|
Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kinder- und Jugendmedizin,
kommende Woche startet in den dafür vorgesehenen Modellregionen die elektronische Patientenakte (ePA) für alle gesetzlich Versicherten – mit offenbar breiter Zustimmung in der Bevölkerung. So halten in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov immerhin fast 80 Prozent der Befragten die Einführung der ePA für sehr sinnvoll oder sinnvoll. Ist sie im Prinzip ja auch. Endlich sollen alle Befunde, Laborwerte und Angaben zu Medikamenten eines Patienten digital gespeichert und lebenslang bei Bedarf abgerufen werden können. Wenn da nur nicht so viele Fragen zur Datensicherheit noch ungeklärt wären, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) moniert. Denn dem BVKJ zufolge sind die Daten – Stand heute – nicht nur nicht zuverlässig vor Hackerangriffen geschützt, sondern es sind auch noch zahlreiche andere Fragen politisch nicht geklärt. So können Pädiater beispielsweise schnell zwischen die Fronten geraten, wenn Eltern sich nicht einig sind, ob eine ePA für ihr Kind angelegt werden soll beziehungsweise, welche Daten abgespeichert werden sollen. Auch Jugendliche unter 15 Jahren könnten möglicherweise ein berechtigtes Interesse daran haben, bestimmte medizinische Informationen vor ihren Eltern zu schützen. Solange diese und andere Fragen nicht in akzeptabler Weise gelöst sind, empfiehlt der BVKJ Patienten und deren Eltern, sich aktiv gegen die ePA zu entscheiden.
Die ausführlichen Argumente des Berufsverbandes sowie weitere interessante Neuigkeiten können Sie im Newsletter nachlesen.
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
|