Ausgabe 28/2026

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Montag, 06. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

stellt Dr. KI bessere Diagnosen als Ärztinnen und Ärzte? Vielfach lautet die Antwort wohl „Ja – aber (noch?) nicht im Klinikalltag“. So lieferte eine agentische KI im Rahmen einer Studie in einer Modell-Simulation die genaueren Diagnosen. Innerhalb der Testumgebung agierte die KI autonom: MIRA konnte Informationslücken feststellen, Untersuchungen anordnen, Befunde interpretieren und Therapieentscheidungen vorschlagen. Das KI-System orientierte sich dabei stärker an Leitlinien als die Mitglieder der ärztlichen Vergleichsgruppe. Ob der KI-Agent auch außerhalb der gut kontrollierten Simulationsumgebung funktioniert, steht allerdings noch nicht fest – dazu braucht es prospektive Real-World-Studien. Wie der Autopilot im Flugzeug könnten agentische KIs in Zukunft Routineaufgaben erledigen, hofft der leitende Autor der Studie, Prof. Jakob N. Kather. Er ist überzeugt, dass wir hier „einen Vorgeschmack darauf, wie KI die Medizin verändern könnte“, sehen.

Für Experten der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist nicht die Frage, ob KI-Agenten in Zukunft in der Medizin eingesetzt werden, sondern wann. Ersetzten wird Dr. KI den Menschen dabei vermutlich nicht, lediglich unterstützen. Das Potenzial von KI-Agenten in der Medizin, aber auch Herausforderungen und Risiken auf dem Weg dahin, beschreibt ein aktuelles Fokus-Papier der Leopoldina.

Egal ob agentische KI oder Chatbot – die Bais sind immer die Daten, mit denen das System trainiert wird. Mitunter lassen sich aus diesen Daten mittels sogenannter „Membership Inference Attacks“ individuelle Patienten identifizieren. Dass gängige Medizin-KI-Modelle vor solchen Attacken weniger sicher sind als gedacht, zeigt eine aktuell in „Nature“ veröffentlichte Studie.

Oft stehen beim Blick auf KI-Systeme technologische Leistungsfähigkeit und Machbarkeit im Vordergrund. Aber letztendlich sollte die Technologie Patienten nützen, Schaden vermeiden sowie informierte Entscheidungen verbessern – und das evidenzbasiert. Die Frage, ob KI der evidenzbasierten Medizin, etwa hinsichtlich Nutzen-Schaden-Abwägungen oder patientenrelevanten Endpunkten, gerecht wird, hatte ein Forschungsprogramm im Blick. Dafür gibt es den David-Sackett-Preis 2026 des Netzwerks evidenzbasierte Medizin.

Eine interessante Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen,




   Ihre
   Dr. Judith Amann

 

 
 
KI-Agent MIRA stellt in Modellsimulation genauere Diagnosen als Ärzte

KI-Agent MIRA stellt in Modellsimulation genauere Diagnosen als Ärzte

Der KI-Agent MIRA wertet Patientenakten aus, fordert Untersuchungen an und bereitet Diagnose- und Therapieentscheidungen vor – bislang in einem simulierten Krankenhausinformationssystem. Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie.

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Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem steht – nicht nur durch den demografischen Wandel – vor Herausforderungen. Wie agentische KI künftig helfen kann, diese zu bewältigen zeigt eine Publikation der Leopoldina auf.

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Medizin-KI-Modelle: Neue Datenschutz-Risiken entdeckt

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Medizin-KI-Modelle werden mit Patientendatendaten trainiert. Schon die Information, dass dazu persönliche Daten verwendet wurden, kann sich negativ auf Betroffene auswirken. Eine aktuelle Analyse zeigt: KI-Modelle sind weniger sicher als gedacht.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Fehler bei der Sprachwahrnehmung und -erzeugung bei normalhörenden Kindern, Kindern mit Cochlea-Implantat und Kindern, die Vocoder-Simulationen hören.
Ear Hear 16.06.2026

Roboter-assistierte Elektroden-Platzierung bei pädiatrischer Cochlea-Implantation – eine Multicenter-Studie.
Laryngoscope 12.06.2026

Die Konfiguration des Audiogramms sagt das Therapie-Ansprechen bei einem plötzlichen sensorineuralen Hörverlust vorher.
Otolaryngol Head Neck Surg 17.06.2026

Behandlung mit der „Shaker Head-Lift“-Übung bei Kopf-Hals-Krebs-Patienten mit strahleninduzierter Dysphagie: 12-Monats-Ergebnisse zur Schluckfunktion aus einer randomisierten, kontrollierten Studie.
Head Neck 14.06.2026

 
 

David-Sackett-Preis 2026 für Forschung zur Evidenz von KI im Gesundheitswesen

Christoph Wilhelm und Dr. Felix G. Rebitschek erhalten den Wissenschaftspreis des EbM-Netzwerks für ihre Forschung. Die Arbeiten leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der Evidenz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin, so das EbM-Netzwerk.

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Gematik beschließt Fahrplan für die Modernisierung der TI

Gematik beschließt Fahrplan für die Modernisierung der TI

Technisch einfacher, weniger störanfällig, neue Verantwortlichkeiten – die Gematik hat einen Plan vorgelegt, wie die Telematik-Infrastruktur (IT) zukunftsfest werden kann. Aus der Industrie kommen Kritik und die Forderung nach mehr Beteiligung.

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Panorama:

Prof. Jan Löhler ist erneut zum Vorsitzenden der Landesgruppe Schleswig-Holstein des Virchowbundes gewählt worden. Wichtigstes Thema für den Landesgruppenvorstand ist das GKV-Sparpaket und dessen Auswirkungen auf die Praxen.
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Im Rahmen eines deutsch-französischen Projekts wollen Forschende KI-basierte Lösungen zur Übersetzung von Gebärdensprache entwickeln.
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An der Dresden International University gibt es einen neuen Studiengang zu Medizintechnik und KI: „AI, Regulatory Affairs & Transformation in Medical Technology (MBA)“.
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TERMINE:

Ultraschall-Aufbaukurs Kopf-Hals
17.–18. Juli 2026
Ulm

11th International Congress on Cancer Science and Radiology
22.–23. Juli 2026
Tokyo (Japan)

103. Jahrestagung der Vereinigung der Bayerischen Chirurgie
22.–24. Juli 2026
Erlangen

11. Interdisziplinärer Allergiezirkel
22. Juli 2026
Kiel

A- und B-Mode Sonographie Kopf-Hals DEGUM Abschlusskurs
24.–25. Juli 2026
Freiburg

 
 

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