Ausgabe 18/2026

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Freitag, 01. Mai 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Deutschen Herzstiftung zufolge kommen in Deutschland jedes Jahr etwa 8700 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Dank operativer und katheterbasierter Eingriffe erreichen viele der betroffenen Kinder das Erwachsenenalter. Zu diesen Interventionen gehört auch das Einsetzen künstlicher Herzklappen. Da diese jedoch nicht mitwachsen, müssen sich die Patienten oft mehreren Folgeoperationen unterziehen, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Transplantationschirurgen aus den USA sprechen sich daher dafür aus, diesen Kindern Klappen aus Herzen zu transplantieren, die anderen Kindern wegen Problemen mit dem Herzmuskel oder den Herzkranzgefäßen entfernt werden müssen. Diese Organe verfügten oft über Klappen, die strukturell normal seien, argumentieren die Mediziner. Da theoretisch aus jedem solchen Herzen zwei Klappen entnommen werden könnten, entlaste die partielle Herztransplantation die Versorgungssituation in der Kinderkardiologie gleich doppelt: Die Mehrfachoperationen für die heranwachsenden Herzklappenempfänger entfallen und die Nachfrage nach Spenderherzen sinkt.

Denn tatsächlich tragen die Fortschritte in der pädiatrischen Herzmedizin dazu bei, dass mehr Kinder lange genug überleben, um eine Transplantation zu erhalten – doch das Angebot an Spenderherzen hält damit nicht Schritt. Die betroffenen Kinder versterben, während sie auf der Warteliste für ein neues Organ stehen. Darauf machten jüngst Experten auf der 46. Jahrestagung der International Society for Heart and Lung Transplantation in Toronto (Kanada) aufmerksam. Um dieses Paradoxon aufzulösen, plädierte Dr. Brigitte Stiller, Professorin und Leiterin der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Freiburg, auf der Tagung dafür, sich von der Vorstellung des „perfekten“ Spenderherzens zu lösen. Dies führe eher dazu, dass manche Kinder nie eine Transplantation erhielten. Daneben seien aber auch technologische und politische Ansätze nötig, um das Dilemma zu lösen.

Bevor betroffene Kinder behandelt werden können, muss der angeborene Herzfehler aber erst einmal erkannt werden – was bislang nur bei einem Drittel der Fälle bereits in der Schwangerschaft gelingt. Anlässlich des bevorstehenden Tages des herzkranken Kindes am 5. Mai fordern Kinderkardiologen und das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler daher klare vorgeburtliche Screening-Standards in der Schwangerenvorsorge. Nur so könne im Fall eines positiven Befundes die Geburt gezielt geplant und eine optimale Versorgung direkt nach der Entbindung sichergestellt werden. Für die betroffenen Kinder kann das lebensentscheidend sein.

Eine aufschlussreiche Lektüre, einen schönen Feiertag und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Partielle Herztransplantation kann Versorgung von Kindern mit Herzklappenerkrankungen verbessern

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Die partielle Herztransplantation könnte die Versorgung von Kindern mit schweren Herzklappenerkrankungen deutlich verbessern. Dies zeigen Daten, die auf der International Society for Heart and Lung Transplantation (ISHLT) in Toronto (Kanada) vorgestellt wurden.

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Mediziner warnen: Zu wenig Spenderherzen für Kinder

Fortschritte in der pädiatrischen Herzmedizin tragen dazu bei, dass mehr Kinder lange genug überleben, um eine Transplantation zu erhalten – doch das Angebot an Spenderherzen hält damit nicht Schritt, wie Experten auf der 46. Jahrestagung der International Society for Heart and Lung Transplantation in Toronto (Kanada) warnten.

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Frühzeitiges „Herztraining“ aktiviert körpereigene Regenerationsmechanismen

Frühzeitiges „Herztraining“ aktiviert körpereigene Regenerationsmechanismen

Bei Kindern mit einer stark eingeschränkten Pumpfunktionsstörung des Herzens wird seit Kurzem die chirurgische Verengung der Pulmonalarterie eingesetzt, um das Herz gezielt zu „trainieren“. Forschende aus Bonn haben nun den zugrundeliegenden Mechanismus aufgeklärt und ihre Erkenntnisse in „Circulation“ veröffentlicht.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Stressabbau nach einem Trauma bei Kindern mit physischen Verletzungen: Eine randomisierte klinische Studie.
JAMA Pediatr 27.04.2026

Brivaracetam-Monotherapie bei juveniler myoklonischer Epilepsie: Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit.
Ther Adv Neurol Dis 24.04.2026

Stilldauer und kognitive Leistungsfähigkeit bei Jugendlichen.
JAMA Netw Open 2026;9;(4):e268725.

Prävalenz, Schweregrad und assoziierte Risikofaktoren der obstruktiven Schlafapnoe bei Kindern mit Erkrankungen der Atem- und Verdauungswege.
Pediatr Pulmonol 2026;61(4):e71630.

 
 

Forschende entschlüsseln, wie sich bei Kindern mit Down-Syndrom Leukämie entwickelt

Kinder mit Down-Syndrom haben ein hohes Risiko, an Myeloischer Leukämie zu erkranken. Forschende haben nun die hierfür verantwortlichen genetischen Programme identifiziert und damit einen Ansatzpunkt für eine Therapie gefunden.

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RSV-Impfung für Schwangere reduziert Risiko für Krankenhausaufenthalte deutlich

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Eine große Praxisstudie aus Großbritannien zeigt, dass die maternale Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) das Risiko einer Krankenhausaufnahme bei Säuglingen um mehr als 80 Prozent senkt, wenn sie rechtzeitig verabreicht wird. Die Ergebnisse wurden auf der ESCMID Global 2026 in München vorgestellt.

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KURZMELDUNGEN:

Kinderkardiologen und das Aktionsbündnis Angeborene Herzfehler fordern Standards für ein pränatales Herz-Screening in Deutschland. Dies ermögliche eine individuelle Geburtsplanung und vorbereitete neonatologische Interventionen.
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US-amerikanische Forscher haben untersucht, warum Jugendliche Empfehlungen für Sonnenschutz ignorieren. Ihr Fazit: Die Unbequemlichkeit von UV-Schutzmaßnahmen und die Wahrnehmung von Bräune als Attraktivitätsfaktor wiegen mehr als das Wissen um die Gefahren.
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Das Bundeskabinett hat die Gesetzespläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Stabilisierung der Kassenbeiträge auf den Weg gebracht, die Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmaherstellern vorsehen.
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TERMINE:

17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin
7.–9.
Mai 2026
Potsdam

Joint Congress of Pediatric Surgery by ESPES, EUPSA & IPEG
20.–23.
Mai 2026
Wien (Österreich)

State of the Art 2026: Anfälle und Bewegungsstörungen
28.–29. Mai 2026
Berlin

Jahrestagung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderchirurgie
29.–30. Mai 2026
Böhlen

Kinder- und Jugendärztetag 2026
13. Juni 2026
Mannheim

 
 

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