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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Mitte dieser Woche ließ eine Mitteilung der Unicef aufhorchen. Danach sind erstmals weltweit mehr Kinder übergewichtig als untergewichtig. Die positive Seite der Nachricht ist, dass der Anteil untergewichtiger Kinder seit der Jahrtausendwende von mehr als 13 Prozent auf 9,2 Prozent zurückgegangen ist. Zeitgleich hat der Anteil fettleibiger Kinder und Jugendlicher aber von drei auf 9,4 Prozent zugenommen, in Ländern mit hohem Einkommen haben sogar mehr als 20 Prozent der Heranwachsenden starkes Übergewicht. Hierzulande ist der Anteil übergewichtiger Kinder seit 2000 von 22 auf 24 Prozent im Jahr 2022 geklettert, der Anteil an Adipositas in dieser Altersgruppe ist bei acht Prozent konstant. Da aus übergewichtigen Kindern vielfach übergewichtige Erwachsene werden, die ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Krebs haben, ist die von der Unicef beobachtete Entwicklung überaus bedenklich.
Als Schlüssel für eine gesunde Gewichtsentwicklung von Kindern gilt eine ausgewogene Ernährung von Geburt an. Aber auch ausreichend Schlaf und Bewegung sind wichtige Stellschrauben. In vielen Ländern werden daher Programme umgesetzt, die Eltern oft schon vor der Geburt für diese Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisieren sollen. Nun zeigt eine internationale Studie allerdings, dass dieser Ansatz nicht den gewünschten Erfolg bringt. Die Autoren haben dafür eine so einfache wie traurige Erklärung. Kinder mit (starkem) Übergewicht stammen vor allem aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status und ihre Eltern haben schlicht nicht die ökonomischen Ressourcen oder Zeit, an solchen Programmen teilzunehmen oder die empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Daher sehen die Autoren der Studie auch eher die Politik und Gesellschaft in der Pflicht, allen Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.
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Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
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