Ausgabe 49/2025

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Mittwoch, 03. Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

beim Melanom hängt die Prognose sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Bei frühzeitiger Entdeckung ist es oft heilbar, während das Rezidivrisiko bei Lymphknotenbeteiligung deutlich ansteigt. Daher ist die Frage, ob Metastasen in den Lymphknoten vorliegen, entscheidend für die weitere Therapie. Um diesbezüglich Klarheit zu erlangen, wird bislang die Sentinel-Lymphknotenbiopsie in Vollnarkose durchgeführt. Dieser Eingriff ist nicht nur mit zusätzlichen Risiken verbunden, sondern ergibt in fast 80 Prozent der Fälle ein negatives Ergebnis.

Um zumindest einem Teil der Melanom-Patienten eine solche Biopsie ersparen zu können, haben Forschende nun einen Test entwickelt, der das Risiko für einen Lymphknotenbefall ermittelt. Dabei wird die Aktivität von acht Genen im ohnehin resezierten Melanom-Gewebe bestimmt und mit Alter und Tumordicke kombiniert, um das individuelle Risiko einer Lymphknotenmetastasierung zu schätzen.

Einen wenig bis nicht invasiven Blick in den Körper bieten auch Haare. An ihnen lassen sich Mangelzustände, Rückstände von Drogen, aber auch anhaltender psychischer Stress ablesen. Forschende Universität Innsbruck (Österreich) haben nun einen massenspektrometrischen Proteomics-Ansatz entwickelt, mit dem sie sogar selbstverletzendes Verhalten nachweisen konnten. Die Forschenden sehen darin einen Ansatz für Prävention und Risikoeinschätzung bei psychischen Belastungen.

Neue Ideen sind auch im Kampf gegen multiresistente Keime gefragt, zu denen der „Krankenhauskeim“ Staphylococcus aureus zählt. Der findet sich bei etwa 30 Prozent der Menschen und kann durch Abstriche der Nasenschleimhaut nachgewiesen werden. Dort tummeln sich jedoch noch jede Menge anderer Mikroorganismen, die ein entscheidendes Wörtchen dabei mitzureden haben, wie stark sich der Krankenhauskeim ausbreitet. Denn der braucht hierfür dringend das Vitamin Biotin. Und genau hier sehen Forschende eine Möglichkeit, regulierend einzugreifen: Durch Probiotika, die aus Biotin-Konkurrenten bestehen und so dem gefährlichen Keim die „Wurst vom Brot“ nehmen.

Ich wünsche eine informative Lektüre!




   Michelle Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
Melanom: Neuer Test als mögliche Alternative zur Lymphknotenbiopsie

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Ein neu entwickelter genomischer Test kann feststellen, ob Menschen mit Melanom ein niedriges oder hohes Risiko für einen Lymphknotenbefall aufweisen. Die Studienergebnisse wurden in „JAMA Surgery“ veröffentlicht.

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Haarprobe deckt selbstverletzendes Verhalten auf

Selbstverletzendes Verhalten als Ausdruck psychischer Belastung lässt sich durch die biochemische Analyse von Haarproben nachweisen. Das zeigt eine aktuelle Studie in „Psychoneuroendocrinology“. Dieser Ansatz lässt sich für die Prävention und Risikoeinschätzung nutzen.

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Sepsiserreger P. aeruginosa wandert von der Lunge in den Darm

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Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das schwere nosokomiale Infektionen verursacht, bei ein und demselben Patienten von der Lunge in den Darm wandern und so das Risiko für eine lebensbedrohliche Sepsis erhöhen kann.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

MALDI-TOF-Massenspektrometrie in Verbindung mit Maschinellem Lernen: Ein präzises Instrument zum Nachweis toxigener Clostridioides-difficile-Stämme.
Anaerobe 2025 Nov 29:103017.

Ein nanoMIP-Sensor zur Echtzeit-in-vivo-Überwachung der Levodopa-Pharmakokinetik in der präzisen Parkinson-Therapie.
Nat Commun 01.12.2025

Plasma-phosphoryliertes Tau 217 und Amyloid-Belastung bei älteren Erwachsenen ohne kognitive Beeinträchtigung – Eine Metaanalyse.
JAMA Neurol 01.12.2025

Klinisches und mikrobiologisches Profil der Lungenentzündung bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern im Kinderkrankenhaus der Universität Alexandria.
BMC Infect Dis 2025 Dec 1;25(1):1682.

 
 

Nasales Mikrobiom: Ressourcenknappheit als Chance gegen Staphylokokken

Potenziell gefährliche Staphylokokken konkurrieren in der menschlichen Nase mit anderen Bakterien um Biotin. Das könnte neuer Ansatzpunkt im Kampf gegen die Keime sein.

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Wirksamkeit gängiger Anti-Phishing-Maßnahmen fraglich

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Nach einer groß angelegten Phishing-Simulation in einer deutschen Universitätsklinik kommt das Forscherteam zum Schluss, dass weiterhin eine erhebliche Bedrohungslage für die Cybersicherheit in Krankenhäusern besteht.

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NACHRICHTEN:

Wie das menschliche Gehirn seine außergewöhnliche Komplexität erlangt, beschäftigt Forschende weltweit. Wissenschaftler aus Mannheim und Göttingen haben nun das Gen identifiziert, das hierfür maßgeblich verantwortlich ist.
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Regulatorische T-Zellen verhindern normalerweise eine Überreaktion des Immunsystems. Jetzt zeigt eine Studie, dass die Immunzellen Entzündungssignale nutzen, um nach einer Krebstherapie Reparaturprozesse zu starten.
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An der Universitätsmedizin Mainz ist ein neues Forschungsprojekt zur Entwicklung von Schleimhaut-Impfstoffen gegen Pneumokokken-Erkrankungen gestartet.
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TERMINE:

EFLM-Webinar: Clinical use of E2 and TESTO and the significance of their low values, measured by LC-MS
16. 
Dezember 2025
online

27. Bamberger Morphologietage
23. – 25. Januar 2026
Bamberg

37. Deutscher Krebskongress 2026
18. – 21. Februar 2026
Berlin

OEGPath Spring Meeting 2026
13. – 14. März 2026
Wien, Österreich

22nd European Congress on Digital Pathology 2026
17. – 20. Juni 2026
Graz, Österreich

 
 

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