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Liebe Leserinnen und Leser,
bis Ende des Monats soll eine Expertenkommission erste Ideen vorlegen, wie die finanzielle Schieflage des deutschen Gesundheitssystems korrigiert werden kann. Was dann auf Leistungserbringer und Patienten zukommen könnte, hat jüngst der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) erahnen lassen, die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu kürzen. Auch eine Wiedereinführung der erst im vergangenen Jahr aufgehobenen Budgetierung für Kinder- und Jugendärzte wurde schon in den Raum gestellt.
Angesichts der Kosten, die dem Gesundheitssystem durch ungesunde Verhaltensweisen wie Rauchen, Bewegungsmangel und Alkoholkonsum entstehen, sind die Einsparungen durch die oben genannten Maßnahmen „Peanuts“. Der einzige Ansatz, der wirklich effektiv an der Kostenschraube drehen kann, ist die Prävention. Und die muss bereits im Kindesalter ansetzen. Denn aus kranken Kindern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit kranke Erwachsene.
Dass hierfür gar nicht so viel Aufwand nötig ist, zeigten beispielsweise US-amerikanische Forschende auf den EPI|Lifestyle Scientific Sessions 2026 der American Heart Association. Danach verbessert schon eine halbe Studie mehr körperliche Aktivität pro Tag bei Jugendlichen die Insulinresistenz deutlich und schützt sie so vor Typ-2-Diabetes. Wem das zu anstrengend ist, profitiert auch von einer halben Stunde mehr Schlaf – wenn auch nicht so stark. Forschende des Karolinska-Instituts in Stockholm zeigen, dass auch metabolisch gesunde Kinder und Jugendliche mit Adipositas ein erhöhtes Risiko haben, im späteren Leben an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und abnormalen Blutfettwerten zu erkranken. Die Schlussfolgerung daraus ist klar: Auch diese Kinder müssen dabei unterstützt werden, Gewicht zu verlieren und ein gesundes Essverhalten zu lernen.
Gesundheitspolitisch und gesellschaftlich liegt die Aufgabe also darin, Übergewicht, Bewegungsmangel, aber auch starke psychische Belastungen bei Kindern gar nicht erst entstehen zu lassen. Und hierfür sind sicher deutlich weniger finanzielle Mittel nötig als für die Behandlung von Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- oder psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter.
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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