|
Liebe Leserinnen und Leser,
die fulminante Myokarditis ist eine seltene, aber besonders schwere Form der akuten Herzmuskelentzündung, die mit einem kardiogenen Schock einhergeht. Fast jeder dritte Betroffene überlebt die Erkrankung nicht – liegt eine Riesenzellmyokarditis vor, verstirbt sogar etwa jeder zweite. Das zeigt eine aktuelle Kohortenstudie, die unter Leitung deutscher Kardiologen jüngst im „European Heart Journal“ erschien.
Neben Alter und anfangs gemessenem pH-Wert spielen die histopathologischen Befunde eine entscheidende Rolle für das Management und die Prognose – daher sollte den Forschern zufolge eine frühe Endomyokardbiopsie angestrebt werden. Denn der Kampf ums Überleben lohnt sich: Überstehen die oft noch jungen Patienten (das mediane Alter in der Studienkohorte lag bei 43 Jahren) die Akutphase der Erkrankung, haben sie eine erstaunlich gute Langzeitprognose – mit einer Erholung der stark reduzierten Herzleistung und einer guten neurologischen Funktion.
Eine aktuelle Analyse basierend auf bundesweiten Abrechnungsdaten vom Statistischen Bundesamt befasste sich ebenfalls mit der Prognose nach kardiogenem Schock – jedoch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Im Zentrum stand die Frage, ob spezialisierte, volumenstarke Zentren bessere Überlebensraten erzielen. Die Ergebnisse sind wenig überraschend, die Redensart „Übung macht den Meister“ trifft wohl auch hier zu. Der Analyse zufolge verbessert sich die Prognose nach kardiogenem Schock – insbesondere bei zusätzlicher Indikation für eine mechanische Kreislaufunterstützung –, wenn die Behandlung in einer Klinik mit hoher Fallzahl erfolgt. In der Konsequenz empfehlen die Studienautoren nachdrücklich eine Zentralisierung der Versorgung auf spezialisierte Zentren mit mindestens 90 (kardiogener Schock) beziehungsweise 25 (mechanische Kreislaufunterstützung) Fällen jährlich. Rückendeckung erhalten sie von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.
Jährlich grüßt der Deutsche Herzbericht – in diesem Jahr mit einem Fokus auf die Koronare Herzkrankheit. Welche Trends dabei verzeichnet werden, wie Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern abschneidet und welche Rückschlüsse daraus für die gesundheitspolitischen Maßnahmen gezogen werden können, lesen Sie im entsprechenden Beitrag.
Eine sonnige Herbstwoche wünscht Ihnen
|