Ausgabe 32/2026

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Mittwoch, 05. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Omega-3-Fettsäuren unterliegen in der Allgemeinbevölkerung seit einigen Jahren einem gewissen Hype. Zwar werden diese essentiellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit verschiedenen günstigen Effekten auf den kardiovaskulären Stoffwechsel in Verbindung gebracht, ein Nutzen von Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen ist jedoch nicht belegt. Entsprechend werden Omega-3-Supplemente weder von amerikanischen noch von europäischen kardiologischen Fachgesellschaften zur Primärprävention empfohlen.

Auch der therapeutische Einsatz ist auf wenige Indikationen begrenzt. Eine pharmakologische Omega-3-Therapie mit Dosierungen von typischerweise 2–4 g/Tag wird in Deutschland vor allem bei schwerer Hypertriglyzeridämie eingesetzt. Eine relevante Sicherheitsfrage bei einer solchen Hochdosis-Therapie ist das Risiko für neu auftretendes Vorhofflimmern. Bereits 2023 informierte ein Rote-Hand-Brief zu Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln über ein dosisabhängig erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren.

Bestätigt wird diese Beobachtung durch eine aktuelle Metaanalyse von 35 randomisierten Studien im Fachmagazin „Circulation: Arrhythmia and Electrophysiology“. Demnach scheint eine Omega-3-Supplementierung in üblichen niedrigen Dosierungen nicht mit einem erhöhten Risiko für neu auftretendes Vorhofflimmern verbunden zu sein. Bei Patienten unter hochdosierter Omega-3-Therapie mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung zeigte sich hingegen ein leicht erhöhtes Risiko.

Für die klinische Praxis bedeutet dies: Übliche Omega-3-Nahrungsergänzungen sind hinsichtlich des Vorhofflimmer-Risikos offenbar unproblematisch. Bei Patienten mit indizierter Hochdosis-Therapie bleibt jedoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich. Auf Symptome eines Vorhofflimmerns sollte geachtet und bei klinischem Verdacht eine entsprechende Rhythmusdiagnostik eingeleitet werden.

Lesen Sie außerdem im heutigen Newsletter: Mithilfe von patientenspezifischen Stammzellen, künstlichen Herzgeweben und Genom-Editierung konnten aus Würzburg und Heidelberg zeigen, wie einzelne Mutationen den Kalziumhaushalt von Kardiomyozyten stören und damit verschiedene Formen der Kardiomyopathie auslösen. Eine neue Zelltherapie namens Deramiocel verlangsamt den Muskelschwund und erhält die Herzfunktion bei jungen Menschen mit Duchenne-Muskeldystrophie.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und eine gute Restwoche.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Omega-3: Erhöhtes Vorhofflimmer-Risiko offenbar nur unter hochdosierter Therapie

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Omega-3-Fettsäuren gelten als potenziell kardioprotektiv. Eine hochdosierte Therapie kann jedoch das Risiko für Vorhofflimmern bei Herz-Kreislauf-Erkrankten erhöhen, wie eine aktuelle großangelegte Metaanalyse aufzeigt.

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Friedreich-Ataxie: Herz als prognostischer Faktor

Bei Friedreich-Ataxie beeinflussen nicht nur neurologische Symptome den Verlauf: Kardiale Manifestationen sind häufig und prognosebestimmend. Warum Neurolog*innen kardiale Befunde früh mitdenken sollten und welche Konsequenzen sich für Diagnostik und Therapie ergeben, lesen Sie hier.

Fachinformation 

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Kleine Mutation, große Wirkung: Neue Erkenntnisse über Kardiomyopathien

Forschende aus Würzburg und Heidelberg haben entschlüsselt, warum kleinste Veränderungen im Herzprotein RBM20 zu unterschiedlichen erblichen Herzkrankheiten führen können. 

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Zelltherapie kann Muskelschwund bei Duchenne-Muskeldystrophie bremsen

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Eine über den Blutkreislauf verabreichte Zelltherapie verlangsamt den Muskelschwund bei jungen Menschen mit Duchenne-Muskeldystrophie. Da geht aus den Ergebnissen einer Phase-III-Studie hervor, die in „The Lancet“ veröffentlicht wurden.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Marker für hochverarbeitete Lebensmittel und neu auftretende arterielle Hypertonie in der UK Biobank.
Eur Heart J 03.08.2026

Laufband-Belastungstest bei Patienten mit asymptomatischer schwerer Aortenstenose: Eine vorab festgelegte, registerbasierte Nachbeobachtung der randomisierten klinischen Studie EARLY TAVR.
JAMA Cardiol 22.07.2026

Mehrgefäß-Koronarbypass-Operation mittels kleiner Thorakotomie im Vergleich zur Sternotomie (MIST): Eine von Forschern initiierte, internationale, offene, randomisierte kontrollierte Studie.
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Studienhighlights auf dem ESC 2026

Auf dem ESC-Kongress 2026 in München werden die Ergebnisse von 59 bahnbrechenden Studien erstmals vorgestellt. Auf welche Highlights sich die Besucher freuen dürfen, berichtet der Vorsitzende des ESC-Kongress-Programmkomitees Prof. Tomasz Guzik.

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G-BA offen für Erstattung für Abnehmspritzen

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Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, welche Leistungen gesetzlich Krankenversicherte bezahlt bekommen. Seine neue Chefin Sonja Optendrenk ist offen für eine Diskussion über die Erstattung von Kosten für Abnehmspritzen.

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PANORAMA:

In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts deutschlandweit bereits fast 10.000 Menschen wegen hoher Temperaturen gestorben.
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Planbarere Karrierewege in der Wissenschaft: Die Deutsche Hochschulmedizin zeigt sich zufrieden mit dem Kabinettsentwurf zur Reform des Wissenschaftszeitvertrags­gesetzes (WissZeitVG).
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TERMINE:

European Society of Cardiology Congress 2026
28.–31. August 2026
München

Erstes Intersektorales ESC-Update
2. September 2026
online

ESC Highlight-Symposium
10. September 2026
online

Ostseetage Herz und Mehr
11.–12. September 2026
Rostock

Kardiorenal metabolisches Syndrom – altes Krankheitsbild mit neuem Namen?!
19. September 2026
Bielefeld

 
 

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