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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
eine Studie von der Medizinischen Fakultät der Universität Münster verglich anhand einer retrospektiven Analyse von Krankenkassendaten (Barmer) Mortalität und klinische Ereignisse unter neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) mit dem Vitamin-K-Antagonisten Phenprocoumon. Hintergrund ist, dass in den NOAK-Zulassungsstudien der Vergleich zum Vitamin-K-Antagonisten Warfarin angestellt wurde, in Deutschland jedoch auf das länger wirksame Phenprocoumon anstatt Warfarin zurückgegriffen wird. Ob die NOAKs auch gegenüber Phenprocoumon gleichwertig sind, ist bislang unklar. Ein Versäumnis, das schnellstmöglich behoben werden sollte, wie die neuen Real-World-Daten aus Münster andeuten: Sie bescheinigen den NOAKs (außer Dabigatran) im Gegensatz zu Phenprocoumon ein deutlich ungünstigeres Mortalitätsprofil.
Ebenfalls überraschend sind die Erkenntnisse einer Untersuchung unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Dieser zufolge erhöht eine bloße Umstellung von der Zustimmungs- zur Widerspruchslösung nicht die Organspenderate. „Ohne begleitende Maßnahmen, wie Investitionen in das Gesundheitssystem und öffentliche Aufklärungskampagnen, ist es unwahrscheinlich, dass ein Wechsel zu einem Opt-out-System die Zahl der Organspenden erhöht“, erklärt Studienleiterin Mattea Dallacker.
Lesen Sie außerdem, was die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie zum vorzeitigen Stopp des Gesundes-Herz-Gesetzes aufgrund der gescheiterten Regierungskoalition zu sagen hat, wie sich ein hoher Milchkonsum auf die Herzgesundheit von Frauen auswirkt und weshalb eine ausreichende Menge Schlaf für Jugendliche besonders wichtig ist. In den heutigen Literaturempfehlungen finden Sie überdies eine kleine Auswahl von Studien, die jüngst im Rahmen des Kongresses der American Heart Association publiziert wurden.
Eine informative Lektüre wünscht,
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