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Liebe Leserinnen und Leser,
während die Antibabypille früher standardmäßig selbst jungen Mädchen verschrieben wurde, werden Nutzen und Risiken heute deutlich kritischer hinterfragt. Die Liste möglicher Nebenwirkungen ist lang und reicht von Blutungsstörungen über Stimmungsschwankungen bis hin zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Libidoverlust. Dank einer neuen US-amerikanischen Studie kommt nun ein weiterer möglicher Aspekt hinzu: Die Einnahme oraler Kontrazeptiva war mit einer Zunahme von Binge-Eating-Episoden assoziiert. Besonders betroffen waren Frauen, die bereits weitere Risikofaktoren aufwiesen. Als möglicher Ansatz zur Verringerung der Problematik erwies sich den Autoren zufolge ein Selbstmonitoring mittels täglicher Dokumentation des Essverhaltens.
Doch Hormonpräparate haben nicht nur ihre Schattenseiten. Eine US-amerikanische Studie zeigte nun einen Zusammenhang zwischen einer Hormontherapie in den Wechseljahren und einem insgesamt gesünderen Lebensstil. Frauen ohne Hormontherapie aßen im Durchschnitt weniger Obst und Gemüse, erfüllten seltener die Empfehlungen für Krafttraining und berichteten häufiger über eine schlechte Schlafqualität. Für Letztere diskutieren die Autoren sowohl hormonelle Faktoren, etwa niedrigere Estradiolspiegel, als auch typische Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen als mögliche Erklärungen. Da es sich jedoch um eine reine Beobachtungsstudie handelt und ein Healthy-User-Bias nicht ausgeschlossen werden kann, sind weitere randomisierte Studien erforderlich, um Ursache und Wirkung eindeutig zu klären.
Unerwartete positive Effekte zeigten sich auch für eine zunehmend eingesetzte hormonell wirksame Therapie: So fand eine weitere US-amerikanische Beobachtungsstudie mit mehr als 110.000 Frauen, dass die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten mit einem um rund 30 Prozent geringeren Brustkrebsrisiko assoziiert war. Zwar erlaubt das Studiendesign keine Aussagen über einen ursächlichen Zusammenhang, die Ergebnisse stärken jedoch die Hoffnung, dass diese Wirkstoffklasse künftig auch in der Brustkrebsprävention eine Rolle spielen könnte. Entsprechende prospektive Studien sind bereits in Planung.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!
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