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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kinder- und Jugendmedizin,
Missbrauchsfälle wie beispielsweise in Lüdge führen zu einem großen medialen Interesse und lösen in Bevölkerung und Politik einen Aufschrei des Entsetzens aus – allerdings meist nur für kurze Zeit. Dabei müssten das Entsetzen und die Empörung ein Dauerzustand sein, der auch zu Konsequenzen wie einem nachhaltigen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen führt. Denn sexualisierte Gewalt scheint nicht die Ausnahme, sondern beinahe schon die Regel zu sein, wie eine repräsentative Studie des Zentralinstitutes für Seelische Gesundheit (ZI) zeigt. In dieser gab jeder Achte an, mindestens einmal im Leben von sexualisierter Gewalt betroffen gewesen zu sein. Das Dunkelfeld schätzen die Experten noch viel größer.
Am häufigsten erleben Kinder und Jugendlichen die Gewalt dort, wo sie sich eigentlich am sichersten fühlen müssten: in der Familie und im erweiterten Familienkreis, bei Jungen zudem auch in Sport- und Freizeiteinrichtungen. Bei fast einem Drittel der Befragten spielten digitale Kanäle, also beispielsweise Social Media, Messenger-Dienste und Chats, eine wichtige Rolle. Damit wird offensichtlich, wie wichtig es ist, junge Menschen besser vor den Gefahren der digitalen Welt zu schützen. Hierfür will sich auch der neue Bundesbeauftragte für Drogen- und Suchtfragen, Prof. Hendrik Streeck, einsetzen – zumindest was die problematische Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen betrifft. Schließlich können nur aus (psychisch) gesunden jungen Menschen gesunde Erwachsene werden.
Die detaillierten Ergebnisse der sogenannten Dunkelfeld-Studie des ZI, die Pläne des Bundesdrogenbeauftragen sowie weitere interessante Neuigkeiten können Sie im heutigen Newsletter nachlesen.
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
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