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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
seit Jahren setzen sich anästhesiologische und kardiologische Fachverbände dafür ein, die Mortalitätsrate durch plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstände in Deutschland zu senken, beispielsweise durch breitere Kenntnisse zur Laienreanimation. Dass die Geschwindigkeit, mit der nach einem Herzstillstand mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, entscheidender für das Überleben ist als die Person, die sie durchführt (Laie vs. medizinisches Personal), zeigt beispielsweise eine letzte Woche beim ESC-Kongress Acute CardioVascular Care 2025 präsentierte neue Studie aus Italien.
In ersten Bundesländern wurde bereits die Einführung eines verpflichtenden Wiederbelebungsunterrichts in Schulen beschlossen. Jedoch fehle es an einer flächendeckenden Initiative, um die Zahl der Todesfälle durch plötzlichen Herzstillstand systematisch zu senken, wie Prof. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters, kürzlich betonte. Politischer Handlungsdruck soll nun durch die Offenlegung der volkswirtschaftlichen Kosten aufgebaut werden, die durch Herz-Kreislauf-Stillstände entstehen: Einer aktuellen Berechnung zufolge belaufen sich diese auf 35 Milliarden Euro pro Jahr. Ob sich damit – wie erhofft – ein politisches Umdenken anstoßen lässt, bleibt abzuwarten.
Viel Freude bei der Lektüre dieser und weiterer spannender Meldungen aus der Kardiologie wünscht Ihnen
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