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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
im Alter kommt es bei vielen Menschen mit der üblichen, trikuspiden Aortenklappe zu einer Klappenstenose, die unter anderem durch eine Verkalkung der Klappensegel gekennzeichnet ist. Es ist bekannt, dass die Aortenklappenstenose bei Menschen, deren Klappe aus nur zwei Segeln besteht, genetisch bedingt ist, früher eintritt und rascher voranschreitet. Die Pathophysiologie, die diesen unterschiedlichen Krankheitsverläufen zugrunde liegt, war bislang jedoch weitgehend unverstanden.
Erste Forschungsarbeiten hatten angedeutet, dass eine veränderte Funktion der Endothelzellen eine Rolle spielen könnte. Diesen Verdacht erhärtete nun ein Forschungsteam aus Bochum und Bonn. Anhand spezieller Untersuchungen konnte es zeigen: Während bei der trikuspiden Aortenklappenstenose die Endothelzellen nur auf einer Klappenseite durchlässiger für Proteine aus dem Blut waren und ein krankhaftes Genexpressionsmuster aufwiesen, war dies bei der bikuspiden Aortenklappenstenose auf beiden Seiten der Klappe der Fall. Die Forscher hoffen, dass ihre Erkenntnisse langfristig dazu beitragen können, die Aortenstenose frühzeitig medikamentös behandeln zu können.
Kürzlich erschien ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA, demzufolge viel zu viele Menschen in Europa ungesund hohen Verkehrslärmpegeln ausgesetzt sind. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) nimmt dies zum Anlass, auf die Folgen des Lärms für die Herz-Kreislauf-Gesundheit hinzuweisen. Die Lärmminderung müsse zu einem zentralen Pfeiler der Präventionsstrategien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden, fordert der Mainzer Kardiologe Prof. Thomas Münzel im Namen der ESC – und arbeitet mit einer ESC-internen Taskforce bereits daran, Lärm und Luftverschmutzung in Präventionsleitlinien aufzunehmen.
Eine erkenntnisreiche Lektüre und eine erfolgreiche Restwoche wünscht Ihnen
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