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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Gynäkologie,
für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms waren bisher 16 genomische Risikofaktoren bekannt. Nun haben Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) fünf weitere entdeckt. In ihrer Studie analysierten sie die Daten von rund 17.000 Patientinnen mit Endometriumkarzinom. Eines der neuen Risikogene ist NAV3. Die Wissenschaftler haben es genauer untersucht und festgestellt: Wurde das Gen stillgelegt, so wuchsen die Gebärmutterzellen schneller. Die Relevanz der Ergebnisse erklärt Dr. Thilo Dörk-Bousset von der MHH: „Je mehr verantwortliche Gene wir finden, desto präziser lässt sich die jeweilige Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der eine Frau am Endometriumkarzinom erkranken könnte.“
Welche Auswirkungen hat eine ketogene Diät (KD) während der Schwangerschaft? Das ist bislang wenig erforscht. Deshalb führten Wissenschaftler der Veterinärmedizinische Universität Wien, Österreich, ein zehntätiges Mausmodell durch. Das Resultat war eine Reduktion der Wurfgröße und ein unausgewogenes Geschlechterverhältnis: Männliche Nachkommen überlebten häufiger und weibliche Embryonen waren anfälliger für die negativen Effekte der Diät. Die Studie unterstreicht laut den Autoren, dass die erhöhte Anfälligkeit weiblicher Embryonen möglicherweise auf die spezifische Empfindlichkeit weiblicher Plazenten gegenüber diätetischen Veränderungen zurückzuführen ist.
Auch interessant: Eine aktuelle Studie des University of Rochester Medical Center, USA, ist die erste ihrer Art, die die Veränderungen spezifischer Immunzellen beschreibt, die sich zum Zeitpunkt einer Exposition mit per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) noch in der Entwicklung befinden. Die Forschung zeigte, dass bereits nach zwölf Monaten Säuglinge von Müttern mit höherer pränataler PFAS-Belastung signifikant weniger follikuläre T-Helferzellen aufweisen. Die Ergebnisse könnten laut den Forschern dazu beitragen, Interventionsstrategien bei PFAS-Expositionen zu etablieren, um lebenslange Erkrankungen zu verhindern.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Restwoche.
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