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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
„neu“ bedeutet nicht immer „besser“ – was dem erfahrenen Mediziner klar sein dürfte, ist für einige Patienten jedoch alles andere als offensichtlich. Zwar erweitern sich die operativen und interventionellen Möglichkeiten in der Kardiologie stetig – vielfach auch zum Vorteil der Patienten. Ist eine Methode noch sehr neu, fehlt es jedoch an Daten zu deren (langfristiger) Wirksamkeit und Sicherheit.
Um sicherzustellen, dass Patienten, die sich für einen neuartigen Eingriff – egal aus welcher Fachrichtung – entscheiden, vollumfänglich über dessen mögliche Konsequenzen im Bilde sind, erarbeiteten internationale Experten einen Informationsleitfaden. Das „Core Information Set“ umfasst sieben Kernpunkte, die als Gesprächsgrundlage dienen. Ziel ist, dass Patienten von ihren Ärzten alle wichtigen Informationen erhalten, um eine fundierte Entscheidung – für oder gegen die OP – treffen zu können.
Während die einen Patienten mit ihren Entscheidungen zu leichtfertig sein mögen, sind andere zu zögerlich. Auch bei Impfungen sehen wir derzeit, wie fehlendes Wissen oder Unsicherheit die Patientensicht prägen. In der vergangenen Woche berichteten wir über ein Konsensus-Statement der European Society of Cardiology (ESC), dass die Bedeutung von Impfungen für die kardiovaskuläre Prävention hervorhebt. Die Impfskepsis ist allerdings auf dem Vormarsch, wie ein aktuelles Statement der Weltgesundheitsorganisation verdeutlicht.
„Wir sind extrem besorgt über Fehl- und Desinformation zu Impfungen“, erklärte Kate O’Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. Dass ein ausgemachter Impfskeptiker die Leitung des Gesundheitsministeriums eines der einflussreichsten Länder der Erde innehat, dürfte die Situation in den nächsten Jahren vermutlich eher anheizen als entschärfen. In unserer heutigen Literaturauswahl finden Sie daher ein paar ausgewählte Studien zum Umgang mit impfskeptischen Patienten in der Praxis.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre.
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