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Liebe Leserinnen und Leser,
die Bedeutung des weiblichen Geschlechts in der Schlaganfallrisikostratifizierung bei Vorhofflimmern wird zunehmend hinterfragt. Während der in den USA empfohlene CHA2-DS2-VASc-Score Frauen einen eigenen Risikopunkt zuweist, empfiehlt die ESC-Leitlinie 2024 mit dem CHA2-DS2-VA-Score ein Modell ohne Berücksichtigung des Geschlechts als unabhängigen Faktor.
Eine aktuelle Analyse von rund 950.000 Patientinnen und Patienten aus der TriNetX-Datenbank stützt den europäischen Ansatz: Unter 75 Jahren bestand kein signifikanter Unterschied im Schlaganfallrisiko zwischen Frauen und Männern. Erst ab 75 Jahren zeigte sich bei Frauen ein leicht erhöhtes Risiko – bei insgesamt geringer absoluter Differenz. Für die Praxis spricht dies für eine differenzierte Indikationsstellung zur oralen Antikoagulation: Während bei jüngeren Patientinnen ohne zusätzliche Risikofaktoren gemäß ESC-Leitlinie Zurückhaltung geboten sein sollte, verdienen ältere Frauen mehr Aufmerksamkeit.
Auch jenseits der Rhythmologie gibt es interessante Entwicklungen. Im Zentrum einer Studie aus Japan stand ein Krankheitsbild, das vor allem junge Patientinnen und Patienten betrifft: Die Forscher entwickelten eine röntgenbasierte Technik, mit deren Hilfe sich schnell und ohne kostenintensive MRT die Pulmonalklappeninsuffizienz nach Korrektur einer Fallot-Tetralogie beurteilen lassen soll. Die Bildgebungstechnik namens dynamische Thoraxradiographie arbeitet mit sequenziellen Röntgen-Thoraxaufnahmen, anhand derer eine Software die Blutflussdynamik in der Pulmonalarterie bestimmt. Eine schwere Pulmonalklappeninsuffizienz ließ sich darüber mit einer Genauigkeit von 93 Prozent nachweisen. Sollten sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, hoffen die Forscher, eine Technik etablieren zu können, die nicht nur den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung erleichtert, sondern auch Krankenhäusern hilft, Kosten zu senken.
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