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Liebe Leserinnen und Leser,
die nicht invasive Diagnostik der Koronaren Herzkrankheit (KHK) wird immer feiner – doch nicht jede neue Methode hält, was sie verspricht. Bei Verdacht auf eine obstruktive KHK wird bei Patienten mit mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit die Untersuchung mittels nicht invasiver Funktionstests empfohlen. Dazu gehören die Stressechokardiographie, das Einzelphotonenemissions-CT (SPECT) basierend auf der Szintigraphie sowie eine kardiale Magnetresonanztomographie (MRT). Im Vergleich zur morphologischen Beurteilung mittels CT-Koronarangiographie (CCTA) ermöglichen diese eine funktionelle Beurteilung möglicher Stenosen und damit eine gute Abschätzung von deren hämodynamischer Relevanz.
Nun hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des G-BA eine Nutzenbewertung der kardialen MRT im Vergleich zur SPECT durchgeführt. Dabei wurde für die kardiale MRT eine mindestens vergleichbare diagnostische Güte ermittelt. Da die kardiale MRT im Vergleich zur SPECT ohne Strahlenbelastung auskommt, ergibt sich nach Ansicht des IQWiG ein Vorteil für die Patienten und somit ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen. „Die MRT erweitert das Spektrum der diagnostischen Möglichkeiten bei KHK-Verdacht in sinnvoller Weise“, resümiert Projektleiterin Martina Lietz.
Als alles andere als nützlich zur Diagnostik einer KHK beurteilte das IQWiG hingegen die Phonokardiographie. Einem im April dieses Jahres veröffentlichten Report zufolge ist die Methode nicht geeignet, eine KHK sicher auszuschließen und damit eine weitere Folgediagnostik unnötig zu machen. In der Konsequenz hat der G-BA nun beschlossen, dass die Phonokardiographie in dieser Indikation nicht zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden darf.
Es bleibt festzuhalten, dass längst nicht jede innovativ erscheinende Methode auch einen klinischen Nutzen bringt. Die Kunst bleibt, für jeden Patienten das passende diagnostische Werkzeug zu wählen – evidenzbasiert, individuell und mit Blick auf das, was wirklich nützt.
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen,
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