Eine halbe Stunde mehr Schlaf oder Bewegung könnte Jugendliche vor Typ-2-Diabetes schützen25. März 2026 Stundenlanges Sitzen wie beispielsweise beim “Zocken” erhöht bei Jugendlichen das Risiko für Typ-2-Diabetes. (Foto: © Pixel-Shot – stock.adobe.com) Ersetzen Jugendliche täglich nur eine halbe Stunde sitzender Tätigkeiten durch körperliche Aktivität oder Schlaf, senkt das ihre Insulinresistenz. Das geht aus Daten hervor, die auf den den EPI|Lifestyle Scientific Sessions 2026 der American Heart Association vorgestellt wurden. „Ich war positiv überrascht von der Stärke des Zusammenhangs, wenn man 30 Minuten sitzende Tätigkeit durch moderate bis intensive körperliche Aktivität ersetzt. Eine um 15 Prozent geringere Insulinresistenz ist eine ziemlich große Veränderung“, erklärte Dr. Soren Harnois-Leblanc, Hauptautor der Studie und Postdoktorand in der Abteilung für Bevölkerungsmedizin am Harvard Pilgrim Health Care Institute und an der Harvard Medical School, beide in Boston (USA). „Unsere Ergebnisse bedeuten, dass der Wechsel von sitzenden Verhaltensweisen zu moderater bis intensiver körperlicher Aktivität oder Schlaf, selbst wenn es anfangs nur wenige Minuten pro Tag sind, gesundheitsfördernd war.“ Um den Einfluss typischer Alltagsaktivitäten auf die Entwicklung von Insulinresistenz bei Jugendlichen zu bewerten, untersuchten die Forscher Gesundheitsdaten aus dem Projekt Viva, einer laufenden Gesundheitsstudie mit Kindern, die zwischen 1999 und 2002 geboren wurden, und ihren Müttern. Die Insulinresistenz wurde mithilfe des Homeostatic Model Assessment for Insulin Resistance (HOMA-IR) gemessen, einem Test, der die Insulinresistenz auf der Grundlage der Nüchternblutzucker- und Insulinspiegel schätzt. Jugendliche verbringen täglich mehr als elf Stunden im Sitzen Zu Beginn der Adoleszenz, im Durchschnittsalter von knapp 13 Jahren, führten 802 Teilnehmer Schlaftagebücher und trugen sieben bis zehn Tage lang ununterbrochen einen Beschleunigungsmesser, wodurch eine Aufschlüsselung der Bewegungsaktivitäten während eines typischen 24-Stunden-Tages möglich wurde. Der mit Abstand höchste Anteil der täglichen Zeit, nämlich 48 Prozent oder 11,5 Stunden pro Tag, wurde mit sitzenden Tätigkeiten verbracht. Beispiele für sitzende Tätigkeiten sind unter anderem das Sitzen im Unterricht, Hausaufgaben machen, der Weg zur Schule oder zur Arbeit sowie die Freizeit am Abend, die oft mit der Nutzung elektronischer Geräte oder dem Fernsehen einhergeht. Zu den weiteren täglichen Aktivitäten, die über einen Zeitraum von 24 Stunden erfasst wurden, gehörten Schlaf (33%), körperliche Aktivität hoher Intensität (wie z. B. Laufen, Schwimmen oder Basketballspielen, 2%). Aktivität geringer Intensität ohne nennenswerten Effekt Anschließend berechneten die Forscher, wie stark sich eine Verlagerung von nur 30 Minuten von sitzenden Tätigkeiten hin zu verschiedenen Arten körperlicher Aktivität oder Schlaf auf die geschätzten Insulinresistenzwerte bei 394 der Studienteilnehmer ausgewirkt hätte. Zu den Ergebnissen der Studie gehören: Jugendliche, die 30 Minuten sitzende Zeit durch mäßig-intensive körperliche Aktivität ersetzten, konnten ihren HOMA-IR-Wert um fast 15 Prozent senken Teilnehmer, die 30 Minuten sitzende Zeit durch Schlaf ersetzten, konnten die Insulinresistenz um fast fünf Prozent senken. Die Verlagerung von 30 Minuten sitzender Zeit auf körperliche Aktivität geringer Intensität führte zu keiner signifikanten Veränderung der Insulinresistenzwerte. Zwar stand die Zusammensetzung der Aktivitäten in Zusammenhang mit der Insulinresistenz, jedoch nicht mit dem Adiponektinspiegel oder dem Nüchternblutzuckerspiegel. (ej/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Typ-2-Diabetes bei Jugendlichen: Zentrale Adipositas ist bei Jugendlichen Hauptrisikofaktor für Typ-2-Diabetes
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