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postoperatives Vorhofflimmern (POAF) gehört zu den häufigsten Komplikationen nach einer Herzoperation. Eine genauere Vorhersage, welche Patienten im Anschluss an einen operativen Eingriff ein POAF entwickeln werden, kann zur gezielten Überwachung sowie der Einleitung präventiver Strategien beitragen. Klassische Risikofaktoren für ein POAF sind neben Alter, Geschlecht und Gewicht auch Vorerkrankungen, eine genetische Disposition sowie operationsbedingte Risikofaktoren.
Im „European Heart Journal“ berichten Wissenschaftler aus Göttingen und Heidelberg nun von einem neuen Risikofaktor, der zusätzlich zu den klassischen klinischen Prädiktoren die POAF-Vorhersage verbessern kann: die Kalziumverarbeitung in Kardiomyozyten des rechten Vorhofs. Sie sehen in ihren Ergebnissen „das Potenzial der Einbeziehung funktioneller Zelldaten in klinische Risikomodelle“.
Was zunächst vielversprechend klingen mag, würde in der klinischen Praxis aber definitiv an der Umsetzung scheitern. Während sich die üblichen Risikofaktoren relativ leicht bestimmen lassen, ist die Bestimmung der intrazellulären Kalziumverarbeitung deutlich komplizierter. Zunächst bedarf es einer Myokardbiopsie, woraus im Labor einzelne Zellen isoliert werden, an denen anschließend per Patch-Clamp-Methode der Kalziumstrom bestimmt wird. Somit mag die Studie einen spannenden Einblick in die Mechanismen der POAF-Entwicklung geben, einen neuen, in der Praxis anwendbaren Risikomarker liefert sie aber wohl eher nicht (was die Autoren in ihrer Diskussion auch selbst einräumen).
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