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Liebe Leserinnen und Leser,
nicht überraschend, aber nun mit konkreten Daten unterfüttert, zeigt eine europäische Registerauswertung den Drehtüreffekt vieler Patienten mit Herzinsuffizienz: Demnach werden zwischen 36 und 44 Prozent der Patienten, die aufgrund einer akuten Herzinsuffizienz ins Krankenhaus müssen, im Folgejahr rehospitalisiert – die Wahrscheinlichkeit steigt mit sinkender Ejektionsfraktion.
Diese Zahlen verdeutlichen eindrücklich den weiterhin hohen ungedeckten Bedarf an wirksamen Strategien zur Reduktion von Rehospitalisierungen und Mortalität. Trotz leitliniengerechter Pharmakotherapie, verbesserter Device-Therapien und strukturierter Nachsorgeprogramme gelingt es bislang nicht ausreichend, die vulnerable Phase nach einer Dekompensation nachhaltig zu stabilisieren. Die Herausforderung bleibt multifaktoriell – medizinisch, organisatorisch und sektorenübergreifend.
Vermeiden lässt sich ein stationärer Aufenthalt mittlerweile offenbar im Zusammenhang mit einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) – zumindest bei ausgewählten Patienten. Darauf deuten Daten, die kürzlich auf dem EAPCI Summit 2026 in München präsentiert wurden. Dr. Krishnarpan Chatterjee vom James Cook University Hospital in Middlesbrough (Großbritannien) berichtete, dass an seiner Klinik durch sorgfältige Patientenauswahl jeder Fünfte nach einem TAVI-Eingriff erfolgreich am selben Tag entlassen werden konnte. Neben weniger nosokomialen Infektionen und einem niedrigeren Delirrisiko könnte die ambulante TAVI auch einen Vorteil mit Blick auf die immer knapper werdenden Gesundheitsressourcen bieten.
Der Ansatz zeigt exemplarisch, dass selbst bei komplexen strukturellen Herzeingriffen neue Versorgungsmodelle denkbar sind. Ob sich daraus ein breiter Paradigmenwechsel entwickelt, wird von weiteren Daten, klaren Sicherheitsnachweisen und nicht zuletzt von gesundheitsökonomischen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen.
Eine informative Lektüre und eine frühlingshafte Restwoche wünscht Ihnen
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