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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kardiologie,
Patienten, die sich einer Herzkatheteruntersuchung unterziehen, müssen in der Regel mehrere Stunden vor dem Eingriff nüchtern bleiben. Eine Studie aus Australien stellt diese gängige Praxis infrage. Die Ergebnisse der SCOFF-Studie deuten darauf hin, dass für Patienten, bei denen ein Herzkathetereingriff unter Analgosedierung vorgenommen wird, eine präoperative Nüchternheitsregelung möglicherweise nicht erforderlich ist. Sowohl in Bezug auf den primären Endpunkt (Aspirationspneumonie, Hypotonie, Hyperglykämie, Hypoglykämie) als auch mit Blick auf die Patientenzufriedenheit erwies sich der Verzicht auf die Regelung zur Nahrungskarenz im Vergleich zur Nüchternheit als vorteilhaft.
Ebenfalls überarbeitet werden sollten nach Ansicht einer Studiengruppe aus Österreich die Diagnosekriterien für eine Aortenklappenstenose – speziell die Grenzwerte für die Aortenklappenverkalkung (AVC). Ihre retrospektive Auswertung von CT-Daten ergab, dass die AVC eher von der Größe der Klappe als vom Geschlecht abhängt. Zwar haben Frauen tendenziell kleinere Aortenklappen, aber die derzeit geltenden Schwellenwerte des Agatston-Scores zur Quantifizierung der AVC könnten Personen mit kleineren Aortenklappen systematisch unterdiagnostizieren – unabhängig vom Geschlecht. Die Studienautoren empfehlen daher, zusätzlich zu geschlechtsspezifischen Grenzwerten auch die Klappengröße in die Diagnostik einzubeziehen.
Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen,
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