Ausgabe 28/2026

Klicken Sie hier, um diesen Newsletter online anzusehen!

newsletter-logo-kind-kom
 
 

Freitag, 10. Juli 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

belastende Erlebnisse in der Kindheit gelten als Hauptrisikofaktor für die Entwicklung psychischer Erkrankungen. Diese stellen nicht nur für die Betroffenen eine starke Belastung dar, sondern haben auch weitreichende ökonomische Auswirkungen. So entfielen dem Statistischen Bundesamt zufolge im Jahr 2023 rund 13 Prozent der Krankheitskosten oder 63,3 Milliarden Euro auf die Behandlung psychischer und Verhaltensstörungen. Diese waren damit gemeinsam mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die kostenintensivsten Krankheiten. Bis zum Jahr 2030 prognostiziert die Zurich Versicherung gar einen Anstieg der jährlichen Produktivitätsverluste infolge psychischer Erkrankungen auf bis zu 120 Milliarden Euro. Der größte Teil dieser Verluste entsteht den Experten zufolge nicht durch kurzfristige Fehlzeiten, sondern durch dauerhaft verringerte Erwerbsbeteiligung.

Angesichts dieser wirklich erschreckenden Prognose sind Wege gefragt, die psychische Gesundheit von Menschen so früh wie möglich zu stärken. Leider lassen sich Kindheitstraumata nur in begrenztem Maß verhindern und auch mit Blick auf die psychotherapeutische Versorgung psychisch belasteter Kinder und Erwachsener lassen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem nicht allzu viel Optimismus aufkommen. Von dieser Seite aus ist also wenig Hilfe zu erwarten. Wie ein Hoffnungsschimmer erscheinen da die Ergebnisse eines Forscherteams vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München und vom Karolinska-Institut in Schweden. Ihnen ist es – zumindest im Mausmodell für frühe Belastung – gelungen, die Auswirkungen früherer Traumata auf die Gehirnfunktion pharmakologisch zu unterdrücken beziehungsweise rückgängig zu machen. Damit könnte sich ein präventives Fenster für proaktive Behandlungen öffnen, die verhindern, dass sich früher Stress dauerhaft als Risikofaktor für psychische Erkrankungen verfestigt.

Mit diesem kleinen Licht am Horizont wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende und eine aufschlussreiche Lektüre dieser und weiterer interessanter Neuigkeiten in unserem Newsletter!




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Langfristige Folgen von Kindheitstraumata lassen sich verhindern

Langfristige Folgen von Kindheitstraumata lassen sich verhindern

Frühe Belastungen wie Kindheitstraumata, Misshandlung oder Vernachlässigung sind Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung psychischer Erkrankungen. Forschende haben nun an Mäusen gezeigt, dass die pharmakologische Hemmung des Proteins FKBP51 Auswirkungen früher Traumata auf die Gehirnfunktion dauerhaft verhindern kann.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
Advertorial

Einfach flexibel sein – Wachstumshormone
von Novo Nordisk

Flexibilität bei der Wachstumshormontherapie? Mit 1x wöchentlichem Sogroya® oder 1x täglichem Norditropin® FlexPro® ist das möglich! Einfach hier klicken und mehr erfahren.

Pflichttexte

rz_NN_302_biermann_2064971__200x200_26 06
 

Gaming bei Jugendlichen: Die Spieldauer ist nicht das Problem

Eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems (Österreich) zeigt: Kognitive Schwierigkeiten bei jungen Gamern hängen eher mit dem Zwang zum Zocken als mit der Dauer des Spielens zusammen.

Lesen Sie hier weiter ...
 

 
 
Eosinophile Ösophagitis: Ein Viertel der Betroffenen zeigt eine Besonderheit der Gelenke

Eosinophile Ösophagitis: Ein Viertel der Betroffenen zeigt eine Besonderheit der Gelenke

Die eosinophile Ösophagitis (EoE) kann sich bei Kleinkindern und Jugendlichen sowie im mittleren Lebensalter manifestieren. Forschende vom Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital in Chicago (USA) haben nun einen spezifischen Subtyp bei Kindern und jungen Erwachsenen ausgemacht.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Prävalenz und klinische Korrelate der vermeidend-restriktiven Essstörung bei Kindern und Jugendlichen mit ZöliakieEine Querschnittsstudie.
J Eat Disord 07.07.2026

Konsum von Energy-Drinks bei Kindern und Jugendlichen: Eine Querschnittsstudie und die Empfehlungen der Italienischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
Ital J Pediatr 07.07.2026

Vergleich der Wirksamkeit zweier aktiver Ablenkungsmethoden zur Linderung von Schmerzen, Angst und Unruhe bei Kindern während einer Venenpunktion: Eine randomisierte kontrollierte Studie.
BMC Pediatr 07.07.2026

Delgocitinib-Creme bei Jugendlichen mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem (DELTA TEEN): Eine multizentrische, doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie.
Lancet Child Adolesc Health 2026;10(8):552–561.

 
 

Ältere Väter: Gemeinsame Veränderungen von DNA-Methylomen in Spermien und Plazenta nachgewiesen

Ein fortgeschrittenes väterliches Alter beeinflusst offenbar gemeinsame Gen-Loci in den DNA-Methylomen von Spermien und Plazenta, die mit der neuronalen Entwicklung in Verbindung stehen. Darauf weist eine aktuelle Studie aus Kanada hin.

Lesen Sie hier weiter ...
 

 
 
Risikofaktoren für eine Störung der Mutter-Kind-Bindung

Risikofaktoren für eine Störung der Mutter-Kind-Bindung

Forschende der Universität Toyama (Japan) haben drei Faktoren identifiziert, die Schwierigkeiten bei der Mutter-Kind-Bindung ohne das Vorliegen einer postpartalen Depression vorhersagen.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Eine neue Leitlinie empfiehlt die multidisziplinäre Behandlung von Patienten mit Allan-Herndon-Dudley-Syndrom und unterstützt Behandler bei der Anwendung des neuen Medikamentes.
Weiterlesen ...

Die Nationale Stillkommission (NSK) am Max Rubner-Institut hat eine umfassende Aktualisierung der Definitionen zum Stillen und zur Ernährung mit Mutter- und Frauenmilch vorgelegt.
Weiterlesen ...

Ergebnisse des Verbundprojektes BetterCare zeigen: Ein gestuftes Versorgungsmodell verbessert die psychische Gesundheit unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter nachhaltig.
Weiterlesen ...

TERMINE:

Summer School Pädiatrische Pneumologie der Charité
28.–29. August 2026
Berlin

Congress of the International Society of Paediatric Oncology
15.–18. September 2026
San Antonio (USA)

33rd Europaen Paediatric Rheumatology Congress
16.–19. September 2026
Belgrad (Serbien)

Adipositaskongress
23.–25. September 2026
Potsdam

58th Annual Meeting of the European Society for Paediatric Nephrology
30. September – 3. Oktober 2026
Bordeaux (Frankreich)

 
 

„KOMPAKT KINDER- UND JUGENDMEDIZIN“ ist ein Titel der Biermann Verlag GmbH in Köln. Sie erhalten diese E-Mail, da Sie für diesen Newsletter angemeldet sind. Sie können in unserem Fachportal weitere Newsletter zu verschiedenen medizinischen Fachrichtungen abonnieren. Sollten Sie kein Interesse mehr an diesem Newsletter haben, können Sie sich hier abmelden. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Themen und Inhalten, freuen wir uns auf Ihre E-Mail: [email protected]. Bitte beachten Sie, dass dieser Newsletter nur Angehörigen der Heilberufe gemäß HWG §10 zugänglich gemacht werden darf; das gilt auch für das Weiterempfehlen und Weiterleiten.

Impressum: Biermann Verlag GmbH | MedCon Health Contents GmbH | HRB Bonn 11110 | HRB Köln 78926

Geschäftsführer: Dr. med. Hans Biermann

Hier vollständiges Impressum aufrufen