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Liebe Leserinnen und Leser,
Krebserkrankungen im Kindesalter sind Gott sei Dank eher selten. Das Deutsche Kinderkrebsregister erfasst jährlich etwa 2400 Neuerkrankte – das entspricht rund 180 Fällen pro eine Million Kinder und Jugendliche. Da Kinder nach überlebter Krebserkrankung im besten Fall noch ein langes Leben vor sich haben, spielt der Schutz vor den kardiotoxischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei diesen eine herausragende Rolle. Anthrazykline gehen mit einem besonders hohen Risiko für Herzschäden einher. Abgemildert werden können diese durch das Zytoprotektivum Dexrazoxan, das seit 2017 vorsorglich auch unter 18-Jährigen zur Kardioprotektion bei geplanter Hochdosistherapie mit dem Anrthrazyklin Doxorubicin verabreicht werden kann.
Den langfristigen Nutzen dieses Vorgehens unterstreicht eine aktuelle Studie im „Journal of Clinical Oncology“. Demnach war die linksventrikuläre systolische Funktion bei Kindern, die während der Chemotherapie prophylaktisch Dexrazoxan erhalten hatten, auch Jahre später besser erhalten. Das könnte nicht nur für die Betroffenen und ihre Familien beruhigend sein, sondern perspektivisch auch Konsequenzen für die langfristige kardiologische Nachsorge haben. Ob sich daraus Änderungen der Vorsorgeempfehlungen ableiten lassen, müssen allerdings weitere Untersuchungen zeigen.
Ganz im Zeichen der Protektion bei einem seltenen Phänomen – und gänzlich ohne Nebenwirkungen – steht auch die Sonnenfinsternis in den heutigen Abendstunden. Ich hoffe, Sie können das Naturschauspiel mit einer geeigneten Schutzbrille vor einem wolkenfreien Himmel genießen.
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