Ausgabe 13/2026

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Mittwoch, 25. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

falls Sie über die etwas provokante Headline dieses Newsletters gestolpert sind: Nein, der Vorhofohrverschluss hat nicht ausgedient. Doch sollte sein Einsatz bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern und gleichzeitig hohem Schlaganfall- sowie Blutungsrisiko genau abgewogen werden, wie eine aktuelle Studie im „New England Journal of Medicine“ verdeutlicht. In dieser war das interventionelle Verfahren gegenüber einer individuell ärztlich gesteuerten medikamentösen Therapie nicht gleichwertig. So kam es in der Device-Gruppe häufiger zu schwerwiegenden Ereignissen – darunter Schlaganfälle, schwere Blutungen oder kardiovaskuläre Todesfälle. „Der Vorhofohrverschluss bleibt ein relevantes Verfahren, das das Schlaganfallrisiko reduzieren kann. Entscheidend ist jedoch, für welche Patientengruppen er tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen bringt. Genau hier besteht weiterer Forschungsbedarf“, verdeutlicht Erstautor Prof. Ulf Landmesser.

Die Algorithmen-basierte Datenauswertung spielt eine immer größere Rolle – auch in der kardiologischen Diagnostik. Bereits 2024 berichtete die ARTEMIS-Studiengruppe unter Leitung von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in „The Lancet Digital Health“ über einen Algorithmus, der anhand von routinemäßig erhobenen klinischen Variablen in Verbindung mit einem Troponin-Schnelltest bei mehr als doppelt so vielen Patienten binnen weniger Minuten einen Herzinfarkt ausschließen kann als die bisherigen Diagnoseverfahren. Praktisch angewendet werden soll der Algorithmus über eine speziell entwickelte Diagnose-App. In einem weiteren Schritt plant die Forschungsgruppe nun, in die App auch eine automatisierte KI-basierte EKG-Auswertung zu integrieren, um EKG-Auffälligkeiten umfänglicher berücksichtigen zu können.

Genau an einer solchen KI-basierten EKG-Auswertung arbeiten derzeit auch italienische Wissenschaftler. Auf dem ESC Acute CardioVascular Care 2026 in Lissabon präsentierten sie letzte Woche erste Daten einer prospektiven, monozentrischen Studie, in der sie die Leistung ihrer KI mit der üblichen ärztlichen Befundung bei Patienten mit Herzinfarkt-Symptomatik, aber ohne ST-Hebung im ersten EKG verglichen. Im Ergebnis zeigte der KI-basierte Ansatz eine überlegene Genauigkeit bei der Identifizierung und dem Ausschluss eines okklusiven Myokardinfarkts.

Für beide Ansätze sind weitere Studien nötig, bevor sie Einzug in den klinischen Alltag halten können. Der Weg in die Routineversorgung führt über valide prospektive Daten – erst sie werden zeigen, welchen konkreten Mehrwert KI in der kardiologischen Diagnostik tatsächlich bietet.

Lesen Sie weitere Meldungen ihres Fachgebietes im heutigen Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. In der aktuellen Ausgabe der KOMPAKT KARDIOLOGIE finden Sie außerdem eine spannende Auswahl von Studien zu den Schwerpunktthemen Herzinsuffizienz, Herzrhythmus­störungen und Bluthochdruck – wie immer kommentiert in einem lesenswerten Editorial des Herausgebers Prof. Erland Erdmann.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Vorhofohrverschluss: Studie relativiert Nutzen bei Hochrisikopatienten

Vorhofohrverschluss: Studie relativiert Nutzen bei Hochrisikopatienten

Eine neue multizentrische Studie im „New England Journal of Medicine“ zeigt bei Hochrisikopatienten mit Vorhofflimmern keinen Vorteil des Vorhofohrverschlusses im Vergleich zur bestmöglichen medikamentösen Therapie.

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ATTR-CM und HFpEF: Zeit für den zweiten Blick

Mehr als 3 Jahre bis zur Diagnose einer ATTR-CM – insbesondere im Kontext von HFpEF wird sie häufig übersehen. Dabei sind eine frühzeitige Diagnose und ein früher Therapiestart, etwa mit dem TTR-Stabilisator Acoramidis, essenziell. HFpEF und ATTR-CM stehen im Fokus der Bayer Symposien beim DGK 2026 in Mannheim.

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ARTEMIS: Mit KI zur effizienteren Herzinfarkt-Diagnostik

KI statt Wartezeit: Das Projekt ARTEMIS zeigt, wie ein Algorithmus Herzinfarkte in Minuten sicher ausschließen kann. Eine App soll Diagnosen beschleunigen und Patienten schneller die passende Behandlung bringen.

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Okklusiver Myokardinfarkt ohne ST-Hebung: KI treffsicherer als Standarddiagnostik

Okklusiver Myokardinfarkt ohne ST-Hebung: KI treffsicherer als Standarddiagnostik

Eine KI-basierte EKG-Analyse erkennt okklusive Myokardinfarkte ohne ST-Hebung deutlich zuverlässiger als Standardprotokolle. Studiendaten vom ESC Acute CardioVascular Care 2026 zeigen eine höhere Sensitivität und Spezifität bei symptomatischen ACS-Patienten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Multimodales Multi-Instanz-Lernen zur Vorhersage der Leistungsfähigkeit bei kardiopulmonalen Belastungstests.
NPJ Digit Med, 03.03.2026

Auswirkungen der Überarbeitung der Einrichtungskriterien für die Rotationsatherektomie auf die Ergebnisse nach einer PCI: Eine quasi-experimentelle Differenz-in-Differenzen-Studie
JACC Adv 2026 Mar 12;5(4):102672.

Absetzen von GLP-1-Rezeptoragonisten und das Risiko schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes: Target Trial Emulation
BMJ Medicine, 18.03.2026

 
 

Bluthochdruck: Lichtschaltbarer Wirkstoff könnte die Therapie verbessern

Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) haben einen lichtschaltbaren Wirkstoff gegen Bluthochdruck unter die Lupe genommen: Sie haben beobachtet, wie sich das Molekül von der einen in die andere Form wandelt und wie dies seine Wirksamkeit im Organismus beeinflusst.

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MHH: Neuer OP-Roboter dank Großspenden

MHH: Neuer OP-Roboter dank Großspenden

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) konnte dank zwei millionenschwerer Zuwendungen einen weiteren OP-Roboter in Betrieb nehmen. Der Da Vinci SP steht den Operationsteams der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie zur Verfügung.

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PANORAMA:

Am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen ist seit Anfang des Jahres eine zweite SPECT/CT-Anlage in Betrieb.
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Nach unerwarteten OP-Komplikationen oder Behandlungsfehlern können auch die behandelnden Operateure unter anhaltenden psychischen oder körperlichen Folgen leiden. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie fordert, verbindliche Unterstützungsangebote in Kliniken anzubieten.
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Risiken für diabetische Folgeerkrankungen sind bei Frauen größer. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft plädiert dafür, die Wechselwirkung von Übergewicht und Diabetes stärker geschlechtsspezifisch zu betrachten.
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TERMINE:

European Heart Rhythm Association 2026
12.–14. April 2026
Paris (Frankreich)

Frontiers in CardioVascular Biomedicine 2026
17.–19. April 2026
Leuven (Belgien)

The 48th Charing Cross Symposium
21.–23. April 2026
London (Vereinigtes Königreich)

International Society for Heart and Lung Transplantation 46th Annual Meeting & Scientific Sessions
22.–25. April 2026
Toronto (Kanada)

 
 

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