Ausgabe 32/2026

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Freitag, 07. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

in den zurückliegenden Jahren hat sich die Forschung zur Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) stark auf die Gentherapie für junge, noch gehfähige Patienten konzentriert. Für die Mehrheit der Betroffenen – nicht mehr gehfähige junge Männer im fortgeschrittenen Krankheitsstadium – ist die therapeutische Realität hingegen ernüchternd: Außer Corticosteroiden, die nur eine begrenzte Wirkung auf Herzmuskelzellen zeigen, gibt es bislang kaum Optionen, den Verlust der Selbstständigkeit und die fortschreitende (Kardio-)Myopathie zu bremsen.

Die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der HOPE-3-Studie könnten hier einen Wendepunkt markieren. In dieser Studie wurde erstmals eine zellbasierte Therapie bei DMD-Patienten ab zehn Jahren erfolgreich getestet. Das Besondere daran: Deramiocel wirkt unabhängig von der zugrunde liegenden Mutation und ist daher bei allen DMD-Patienten einsetzbar.

In der Studie verlangsamte die aus Spenderherzen gewonnene Therapie die funktionelle Verschlechterung der oberen Extremitäten deutlich. Für Patienten kann dies den Unterschied zwischen der Fähigkeit, sich selbstständig zu ernähren oder den Rollstuhl zu steuern, und der vollständigen Abhängigkeit von Pflegepersonen bedeuten. Noch entscheidender könnte der Effekt auf das Herz von DMD-Patienten sein. So konnte die Zelltherapie auch die Narbenbildung im Herzmuskel signifikant bremsen und bei Patienten mit bestehender Kardiomyopathie die Herzfunktion stabilisieren.

Für einen Beratungsausschuss der FDA ist die Evidenz jedoch nicht ausreichend. Letzte Woche entschied die große Mehrheit der Expertinnen und Experten des Ausschusses, dass die vorliegenden Erkenntnisse die Wirksamkeit von Deramiocel zur Behandlung von Kardiomyopathie bei DMD-Patienten nicht belegen. Die FDA ist zwar nicht an die Empfehlung dieses Gremiums gebunden, folgt ihr aber häufig. Die finale Entscheidung zur US-Zulassung wird für Ende August erwartet.

Die detaillierten Ergebnisse der HOPE-3-Studie sowie weitere interessante Neuigkeiten finden Sie im heutigen Newsletter. Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und ein entspanntes Wochenende!




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Zelltherapie kann Muskelschwund bei Duchenne-Muskeldystrophie bremsen

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Neue STIKO-Empfehlung zur MenACWY-Impfung

Die STIKO empfiehlt seit Oktober 2025 die MenACWY-Impfung für 12- bis 14-Jährige, mit Nachholimpfungen bis < 25 Jahre.1 MenQuadfi® zeigt hohe Immunantworten gegen Serogruppen A, C, W und Y – unter anderem bei Jugendlichen – und ist mit Tdap-IPV-/9vHPV-Impfstoffen kombinierbar.2

Fachinformation | Pflichttext
Referenzen:
1. Robert Koch-Institut (RKI). Epid Bull 2025;44:3-33.
2. Fachinformation MenQuadfi®, Juli 2025.

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Kälteinduzierte Urtikaria: Klinische Faktoren sagen Anaphylaxierisiko besser voraus als Provokationstests

Bei der kindlichen kälteinduzierten Urtikaria kann eine Risikobewertung systemischer Reaktionen, die sich ausschließlich auf die Ergebnisse des Kälte­tests oder routinemäßige Laborbefunde stützt, den Schweregrad der Erkrankung unterschätzen. Zu diesem Schluss kommt ein türkisches Forscherteam in „Pediatric Allergy and Immunology“.

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Wann ist Zeit für eine Systemtherapie?

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Referenzen und Pflichttext

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Sozioökonomischer Status beeinflusst Kindergesundheit stärker als pränatale Verhaltensweisen

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Die sozioökonomische Situation der Familie scheint für die Gesundheit von Kindern eine stärkere Rolle zu spielen als das Verhalten der Eltern, wie beispielsweise Rauchen, Alkoholkonsum oder Koffeinkonsum. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die in „PLOS Medicine“ veröffentlicht wurde.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Langfristige Auswirkungen der in der Jugend in sozialen Medien verbrachten Zeit auf die psychische Gesundheit im jungen Erwachsenenalter: Eine Kohortenstudie aus Schweden.
J Adolesc Health 2026 Jul 21:S1054-139X(26)00162-X.

Nirsevimab und Krankenhausaufenthalte aufgrund von Infektionen der unteren Atemwege während der zweiten Saison.
Pediatrics 2026 Jul 28:e2025075562.

Neurologische Entwicklung im Alter von zwei Jahren von extrem frühgeborenen Säuglingen, die das Neugeborenen-Hörscreenings nicht bestanden haben.
The Journal of Pediatrics 20.07.2026

Behandlung einer multiplen Nahrungsmittelallergie mit Omalizumab oder einer oralen Multiallergen-Immuntherapie – Eine randomisierte klinische Studie.
JAMA Pediatr 27.07.2026

 
 

Schwere Pneumonie: Früher Wechsel auf orale Antibiotika ist sicher

Bei Kindern, die wegen einer schweren ambulant erworbenen Pneumonie stationär behandelt werden müssen, ist ein frühzeitiger Wechsel von injizierbaren auf orale Antibiotika sicher und effektiv. Dies zeigt eine in „The Lancet“ veröffentlichte internationale klinische Studie.

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Ependymome: Metabolomische Analyse identifiziert neue Therapieziele

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Ependymome stellen eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems bei Kindern dar. Eine neue Studie liefert eine systematische Charakterisierung der Stoffwechselprogramme dieser Tumoren und deutet auf potenzielle Angriffspunkte für künftige Therapien hin.

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KURZMELDUNGEN:

Die Zahl der Inobhutnahmen durch die Jugendämter in Deutschlang ist im Jahr 2025 um 18 Prozent zurückgegangen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.
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Was tun bei einem Cyberangriff auf die eigene Praxis? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unterstützt Praxen dabei, aktuelle Anforderungen an die Cybersicherheit umzusetzen und dauerhaft zu verankern.
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TERMINE:

Planung und Implementierung digitaler Prozesse in der Facharztpraxis
1. September 2026
online

54. Interdisziplinärer Herbst–Seminar–Kongress für Entwicklungs- und Sozialpädiatrie
2.–5. September 2026
Brixen (Italien)

Das EEG im Kindesalter an zwei Wochenenden
4.–5. September 2026 und
6.–7. November 2026
Oberhausen

33rd Europaen Paediatric Rheumatology Congress
16.–19. September 2026
Belgrad (Serbien)

 
 

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