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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
zum Schutz vor einem Plötzlichen Herztod (SCD) wird in gängigen Leitlinien bislang die Implantation eines Defibrillators nach Herzinfarkt empfohlen, wenn die kardiale Pumpfunktion stark eingeschränkt ist (LVEF ≤35 %). Ein internationales Team unter der Leitung von Wissenschaftlern des Deutschen Herzzentrums der Charité stellt diese Empfehlung basierend auf einer aktuellen Analyse infrage. Ihre im „European Heart Journal“ veröffentlichte Studie zeigt, dass das Risiko eines SCD durch die Messung der LVEF nicht zuverlässig eingeschätzt werden konnte. Sie halten es daher für dringend notwendig, den Nutzen einer routinemäßigen prophylaktischen Defibrillator-Implantation bei Patienten mit einer LVEF von ≤35 % neu zu bewerten.
Von der Device- zur medikamentösen Therapie nach Herzinfarkt beziehungsweise akutem Koronarsyndrom (ACS): Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung analysierten die Krankenkassendaten von mehr als 17.000 Patienten mit ACS, um die Wirksamkeit und Sicherheit und von Prasugrel und Ticagrelor in der Routineversorgung zu vergleichen. Ihre Ergebnisse bestätigen einerseits die Erkenntnisse der randomisierten ISAR-REACT5-Studie und heben andererseits die Bedeutung von Datenbankanalysen zur Evidenzgenerierung in der klinischen Praxis hervor. Welcher der beiden Wirkstoffe in der Analyse die Nase vorn hatte, erfahren Sie im entsprechenden Beitrag.
Eine spannende Lektüre und eine angenehme Adventswoche wünscht,
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