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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kinder- und Jugendmedizin,
wenn wir unsere Kindheit Revue passieren lassen, stammen die ersten Erinnerungen bestenfalls aus dem dritten Lebensjahr. Diese als infantile Amnesie bezeichnete Erinnerungslücke fasziniert Neurowissenschaftler schon lange, doch es ist schwer, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Denn Säuglinge und Kleinkinder können nur schwer bildgebenden Verfahren oder anderen Untersuchungsmethoden des Gehirns unterzogen werden. Ein US-amerikanisches Forscherteam hat es dennoch versucht und dabei festgestellt, dass der Hippocampus bereits im Alter von einem Jahr Erinnerungen abspeichern kann. Sie schlussfolgern daraus, dass die Gründe für die infantile Amnesie nicht beim Abspeichern, sondern bei nachfolgenden Gedächtnisprozessen liegen müssen. Andere Wissenschaftler sehen diese Schlussfolgerung kritisch, da „echte Erinnerungen“ mehr als nur das in der Studie getestete Wiederkennen von Objekten umfassen. Damit konnte das US-Forscherteam dem Rätsel „infantile Amnesie“ wohl doch nur ein Puzzleteil hinzufügen, gelöst scheint es noch lange nicht.
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
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