Ausgabe 33/2026

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Mittwoch, 12. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Krebserkrankungen im Kindesalter sind Gott sei Dank eher selten. Das Deutsche Kinderkrebs­register erfasst jährlich etwa 2400 Neuerkrankte – das entspricht rund 180 Fällen pro eine Million Kinder und Jugendliche. Da Kinder nach überlebter Krebserkrankung im besten Fall noch ein langes Leben vor sich haben, spielt der Schutz vor den kardiotoxischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei diesen eine herausragende Rolle. Anthrazykline gehen mit einem besonders hohen Risiko für Herzschäden einher. Abgemildert werden können diese durch das Zytoprotektivum Dexrazoxan, das seit 2017 vorsorglich auch unter 18-Jährigen zur Kardioprotektion bei geplanter Hochdosistherapie mit dem Anrthrazyklin Doxorubicin verabreicht werden kann.

Den langfristigen Nutzen dieses Vorgehens unterstreicht eine aktuelle Studie im „Journal of Clinical Oncology“. Demnach war die linksventrikuläre systolische Funktion bei Kindern, die während der Chemotherapie prophylaktisch Dexrazoxan erhalten hatten, auch Jahre später besser erhalten. Das könnte nicht nur für die Betroffenen und ihre Familien beruhigend sein, sondern perspektivisch auch Konsequenzen für die langfristige kardiologische Nachsorge haben. Ob sich daraus Änderungen der Vorsorgeempfehlungen ableiten lassen, müssen allerdings weitere Untersuchungen zeigen.

Ganz im Zeichen der Protektion bei einem seltenen Phänomen – und gänzlich ohne Nebenwirkungen – steht auch die Sonnenfinsternis in den heutigen Abendstunden. Ich hoffe, Sie können das Naturschauspiel mit einer geeigneten Schutzbrille vor einem wolkenfreien Himmel genießen.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Dexrazoxan schützt Kinder langfristig vor Anthrazyklin-Kardiotoxizität

Dexrazoxan schützt Kinder langfristig vor Anthrazyklin-Kardiotoxizität

Eine neue Studie zeigt, dass Dexrazoxan, verabreicht als kardioprotektives Medikament während einer Doxorubicin-haltigen Chemotherapie bei krebskranken Kindern, auch langfristig Chemotherapie-induzierte Herzschäden abmildern kann.

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ATTR-CM – frühe Diagnose ermöglicht
rechtzeitige Therapie

ATTR-CM bleibt auch wegen unspezifischer, HFpEF-ähnlicher Symptome oft unentdeckt. Die Erkrankung wird jedoch dank zunehmender Wahrnehmung häufiger diagnostiziert. Red Flags sind u.a. linksventrikuläre Wandverdickung, HFpEF sowie beidseitiges Karpaltunnelsyndrom. Eine frühe Diagnose ermöglicht eine rechtzeitige Therapie, z.B. mit dem TTR-Stabilisator Acoramidis.

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Tirzepatid senkt Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen deutlich

Im Vergleich zu einem klassischen Diabetes-Medikament kann der GLP-1-Rezeptoragonist Tirzepatid bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Risiken für Herzinfarkte und Krankenhauseinweisungen infolge von Infektionen um jeweils rund ein Drittel verringern. Das bestätigt nun eine Auswertung von Real-World-Daten aus den USA.

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Vasospastische Angina pectoris:
Oft spät erkannt, aber behandelbar

Angina pectoris (AP) trotz unauffälliger Koronarangiograpie? Die Kasuistik „Nitroglyzerin-Spray: Wirksame Symptomlinderung“ verdeutlicht, warum bei persistierender AP trotz fehlender obstruktiver KHK frühzeitig an eine koronare Vasmotionsstörung gedacht werden sollte und welche Rolle kurzwirksame Nitrate in der Akuttherapie spielen können.

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Herzmuskelerkrankungen im Magnetfeld erkennen

Herzmuskelerkrankungen im Magnetfeld erkennen

Die MagMa-Studie des Deutschen Herzzentrums der Charité zeigt erstmals prospektiv, dass die strahlungsfreie Magnetokardiographie Erkrankungen des Herzmuskels mit hoher Genauigkeit erkennen und die weitere Diagnostik gezielter steuern könnte.

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Bluthochdruck: Lebensstiländerungen fallen offenbar schwerer als Medikamenteneinnahme

Eine neue US-Studie zeigt: Das Health Belief Model kann die Absicht zur Einnahme von Blutdruckmedikamenten besser erklären als die Absicht zu Lebensstiländerungen. Gleichzeitig war eine Hypertoniediagnose mit einer geringeren Bereitschaft zu Lebensstiländerungen assoziiert als zur Einnahme von Medikamenten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

U-förmiger Zusammenhang zwischen der linksventrikulären Dimension und der Mortalität bei Patienten mit Herzinsuffizienz.
JAMA Cardiol 05.08.2026

Ralinepag zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (ADVANCE OUTCOMES): Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie.
Lancet 2026;408(10554):521–531.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Krebsinzidenz und -sterblichkeit bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die Studie European Prospective Investigation into Cancer-Norfolk.
Eur Heart J 2026;ehag515.

 
 
 
Was tut die Bundesregierung gegen die Hitzetoten?

Was tut die Bundesregierung gegen die Hitzetoten?

Der Sommer ist heiß und trocken – und das fordert viele Tote. Gerade Ältere kommen mit den hohen Temperaturen schlecht zurecht. Erkennbare politische Aktivität löst das nicht aus. Was dahinter steckt.

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PANORAMA:

Was tun bei einem Cyberangriff? Das Bundesamt für Sicherheit in der Infor­mationstechnik stellt Checklisten und Informationen für Praxen bereit, um diese bei der Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie zu unterstützen.
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Mehrere Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben nach Medienberichten insgesamt mindestens 220 Millionen Euro durch umstrittene Investments verloren.
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TERMINE:

Sportscardiology meets World Championship Hockey 2026
21.–22. August 2026
Amsterdam (Niederlande)

European Society of Cardiology Congress 2026
28.–31. August 2026
München

Planung und Implementierung digitaler Prozesse in der Facharztpraxis
1. September 2026
online

HeartLink Mainz
4.–5. September 2026
Mainz

 
 

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