Warum Jugendliche Sonnenschutz vernachlässigen

Mädchen sonnt sich
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Eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigt: Wahrgenommene Unbequemlichkeit von UV-Schutz und Attraktivitätsgewinne durch Bräune korrelieren invers mit Schutzverhalten – unabhängig von Wissen und Demografie.

Die Arbeitsgruppe erfasste in der Studie epidemiologische Umfragedaten von mehr als 2100 Schülern aus Oberschulen in Utah (USA) im Rahmen der Sun-safe-Habits-Intervention-and-Education(SHINE)-Studie, die zwischen 2021 und 2023 durchgeführt worden war. Die Studie wurde vom National Cancer Institute der National Institutes of Health gefördert und in „Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention“ publiziert.

Die Forschenden stellten fest, dass Schüler, die UV-Schutzmaßnahmen wie das Benutzen von Sonnenschutzcreme oder Schutzkleidung als unpraktisch oder unbequem ansahen, deutlich seltener sonnensicheres Verhalten zeigten. Ebenso schützten sich Jugendliche, die Bräunung als Verbesserung des Aussehens oder der sozialen Attraktivität wahrnahmen, seltener vor UV-Strahlung.

Faktenwissen allein führt nicht immer zu Verhaltensänderung

Selbst nach Adjustierung für demografische Merkmale und Hautkrebswissen waren höhere wahrgenommene Kosten von UV-Schutz und größerer wahrgenommener Nutzen von Bräunung mit geringerem Engagement in UV-protektiven Verhaltensweisen assoziiert. Im adjustierten Modell wurde geringeres sonnensicheres Verhalten unabhängig vorhergesagt durch geringeres Wissen über UV-Sicherheit, höhere wahrgenommene Kosten des Schutzes und größeren wahrgenommenen Nutzen der Bräunung.

„Diese Daten erinnern uns daran, dass Wissen über die Risiken übermäßiger Sonnenexposition nicht ausreicht, um das Verhalten von Jugendlichen zu verändern”, sagte der Seniorautor der Studie Kenneth P. Tercyak, Professor für Onkologie, Pädiatrie und Psychiatrie sowie Co-Leiter des Cancer Prevention and Control Program am Lombardi Comprehensive Cancer Center der Georgetown University in Washington (USA). „Um dies zu erreichen, müssen wir verstehen, wie sie über die Vor- und Nachteile von Schutzverhaltensweisen denken, und dabei helfen, diese Perspektive zu verändern”.

Motivationale Barrieren abbauen

Die Autoren schlagen vor, dass schulbasierte Hautkrebspräventionsprogramme über reine Risikovermittlung hinausgehen und individualisierte Strategien, wie UV-Fotografie oder Feedback zur Lichtalterung, einbeziehen sollten, um motivationale Barrieren zu reduzieren und nachhaltige Verhaltensänderungen zu fördern.

„Diese Studie unterstreicht die Bedeutung, Menschen früh im Leben mit wirksameren Hautkrebspräventionsstrategien zu erreichen, die bei ihnen Resonanz finden, und mit Gemeinschaften zusammenzuarbeiten, um die Tumorlast zu senken”, sagte Erstautor Omar U. Anwar, Biologiestudent an der Georgetown University. (ins)