampsie steht das Protein sFlt-1. Es wird von der Plazenta produziert und bei Präeklampsie in großen Mengen ins Blut abgegeben – mit wiederum negativen Folgen für die Durchblutung der Plazenta. Könnte sich daher eine Senkung des sFlt-1-Spiegels mittels Apherese positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken? In einer kürzlich publizierten Pilotstudie ließ sich mit einem solchen Vorgehen die Zeit bis zu einem notwendigen Kaiserschnitt um einige Tage verlängern. Wie deutsche Experten die Studie einordnen, erfahren Sie im entsprechenden Beitrag.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!
|