Ausgabe 19/2026

Klicken Sie hier, um diesen Newsletter online anzusehen!

newsletter-logo-kom-onko
 
 

Mittwoch, 06. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

der Deutschen Herzstiftung zufolge kommen in Deutschland jedes Jahr etwa 8700 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Dank operativer und katheterbasierter Eingriffe erreichen viele der betroffenen Kinder das Erwachsenenalter. Zu diesen Interventionen gehört auch das Einsetzen künstlicher Herzklappen. Da diese jedoch nicht mitwachsen, müssen sich die Patienten oft mehreren Folgeoperationen unterziehen, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Transplantationschirurgen aus den USA sprechen sich daher dafür aus, diesen Kindern Klappen aus Herzen zu transplantieren, die anderen Kindern wegen Problemen mit dem Herzmuskel oder den Herzkranzgefäßen entfernt werden müssen. Diese Organe verfügten oft über Klappen, die strukturell normal seien, argumentieren die Mediziner. Da theoretisch aus jedem solchen Herzen zwei Klappen entnommen werden könnten, entlaste die partielle Herztransplantation die Versorgungssituation in der Kinderkardiologie gleich doppelt: Die Mehrfachoperationen für die heranwachsenden Herzklappenempfänger entfallen und die Nachfrage nach Spenderherzen sinkt.

Denn tatsächlich tragen die Fortschritte in der pädiatrischen Herzmedizin dazu bei, dass mehr Kinder lange genug überleben, um eine Transplantation zu erhalten – doch das Angebot an Spenderherzen hält damit nicht Schritt. Die betroffenen Kinder versterben, während sie auf der Warteliste für ein neues Organ stehen. Darauf machten jüngst Experten auf der 46. Jahrestagung der International Society for Heart and Lung Transplantation in Toronto (Kanada) aufmerksam. Um dieses Paradoxon aufzulösen, plädierte Dr. Brigitte Stiller, Professorin und Leiterin der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Freiburg, auf der Tagung dafür, sich von der Vorstellung des „perfekten“ Spenderherzens zu verabschieden. Dies führe eher dazu, dass manche Kinder nie eine Transplantation erhielten. Daneben seien aber auch technologische und politische Ansätze nötig, um das Dilemma zu bewältigen.

Bevor betroffene Kinder behandelt werden können, muss der angeborene Herzfehler aber erst einmal erkannt werden – was bislang nur bei einem Drittel der Fälle bereits in der Schwangerschaft gelingt. Anlässlich des gestrigen Tages des herzkranken Kindes fordern Kinderkardiologen und das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler daher klare vorgeburtliche Screening-Standards in der Schwangerenvorsorge. Nur so könne im Fall eines positiven Befundes die Geburt gezielt geplant und eine optimale Versorgung direkt nach der Entbindung sichergestellt werden. Für die betroffenen Kinder kann das lebensentscheidend sein.

Eine aufschlussreiche Lektüre und eine angenehme Restwoche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Partielle Herztransplantation kann Versorgung von Kindern mit Herzklappenerkrankungen verbessern

Partielle Herztransplantation kann Versorgung von Kindern mit Herzklappenerkrankungen verbessern

Die partielle Herztransplantation könnte die Versorgung von Kindern mit schweren Herzklappenerkrankungen deutlich verbessern. Dies zeigen Daten, die auf der International Society for Heart and Lung Transplantation (ISHLT) in Toronto (Kanada) vorgestellt wurden.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 
    Advertorial    
 
 

ATTR Summit 2026 in Berlin: Seien Sie dabei!

Erleben Sie beim ATTR Summit 2026 in Berlin interaktive Sessions zu Diagnostik, Therapie und Versorgung der ATTR-CM. Freuen Sie sich auf spannende Fälle, den Austausch mit Expert:innen sowie einen Gastbeitrag von Nobelpreisträger Dr. Craig C. Mello.

ATTR-Summit_Banner_200x250_TTR-DEU-00503
 
 
 
 

Mediziner warnen: Zu wenig Spenderherzen für Kinder

Fortschritte in der pädiatrischen Herzmedizin tragen dazu bei, dass mehr Kinder lange genug überleben, um eine Transplantation zu erhalten – doch das Angebot an Spenderherzen hält damit nicht Schritt, wie Experten auf der 46. Jahrestagung der International Society for Heart and Lung Transplantation in Toronto (Kanada) warnten.

Lesen Sie hier weiter ...
 

 
 
Kinderkardiologen fordern vorgeburtliches Herz-Screening

Kinderkardiologen fordern vorgeburtliches Herz-Screening

In Deutschland bleiben zu viele kritische Herzfehler vor der Geburt unentdeckt – mit zum Teil gravierenden Folgen für Kind und Mutter. Kinderkardiologen und das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler fordern Standards für ein pränatales Herz-Screening in Deutschland.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 

 
 

Forschende gewinnen neue Erkenntnisse zur AARS2-assoziierten Kardiomyopathie

US-amerikanische Forschende haben einen wichtigen Fortschritt beim Verständnis – und möglicherweise bei der Behandlung – der AARS2-assoziierten Kardiomyopathie erzielt.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 

Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Der Vitamin-B-Status der Mutter beeinflusst das Risiko für angeborene Herzfehler bei Nachkommen, die einer pränatalen Exposition gegenüber persistenten organischen Schadstoffen ausgesetzt waren.
BMC Med 04.05.2026

Spende nach Kreislaufstillstand bei Kinderherztransplantation.
Pediatr Transplant 2026;30(5):e70329.

Wirkung von Dapagliflozin bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion bei Kindern.
Front Cardiovasc Med 2026;13:1785458.

Prädiktiver Wert der muskuloskelettalen Fitness für kardiovaskuläre Risikofaktoren bei Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern: Eine Querschnittsstudie.
J Clin Med 2026;15(8):2863.

 
 
 
Nationales Register für angeborene Herzfehler bereitet Anbindung an das Netzwerk Universitätsmedizin vor

Nationales Register für angeborene Herzfehler bereitet Anbindung an das Netzwerk Universitätsmedizin vor

Das Nationale Register für angeborene Herzfehler soll in die Plattformen des Netzwerk Universitätsmedizin angebunden werden. Ein entsprechendes Projekt hat das BMFTR genehmigt. Die Projektphase läuft bis Ende des Jahres.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

PANORAMA:

Friso Janßen ist neuer Geschäftsführer der Deutschen Herzstiftung. Janßen will die Prävention stärker in den Fokus rücken und die Sichtbarkeit der Herzstiftung weiter erhöhen.
Weiterlesen ...

Das DZHK hat ein neues Vorstandstrio: Neben dem wiedergewählten Prof. Holger Gerhardt sind nun auch Prof. Rabea Hinkel und Prof. Heribert Schunkert in dem Gremium vertreten.
Weiterlesen ...

Das Deutsche Herzzentrum der Charité verzeichnet einen wichtigen Meilenstein: Dort sind bereits mehr als 3000 Organtransplantationen durchgeführt worden.
Weiterlesen ...

TERMINE:

Heart Failure 2026
9.–12. Mai 2026
Barcelona (Spanien)

35th European Meeting on Hypertension and Cardiovascular Protection
28.–31. Mai 2026
Danzig (Polen)

Die klinische Anwendung kardiovaskulärer MRT: Spezialkurs KHK – Kardio-MRT Stressperfusion
2. Juni 2026
online

52. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen
19.–20. Juni 2026
Potsdam

 
 

„KOMPAKT KARDIOLOGIE“ ist ein Titel der Biermann Verlag GmbH in Köln. Sie erhalten diese E-Mail, da Sie für diesen Newsletter angemeldet sind. Sie können in unserem Fachportal weitere Newsletter zu verschiedenen medizinischen Fachrichtungen abonnieren. Sollten Sie kein Interesse mehr an diesem Newsletter haben, können Sie sich hier abmelden. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Themen und Inhalten, freuen wir uns auf Ihre E-Mail: [email protected]. Bitte beachten Sie, dass dieser Newsletter nur Angehörigen der Heilberufe gemäß HWG §10 zugänglich gemacht werden darf; das gilt auch für das Weiterempfehlen und Weiterleiten.

Impressum: Biermann Verlag GmbH | MedCon Health Contents GmbH | HRB Bonn 11110 | HRB Köln 78926

Geschäftsführer: Dr. med. Hans Biermann

Hier vollständiges Impressum aufrufen