Vielversprechende neue Behandlungsmöglichkeit für schwere hypertrophe Kardiomyopathie bei Kindern8. Januar 2025 Foto: © Quantum Pixels – stock.adobe.com Trametinib, ein Inhibitor der Mitogen-aktivierten Proteinkinase (MEK), reduziert die Sterblichkeit und Morbidität bei Kindern mit schwerer hypertropher Kardiomyopathie (HCM), die durch pathogene Varianten im RAS/MAPK-Signalweg verursacht wird. Dies zeigt eine in „JACC: Basic to Translational Science“ veröffentlichte Studie. HCM, eine Erkrankung, bei der sich der Herzmuskel abnormal verdickt, ist bei Kindern besonders gefährlich und kann zu Herzversagen oder vorzeitigem Tod führen. Etwa 20 Prozent der Patienten mit RASopathien haben HCM; RASopathie-assoziierte HCM wird häufig durch genetische Mutationen im RAS/MAPK-Signalweg verursacht, der das Zellwachstum und die Zellentwicklung reguliert. Es handelt sich häufig um eine schwerere Form der HCM, die eine höhere Sterblichkeitsrate aufweist. Bisher waren die Behandlungsmöglichkeiten für schwere Fälle von RASopathie-assoziierter HCM (RAS-HCM) bei pädiatrischen Patienten begrenzt. In der retrospektiven Studie, an der 61 Kinder mit schwerer RAS-HCM teilnahmen, erhielten 30 Kinder Trametinib, 31 Kinder eine Standardbehandlung. Die Ergebnisse zeigten, dass in der Trametinib-Gruppe das Risiko eines Todesfalls, einer Herztransplantation oder einer Herzoperation signifikant geringer war. Es wurden keine lebensbedrohlichen unerwünschten Ereignisse beobachtet, obwohl dermatologische und Schleimhaut-Nebenwirkungen häufig, aber beherrschbar waren. „Diese Studie liefert entscheidende Hinweise darauf, dass zielgerichtete Therapien wie Trametinib die Aussichten für Kinder, die an schwerer HCM leiden, drastisch verbessern könnten“, erklärte Gregor Andelfinger, MD, PhD, Mitautor der Studie und Kardiologe am CHU Saint-Justine in Montreal, Kanada. „Sie unterstreicht die Bedeutung der Entwicklung genotypspezifischer Therapien für RASopathien und andere seltene Krankheiten.“ Zu den Einschränkungen der Studie gehören den Autoren zufolge mögliche Verzerrungen aufgrund des Studiendesigns und der unvollständigen Datenerfassung für die Kontrollgruppe. Außerdem gehörten der Trametinib-Gruppe auch Patienten mit früheren Herzoperationen an, was die Ergebnisse beeinflussen könnte. Die kürzere Nachbeobachtungszeit in der Trametinib-Gruppe könnte auch zu einer Unterschätzung der langfristigen Nebenwirkungen führen. Und nicht zuletzt wurde in der Studie nicht die optimale Dosierung von Trametinib für RAS-HCM ermittelt, erklären die Autoren.
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